Britischer Geheimdienst

24. August 2014 11:46; Akt: 25.08.2014 15:54 Print

Ist das der Mörder des US-Journalisten Foley?

Der Mann, der den US-Journalisten James Foley enthauptet hat, sei ein 23-jähriger Mann aus London. Dies schreibt eine britische Zeitung und beruft sich auf Geheimdienstquellen.

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In der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat befinden sich noch mindestens zwei westliche Geiseln: Der britische Journalist (Bild) und eine US-Amerikanerin, deren Identität nicht veröffentlicht wird. Cantlie wird vom IS zu Propagandazwecken missbraucht: In bisher drei Videos, die die Terrormiliz im September und Oktober 2014 veröffentlichte, vertrat er die Sache der Terroristen. Im November 2012 war Cantlie zusammen mit dem US-Journalisten James Foley (nicht im Bild) in Syrien entführt worden. Am 16. November 2014 veröffentlichte der IS ein Video, das die Ermordung des 26-jährigen US-Hilfsarbeiters zeigt. Kassig konvertierte während seiner Gefangenname zum Islam und nahm den Namen Abdul-Rahman an. Er war im Oktober 2013 in Syrien entführt worden. Sein Vater Ed ist Lehrer, seine Mutter eine Krankenschwester. Am 3. November 2014 wurde das Video der Ermorung von veröffentlicht. Der 43-jährige Brite arbeitete für eine Hilfsorganisation. Im Dezember 2013 war er in Syrien entführt worden. Am 13. September 2014 veröffentlichte der IS das Video von der Ermordung des 44-jährigen Briten . Er hatte für eine Hilfsorganisation in Syrien gearbeitet, als er im März 2013 entführt wurde. Am 2. September 2014 veröffentlichte die Terrormiliz IS ein Video, das die Ermordung des 31-jährigen US-Journalisten dokumentiert. Der Amerikaner Sotloff berichtete aus Libyen und Syrien, er sprach gut Arabisch. Im Jahr 2013 war er im syrischen Aleppo entführt worden. Am 19. August 2014 erschien das erstes Video der Terrormiliz IS, auf dem die Ermordung des 40-jährigen US-Journalisten zu sehen ist. Er machte Obama für seinen Tod verantwortlich. Experten gehen davon aus, dass die Opfer gehofft hatten, damit ihr Leben retten zu können. war als freischaffender Journalist in Syrien tätig, bevor er im November 2012 entführt wurde. Er galt als äusserst liebenswürdiger Mensch, der über die Leiden der Bevölkerung in Syrien berichten wollte. Foleys Eltern John und Diane erzählten an einer Pressekonferenz von ihrem Sohn, auf den sie jetzt stolz sind.

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Britische Geheimdienste haben den Mörder des US-Journalisten James Foley nach Angaben der «Sunday Times» identifiziert. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht vom Sonntag auf nicht genannte hohe Regierungsquellen. Bei dem mutmasslichen Mörder soll es sich demnach um Abdel-Majed Abdel Bary aus London handeln. Wie die «Sunday Times» schreibt, kommt der 23-Jährige offenbar aus reichem Haus. So wohnte seine Familie in einem millionenteuren Anwesen in Maida Vale, das im Westen von London gelegen ist.

Abdel-Majed Abdel Bary soll einer von sechs Kindern sein und ursprünglich aus Ägypten stammen. 1993 habe die Familie in Grossbritannien Asyl beantragt. Wie die «Daily Mail» bereits im Dezember 2013 berichtete, sei er Fan von Osama Bin Laden.

Auch Barys Vater sorgte schon für Schlagzeilen. So soll Bary senior einen engen Kontakt zu Osama Bin Laden gehabt und eine Terrorzelle in London aufgebaut haben. Bary Senior wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er sei in die Bombenanschläge auf die US-Botschaft in Ostafrika im Jahr 1998 involviert gewesen sein.

Rapper «Lyricist Jinn»


Bary junior soll dagegen für die Enthauptung des US-Journalisten Foley verantwortlich sein. Er war im November 2012 in Syrien verschwunden. Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) enthauptete ihn als Rache für US-Luftangriffe im Nordirak und veröffentlichte dazu am vergangenen Dienstag ein Propagandavideo. Auf dem Video war ein maskierter Mann mit britischem Akzent zu sehen, der auf den Spitznamen «Dschihadi John» hören soll.

Der Mann versuchte sich unter dem Pseudonym «Lyricist Jinn» als Rapper:

Grossbritanniens Aussenminister Philip Hammond drückte am Sonntag seine Abscheu darüber aus, dass der Mörder Foleys Brite sein soll. «Dies ist ein Betrug an unserem Land, unseren Werten und an allem, wofür wir stehen», schrieb er in der «Sunday Times.»

Nach Angaben der Zeitung wurden Einzelheiten zu der angeblich identifizierten Person von den Regierungsquellen nicht bestätigt. Der Mann habe vor kurzem über Twitter ein Bild von sich verbreitet, auf dem er einen abgetrennten Kopf hochhält, heisst es in dem Bericht. Er habe seine Familie in Nord-London im vergangenen Jahr verlassen, um für die Terrorgruppe zu kämpfen.

Wachsende Zahl britischer Dschihadisten

Nach Einschätzung der britischen Geheimdienste und der Polizei entscheiden sich pro Monat etwa 20 britische Extremisten, in Syrien oder im Irak für den IS zu kämpfen. Etwa 500 sollen schon dort sein.

Sie reisen meist über die Türkei in die Krisengebiete ein. Nach Medienberichten vom Sonntag will London in Gesprächen mit der türkischen Regierung darauf dringen, dass die Grenzen besser kontrolliert werden.

Wenn die Terroristen nicht gestoppt würden, «werden sie früher oder später auf britischem Boden zuschlagen», schrieb Hammond. Der Kampf gegen den Terror könne «Generationen» dauern. Die Regierung halte zur Lösung dieses «langfristigen» Problems erhebliche Mittel bereit.

(pwe/sda)