Samra oder Sabina

15. September 2014 16:43; Akt: 15.09.2014 16:44 Print

Ist eine der Wiener IS-Kriegerinnen tot?

Die zwei vermissten Wiener Schülerinnen gelten als Aushängeschilder der Terrormiliz IS. Jetzt melden österreichische Medien, dass eine der beiden ums Leben gekommen ist.

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Seit Samra Kesinovic (16) und Sabina Selimovic (15) am 10. April von ihrem Wiener Zuhause verschwunden sind, rätseln Ermittler über ihren Verbleib. Laut eigenen Angaben wollten sie in den syrischen Bürgerkrieg ziehen. Jetzt soll eine von beiden ums Leben gekommen sein, berichtet die Zeitung «Salzburger Nachrichten».

Der Zeitungsbericht bezieht sich auf Einträge aus sozialen Plattformen. Ausserdem sollen jene beiden Wienerinnen, die vergangene Woche von der Polizei in Graz auf dem Weg nach Syrien gestoppt worden waren, vom Tod des Mädchens erzählt haben, gibt das ORF an.

30 Wiener Jugendliche finden IS gut

Beim österreichischen Innenministerium gibt man sich indes vorsichtig: «Wir verfügen ebenfalls über diese Information und haben sie geprüft, können aber nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob sie stimmt. Aber die Eltern wurden informiert, dass ihre Tochter tot sein könnte», sagte Sprecher Alexander Marakovits zu den «Salzburger Nachrichten». Ob es sich bei der verstorbenen Gotteskriegerin um Samra oder Sabina handelt, ist nicht bekannt.

Die Beweggründe der zwei bosnischstämmigen Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren sind nach wie vor unklar. Vor ihrer Abreise sollen sie Kontakt zu tschetschenischen Jugendlichen gehabt und eine Moschee im zweiten Wiener Gemeindebezirk besucht haben.

Aus Syrien selbst sollen sich die Teenager nach ihrer Ausreise durch die Türkei häufig über soziale Netzwerke gemeldet haben. Laut Ermittlungen des Innenministeriums sowie von Interpol sollen Samra und Sabina als Aushängeschild der Terrororganisation Islamischer Staat (IS, vormals Isis) gewirkt haben. «Sie chatten auf einschlägigen Plattformen mit Jugendlichen. Sie schildern, wie toll das Leben an der Front sei und verherrlichen die Massaker an Ungläubigen», hatte vergangene Woche ein Insider der «Kronen»-Zeitung erzählt.

Nach offiziellen Angaben haben sich bisher 142 Personen aus Österreich auf den Weg in Länder wie Syrien, den Irak und Afghanistan gemacht, um dort als Dschihadisten zu kämpfen. Es könnten aber bald noch mehr sein: Laut eines Berichts des ORF treffen sich im Wiener Jugendzentrum Back Bone einmal pro Woche 30 muslimische Jugendliche. Die jungen Leute fühlten sich von den Grausamkeiten der Terrormiliz Islamischer Staat nicht abgestossen und zeigten offen, dass sie den IS gut finden, heisst es im Bericht.

(kle)