Rakete sichergestellt

16. Juli 2019 09:38; Akt: 16.07.2019 09:38 Print

Ist der Tessiner ein Profi-Waffenschieber?

In seiner Heimat gilt er als Unbekannter. Der Fokus des Tessiner Raketenhändlers liegt wohl auf Italien.

Bei einer Kontrolle der Polizei wurden in Turin drei Männer verhaftet und ein grosses Waffenarsenal sowie Nazi-Propaganda beschlagnahmt. Quelle: AFP
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In Bissone wohnt er, in Melide existiert ein Postfach für seine Firma, doch niemand kennt den 42-jährigen Tessiner, der am Montagmorgen bei einer Razzia in Turin festgenommen wurde. Sein Wohnort wirkt verlassen, und kein Schild deutet auf seine Firma hin. Es könnte sich um eine einfache Fassade handeln, um die Waffengeschäfte in Italien zu verschleiern.

Wie der Sender Rai 1 berichtet, versuchte der Mann, eine Luft-Luft-Rakete von den katarischen Streitkräften auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Laut den Ermittlern wollte A. M.* die Waffe ukrainischen Separatisten verkaufen.

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Erste Ermittlungen zeigen, dass es sich beim 42-Jährigen um einen Profi handeln könnte. Der Mann ist laut Polizei tatsächlich als Geschäftspartner «einiger italienischer Kämpfer mit extremistischen Ideologien» aufgetreten.


Gemäss Handelsregister ist seine Firma im Bereich «Verkauf, Vermietung, Verwaltung und Vermittlung im Bereich der Luftfahrtmechanik» tätig. Sein Sortiment könnte er jedoch mit der Rakete ausgeweitet haben. Die Rakete wurde in einem grossen Lagerhaus seines Geschäftspartners entdeckt.

Bei der Razzia wurde neben der Rakete französischer Bauart ein ganzes Waffenarsenal beschlagnahmt: Sturmgewehre, Pistolen und Munition. Auch Material mit Nazisymbolen sei sichergestellt worden, teilte die Polizei in Turin am Montag mit.

*Name der Redaktion bekannt

(fss/rab/kle)