Verwirrung

17. Februar 2011 10:42; Akt: 17.02.2011 11:14 Print

Irans Kriegsschiffe drehen ab

Gerüchte um Irans Pläne, Kriegsschiffe durch den Suezkanal zu senden, haben sich offenbar nicht bewahrheitet. Israel ist erleichtert.

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Entgegen israelischer Befürchtungen haben zwei iranische Kriegsschiffe am Donnerstag nicht den Suez-Kanal in Richtung Mittelmeer passiert. Unklar blieb, was die iranische Armee zum Kurswechsel bewogen hatte.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija hatte Ägypten die Schiffe an der Durchfahrt gehindert. Ein Vertreter der Verwaltung des Suez-Kanals sagte lediglich, kein iranisches Kriegsschiff stehe auf der Warteliste für die Durchfahrt. Gemäss weiteren Angaben aus der Kanalverwaltung hatten die Schiffe ihre Gesuche für eine Erlaubnis zur Durchfahrt offenbar zurückgezogen.

Nach Angaben der Kanalverwaltung erhalten alle Handelsschiffe eine Passageerlaubnis, solang sich Ägypten nicht im Kriegszustand befindet. Für die Durchfahrt von Militärschiffen ist eine Erlaubnis der Aussen- und Verteidigungsministerien nötig.

Israel hatte der iranischen Regierung am Mittwoch vorgeworfen, sie wolle mit der Entsendung der Schiffe ins Mittelmeer provozieren. Die Selbstüberschätzung und die Dreistigkeit im Iran nehme täglich zu, sagte Aussenminister Avigdor Lieberman.

Die internationale Gemeinschaft müsse «verstehen, dass Israel diese Provokationen nicht ewig ignorieren kann». Zugleich warf Lieberman der internationalen Gemeinschaft vor, nicht bereit zu sein, mit den Provokationen Teherans umzugehen. Als Reaktion auf die Äusserungen stiegen die Erdölpreise an den Weltmärkten auf ein 29- Monatshoch.

Erlaubnis für US-Flugzeugträger

Im Gegensatz zu den iranischen Kriegsschiffen durchquerte unterdessen ein US-Flugzeugträger den Kanal. Das Schiff ist auf dem Weg vom Mittelmeer in den Persischen Golf. Wie die US-Marine mitteilte, passierte die USS-Enterprise am Dienstag in Begleitung eines Kreuzers und eines Versorgungsschiff ohne Zwischenfälle den 190 Kilometer langen Kanal.

Der Verband befindet sich nun im Roten Meer und damit im Verantwortungsbereich der 5. US-Flotte, deren Hauptquartier sich in Manama im Golfstaat Bahrain befindet.

Der Kommandant des Verbands, Konteradmiral Terry Kraft, erklärte, der glatte Ablauf der Passage zeige, dass die Lage an der Wasserstrasse stabil sei. Nach Angaben der US-Marine soll der Flugzeugträger die Militäroperationen in Afghanistan und im Irak unterstützen.

Nach Einschätzung der Expertengruppe Stratfor hat die US-Marine ihre Präsenz in der Region, die durch politische Unruhen in Ägypten und Bahrain erschüttert wurde, zuletzt verstärkt. Demnach befinden sich im Einsatzgebiet der 5. Flotte nunmehr drei Flugzeugträger.

(sda)