Wissenschaft alarmiert

07. Januar 2013 04:24; Akt: 07.01.2013 08:24 Print

Islamfeindlichkeit breitet sich in Deutschland aus

Sozialwissenschaftler warnen vor einem um sich greifenden religiösen Rassismus in Deutschland. Auch im Lager der Wohlhabenden und Reichen sei die Islamophobie immer verbreiteter.

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In Deutschland haben Menschen aller Schichten zunehmend Ressentiments gegen den Islam. (Im Bild ein Protest im letzten August in Berlin.)

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Der Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe), statt allgemeiner Fremdenfeindlichkeit verlagerten sich Ressentiments zunehmend auf den Islam. «Es heisst nicht mehr 'die Türken', sondern 'die Muslime'», sagte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.

Diese Generalisierung führe zu einer immer grösseren Ablehnung der Muslime innerhalb der Bevölkerung. Dies sei gesellschaftlich anerkannt und betreffe alle Schichten. Anhand von Umfragen habe er herausgefunden, dass Islamophobie auch im Lager der Wohlhabenden und Reichen verbreitet sei.

«Eigenständiger Rassismus»

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland forderte vor diesem Hintergrund, dass «islamfeindlicher Rassismus als eigenständiger Tatbestand gewertet werden muss». Der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek sagte der Zeitung, bisher weigerten sich Regierung und Sicherheitsbehörden, Straf- und Gewalttaten gegen Muslime gesondert zu erfassen, sondern subsumierten sie vielmehr unter dem Oberbegriff Fremdenfeindlichkeit.

«Dadurch wird die Dimension der Islamfeindlichkeit verschleiert», kritisierte Mazyek. Auch für ihn stelle sich anti-muslimischer Rassismus als Problem dar, das «bis in die Mitte der Gesellschaft reicht». Um besser nachvollziehen zu können, wie sich rassistische Gesinnungen in Deutschland entwickeln, forderte Mazyek einen jährlichen Rassismusbericht.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mark Strahl am 07.01.2013 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Volk ernst nehmen und nicht verbieten...

    Anstatt nun wieder riesige Bevölkerungsschichten in die Rassismus schiene drängen zu wollen, sollten sich viele Politiker und auch die eher linken Medien mal fragen, ob es nicht ev. wirklich Probleme gibt! Die Muslime werden immer zahlreicher und es ist ein Fakt, dass sie bald in dem einen oder anderen Land vermutlich eine Mehrheit stellen werden. Ich persönlich habe aber z.B. nicht vor mich anzupassen und mich muslimischen Vorstellungen zu unterwerfen. Diese Länder gehören uns und ich will Kirchenglocken und keine Gebetsaufrufe, keine Sonderbehandlung für Muslime, keine "Halal"-Migros, ...

  • Der Andy am 07.01.2013 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Eine Religion/Kultur die dermassen fundamentalistisch aufgebaut ist und keinerlei Toleranz gegenüber andersdenkenden besitzt stösst zwangsläufig auf Ablehnung. In den letzten 40 Jahren gab es damit am meisten Probleme!

  • Walter-R am 08.01.2013 02:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert das?

    Diejenigen, die sich über eine Zunahme von Islamfeindlichkeit beklagen, sollten sich einmal überlegen wie es denn umgekehrt ist. Wie werden in Islamischen Ländern nichtmuslimische Minderheiten behandelt? Das Ausüben des Christentums und andern nichtmuslimischen Religionen ist in Ländern, in denen die Scharia Gesetz ist, stark eingeschränkt, oder ganz verboten. Auch das Auftreten dieser Hassprediger, die in Christlichen Ländern lebende Muslime Aufzuwiegeln und zu fanatisieren versuchen, anstatt von Akzeptanz und Toleranz zu reden, dürfte die Sympathie für den Islam kaum erhöhen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter-R am 08.01.2013 02:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert das?

    Diejenigen, die sich über eine Zunahme von Islamfeindlichkeit beklagen, sollten sich einmal überlegen wie es denn umgekehrt ist. Wie werden in Islamischen Ländern nichtmuslimische Minderheiten behandelt? Das Ausüben des Christentums und andern nichtmuslimischen Religionen ist in Ländern, in denen die Scharia Gesetz ist, stark eingeschränkt, oder ganz verboten. Auch das Auftreten dieser Hassprediger, die in Christlichen Ländern lebende Muslime Aufzuwiegeln und zu fanatisieren versuchen, anstatt von Akzeptanz und Toleranz zu reden, dürfte die Sympathie für den Islam kaum erhöhen.

  • SwizzSerb am 08.01.2013 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das einte reden aber anders handeln

    Wenn sich aber ein Land gegen den Islamischen Terror zur wehr setzt wird es von den westeuropäischen Länder in die Steinzeit gebombt. Siehe Südserbien ( Kosovo), Lybien und nächstens Syrien.

  • Realist am 07.01.2013 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Begriffe definieren

    Rassismus ist eine Diskriminierung aufgrund eines koerperlichen Merkmals das nicht geaendert werden kann. Zum Beispiel dunkle Haut, blonde Haare (blonde Frauen sind dumm), wenn wir nach China gehen unsere langen Nasen ... . Religion gehoert eindeutig NICHT dazu. Jeder kann seine Religion frei waehlen. Und jeder kann dazu beitragen das "seine" Religion etwas friedlicher wird. Wenn jemand eine Religion ablehnt weil zum Beispiel eine Religion die Todesstrafe verlangt fuer "falsche" Kleidung dann ist schon Fragwuerdig. Es steht dieser Religion frei so eine Regel zu aendern im Gegensatz z Haurfarbe

    • Beat am 07.01.2013 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      keine freie entscheidung

      fast niemand kann seine religion frei wählen. kinder werden getauft und sind somit christen, egal was sie sich später aussuchen. jedes kind wird als muslim geboren, somit fehlt auch da die freie entscheidung.

    einklappen einklappen
  • Beat am 07.01.2013 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    @roberto:

    es gibt keine rassen unter den menschen. rassismus bezeichnet aber eine diskriminierung aufgrund von hautfarbe, herkunft oder religion.

  • verstehet am 07.01.2013 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gleiches mit gleichem

    einige islamisten sind ja auch christenfeindlich....