Nahost-Konflikt

28. Juni 2011 07:12; Akt: 28.06.2011 07:53 Print

Israel lässt Gaza-Flottille nicht anlaufen

Noch diese Woche soll eine internationale Flottille mit Hilfsgütern den Gazastreifen anlaufen. Doch Israel zeigt sich entschlossen, die Ankunft zu verhindern. Die Armee hat bereits Anweisungen erhalten.

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Eine Aktivistin fordert Israel auf, die Gaza-Flotte einlaufen zu lassen. (Bild: Reuters)

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Israel bleibt hart: Eine internationale Flottille mit Hilfsgütern darf den Gazastreifen nicht anlaufen. Das hat der nationale Sicherheitsrat Israels bei einer nächtlichen Sitzung beschlossen.

Israel sei entschlossen, «die Ankunft der Flottille im Gazastreifen zu verhindern, mit so wenig Reibung wie nur möglich mit den Passagieren dieser Schiffe», zitierte die «Jerusalem Post» auf ihrer Website am Dienstagmorgen aus einer Mitteilung aus dem Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte zuvor mitgeteilt, dass die Armee entsprechende Anweisungen erhalten habe. «Wir werden sie zunächst warnen, wir werden erklären, wir werden Reibungen möglichst vermeiden, aber letzten Endes kann die Flottille nicht nach Gaza.»

Er forderte die Organisatoren auf, die Pläne aufzugeben. Nach israelischen Medienberichten, basierend auf Angaben aus Regierungskreisen, wurden einige der Aktivisten mit Chemikalien ausgerüstet, mit denen israelische Soldaten am Entern der Schiffe gehindert werden sollten.

Scharfe Kontrollen

Vor gut einem Jahr war ein Gaza-Hilfsschiff beim Durchbrechen der israelischen Seeblockade von Soldaten gestürmt worden. Bei der Aktion waren neun Aktivisten getötet worden.

Die acht bis zehn Schiffe der Flottille lagen unterdessen in Athen fest, da sie nach Darstellung der Aktivisten besonders genau kontrolliert wurden.

Die Organisatoren riefen internationale Organisationen dazu auf, ihre Schiffe zu kontrollieren, damit klar werde, dass sie nur Hilfsgüter und Medikamente transportierten. An Bord gehen wollen auch Parlamentsabgeordnete aus Frankreich, Norwegen, Schweden und Spanien.

«Sabotage»

Eines der Schiffe soll schwer beschädigt worden sein. Unbekannte hätten die Schiffsschraube und die Antriebswelle des griechisch- schwedischen Passagierschiffs am Montagabend abgeschlagen, sagte einer der griechischen Organisatoren der Flotte, Dimitris Plionis.

Er sprach von «Sabotage». Die Aktivisten wollen demnach aber versuchen, das Schiff zu reparieren und wie geplant noch in dieser Woche in See zu stechen.

(sda)