Nahost-Konflikt

19. Juli 2014 15:45; Akt: 19.07.2014 15:45 Print

Israel meldet militärische Erfolge

Die Bodenoffensive im Gazastreifen bringe Fortschritte, meldet Israel. Doch wieder werden Zivilisten getötet. Und die militanten Palästinenser machen weiter.

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Bei der Offensive im Gazastreifen meldet Israel militärische Erfolge. «Hamas und andere Terrororganisationen wurden hart, schmerzhaft und umfassend getroffen», sagte Militärchef Benny Gantz. Doch die Opferzahl steigt und steigt. Die Palästinenser zählten bis Samstag 325 Tote, darunter Frauen und Kinder. In Israel starb ein Zivilist bei einem palästinensischen Raketenangriff. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will sich persönlich in der Region für einen Waffenstillstand einsetzen.

Bereits seit 8. Juli gibt es Luftkämpfe zwischen Israel und Extremisten der im Gazastreifen regierenden Hamas und anderer Gruppen. Diese haben in den vergangenen Wochen mehr als 1600 Raketen auf Israel abgeschossen. Israel führte im Gegenzug 2350 Luftangriffe auf das Palästinensergebiet. In der Nacht zum Freitag folgte eine Bodenoffensive mit Tausenden Soldaten, Panzern und schwerem Gerät.

Mutter mit vier Kindern unter den Todesopfern

Am Samstag habe Israel seine Luftangriffe auf den Norden des Gazastreifens intensiviert, meldeten die palästinensischen Behörden. Es habe zahlreiche zivile Opfer geben, darunter eine Mutter und vier Kinder. Dutzende Verletzte seien ins Krankenhaus von Beit Lahija gebracht worden. Nach Darstellung der Palästinenser ist jedes fünfte Todesopfer ein Kind.

Trotz der hohen Opferzahlen in den eigenen Reihen beschwören radikale Palästinenser die Fortsetzung des Kampfes. «Das palästinensische Volk im Gazastreifen wird sich dem Feind nicht ergeben und wird nicht die weisse Flagge hissen», sagte Siad Nachala von der Organisation Islamischer Dschihad im palästinensischen Radio.

Militante Palästinenser dringen über Tunnel nach Israel ein

Tatsächlich gab es nicht nur den Raketenangriff auf die Stadt Dimona, bei dem ein 30-jähriger Israeli getötet und vier weitere verletzt wurden. Nach israelischen Angaben drangen auch erneut palästinensische Militante über einen Tunnel nach Israel ein und eröffneten das Feuer auf Soldaten. Diese schossen zurück und töteten einen Angreifer, wie es hiess. Die übrigen flohen, zurück nach Gaza.

Das israelische Militär hält die Offensive dennoch für wirkungsvoll. «Wir haben die beiden wichtigsten strategischen Errungenschaften der Hamas schwer getroffen: die Raketen und diese Tunnel», sagte Sprecher Peter Lerner. So seien nicht nur 13, teils bis zu 30 Meter tiefen Tunnel der Hamas aufgespürt worden. Bei Luftangriffen seien auch 1100 Raketenwerfer getroffen worden.

Wie lange die Bodenoffensive dauern soll ist unklar. Ursprünglich wurde ein Zeitrahmen von bis zu zwei Wochen genannt. Doch Militärchef Gantz bat bei einem Truppenbesuch um «strategische nationale Geduld», damit die Operation zu Ende geführt werden könne.

Ägypten wirbt für Schlichtungsplan

UN-Chef Ban kündigte für Samstag eine Reise in die Region an, liess aber offen, in welche Länder. Ägypten warb erneut für seinen von der Hamas abgelehnten Schlichtungsplan.

«Diese Initiative ist immer noch eine Chance für beiden Seiten, das Feuer einzustellen und das Blutvergiessen zu beenden», sagte Aussenminister Sameh Schukri am Samstag. «Wir hoffen, dass beide Seiten sie akzeptieren.»

(sda)