Zayn Malik

03. Juli 2014 13:52; Akt: 03.07.2014 13:52 Print

Isis-Tweet wirbt um One-Direction-Star

Im Namen der Terrorgruppe Isis fordert ein Twitterer das muslimische One-Direction-Mitglied Zayn Malik dazu auf, sich den Terroristen anzuschliessen.

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«Zayn Malik @zaynmalik muss dem Dschihad beitreten und damit aufhören, ein verweichlichter Prominenter zu sein :)», schreibt der Twitterer @ISIL Cats. Angesprochen ist laut «Breitbart» das 21-jährige Mitglied der Hype-Band One Direction. Zayn Malik ist Muslim und Brite mit pakistanischen Wurzeln – und damit ein ideales Ziel für islamistische Terroristen, die junge Männer rekrutieren.

Eine Nähe zu den Zielen der Dschihadisten hat Malik noch nie an den Tag gelegt, obwohl ihm Blogger genau das unterstellen, wie der «NME» schreibt. Der Popstar hat es tunlichst unterlassen, auf den Tweet zu reagieren.

Kätzchen und tote Kämpfer

Der Account @ISILCats wirkt auf den ersten Blick harmlos. Gepostet werden vorwiegend Bilder von Kätzchen, Hündchen und Lämmlein sowie Fotos von bärtigen Männern, die mit den Tierlein spielen. Auch Kinder sind beliebte Sujets. Radikal wirkt das nicht, doch dazwischen sind auch Bilder von toten Kämpfern zu sehen, die als Helden verehrt werden. Zudem werden der Dschihad verherrlicht sowie Schiiten und vermeintliche Falschmeldungen über den Kampf der Terroristen diffamiert – alles auf Englisch.

Ob der Account direkt mit der sunnitischen Terrororganisation Isis verbunden ist, ist unklar. Doch die Strategie entspricht derjenigen der Terroristen, auch mit Tweets westliche Dschihadisten anzuwerben und der Isis ein menschliches Gesicht zu verleihen.

Auch Lionel Messi war schon im Visier der Isis

One-Direction-Sänger Malik ist nicht der erste Prominente, den der Isis nahestehende Twitterer umwerben. Ende Juni berichtete die «Washington Post», dass ein Account, der mit der Isis verbandelt ist und mittlerweile gesperrt wurde, den argentinischen Stürmer Lionel Messi anheuern wollte.

Dass die Twitterer Malik, Messi oder andere Prominente ernsthaft anwerben wollten, ist stark zu bezweifeln. Es dürfte vielmehr darum gehen, die Anziehungskraft der Stars für eigene Zwecke bei der Rekrutierung westlicher Männer auszunutzen.


(kmo)