Film «Fitna»

12. Februar 2009 18:19; Akt: 12.02.2009 20:33 Print

Islamkritiker in London verhaftet

Der wegen islamfeindlicher Äusserungen in Grossbritannien mit einem Einreiseverbot belegte niederländische Abgeordnete Geert Wilders ist auf dem Londoner Flughafen Heathrow in Gewahrsam genommen worden.

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Seine Abschiebung in die Niederlande stehe unmittelbar bevor, sagte Wilders am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Die britische Regierung hatte Wilders mitgeteilt, er sei nicht willkommen, weil er eine Bedrohung für «die Harmonie der Gemeinschaft und damit die öffentlichen Sicherheit» darstelle.

Die britische Botschaft in den Niederlanden informierte Wilders in dieser Woche darüber, dass er nicht ins Vereinigte Königreich einreisen dürfe. Der Abgeordnete kritisierte das Verbot als Versuch, die Redefreiheit zu unterdrücken, und reiste dennoch nach Grossbritannien. Dem britischen Premierminister Gordon Brown warf er vor, eine servile Haltung gegenüber dem Islam einzunehmen. Der britische Aussenminister David Miliband sagte dem Sender BBC, Wilders habe sich eines «extremen anti-muslimischen Hasses» schuldig gemacht.

In den Niederlanden wird gegen Wilders wegen Volksverhetzung ermittelt. 2007 hatte er erklärte, der Koran sollte ebenso wie «Mein Kampf» verboten werden, weil beide Bücher Abschnitte enthielten, die im Widerspruch zu westlichen Werten stünden. Sein Film «Fitna» sorgte im März 2008 weltweit für Aufsehen und für Empörung in der islamischen Welt. Ein Mitglied des Londoner Oberhauses hatte Wilders eingeladen, den 15-minütigen Film zu zeigen.

(ap)