Wegen schlechtem Lohn

16. August 2010 22:55; Akt: 16.08.2010 19:36 Print

Israels Diplomaten streiken

von Deborah Rast - Streik im Aussenministerium Israels: Botschafter erscheinen in Flipflops zur Arbeit und den Mossad-Agenten wurde die finanzielle Unterstützung verweigert.

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Im israelischen Aussenministerium herrscht zurzeit grosser Unmut. Grund: Die Staatsdiener haben herausgefunden, dass ihre Kollegen im Verteidigungsministerium und bei den Nachrichtendiensten teilweise mehr als doppelt so viel verdienen wie sie. Um sich gegen diese Ungleichbehandlung zu wehren, griffen die Beamten auf eine subtile Art des Protestes zurück.

So kamen vielerorts Diplomaten in Jeans und Flipflops zur Arbeit. Auch Arbeitsverweigerung steht bei den unzufriedenen Beamten hoch im Kurs. So musste der russische Aussenminister Sergei Lawrow bei seinem Besuch in Israel auf einen offiziellen Empfang verzichten – weil ihn schlichtweg niemand organisiert hatte. Auch die Frau des estnischen Staatspräsidenten hatte unter der Verweigerungshaltung zu leiden. Der vom Aussenministerium gestellte Fahrer liess sie in einem Restaurant sitzen. «Die Zeit ist gekommen, dass der Staat aufhört, uns als Angestellte zweiter Klasse zu behandeln», so der Vorsitzende des Arbeiterkomitees Hanan Goder gegenüber der «Jerusalem Post».

Neustes Opfer des Protestes ist der Mossad. Dessen Agenten hatten den Staatsbesuch Netanjahus in Griechenland organisiert, nachdem sich die Angestellten des Aussenministeriums geweigert hatten. Nun wird dem Mossad jegliche diplomatische Hilfe verweigert. Auch die Unkosten der ausländischen Agenten werden nicht mehr bezahlt.