43 Tote in Genua

14. August 2019 11:29; Akt: 14.08.2019 14:16 Print

Italien gedenkt der Opfer des Brückeneinsturzes

In Genua fand ein Jahr nach dem tragischen Brückeneinsturz mit 43 Toten eine Gedenkfeier statt. Viele Angehörige nahmen daran teil.

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Die Angehörigen trauern um die Opfer des Einsturzes der Morandi Brücke vor einem Jahr in Genua. 43 Menschen kamen am 14. August 2018 ums Leben. In Genua wurde nun eine Gedenkzeremonie abgehalten. Innenminister Salvini spricht mit der Angehörigen eines Opfers. Man trauert gemeinsam... Salvini dankt den Feuerwehrmännern für ihren Einsatz. Für 11.36 Uhr, die Uhrzeit, zu der sich der Brückeneinsturz vor einem Jahr ereignete, rief Genuas Bürgermeister Marco Bucci zu einer Schweigeminute auf. Die Häuser unter der Brücke waren extrem gefährdet. Tausende Einwohner von Genua nahmen vor einem Jahr an der Trauerfeier in der Messehalle teil. 18 Särge standen aufgebahrt. Darunter ein kleiner weisser für den achtjährigen Samuele, das jüngste Opfer. Für die Feuerwehrleute gab es spontanen Applaus. Auch Spieler von Genoa und Sampdoria nahmen an der Zeremonie teil. Viele Anwohner der eingestürzten Brücke mussten ihre Häuser verlassen. Die meisten von ihnen kommen bei Freunden oder Verwandten unter, einige werden in Hotels untergebracht. Die Morandi-Brücke befindet sich auf einem der wichtigsten Knotenpunkte des europäischen Verkehrs, genau an der Kreuzung der Autobahnen A10 und A7. Die A10 entlang der Riviera ist eine zentrale Verbindungsstrasse nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei und vor allem bekannt als berühmte Urlaubsverbindung «Autostrada dei Fiori». Nächtliche Bergungsarbeiten: Ein Mann des Rettungsteams durchsucht die Autowracks nach Verwundeten und Leichen. Die Rettungskräfte inspizieren die eingestürzten Brückenpfeiler. Bei den nächtlichen Rettungsarbeiten wurden weitere Leichen geborgen. Die Suche nach Verschütteten geht in der Nacht weiter: Lampen helfen den Einsatzkräften bei der Arbeit. (14. August 2018) Die Rettungsarbeiten dauern auch am späten Abend noch an. Die Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. Eine Luftaufnahme der Feuerwehr nach dem Einsturz der Morando-Brücke. Rettungshelikopter landen an der Unglücksstelle. Rettungskräfte bergen eine verletzte Person. Der Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua fordert mindestens 35 Todesopfer. Insgesamt fand man in den Trümmern bisher 11 Überlebende. Ein Lastwagen konnte kurz vor Ende der Brücke bremsen. Die Morandi-Brücke befindet sich auf der A10. Die Autobahn, die über die Brücke führt, ist vierspurig. Die Brücke führte über ein Industriegebiet. Menschen und Autos wurden unter den Trümmern begraben. Laut der Feuerwehr haben sich Autos auf der Brücke befunden, als sie eingestürzt ist. So sah die Brücke vor dem Einsturz aus. Laut Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe und auf etwa hundert Metern ein. Zunächst war nichts über die Anzahl Opfer bekannt. Die Brücke war stark befahren. Dem Unglück ging ein grosses Unwetter zuvor. Die Autobahn 10 wurde gesperrt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, vermuteten die Behörden, dass der Einsturz durch Schwächen am Bau ausgelöst worden sei. Die Tageszeitung «La Repubblica» schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sind. Rettungskräfte aus der ganzen Region waren im Einsatz. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Vertreter der italienischen Regierung vor Ort in Genua. (15. August 2018)

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Ein Jahr ist es nun her, dass beim Einsturz der Morandi-Brücke im norditalienischen Genua 43 Menschen ums Leben kamen und dutzende weitere verletzt wurden. Die früher viel befahrene Brücke wurde mittlerweile abgerissen, aber die Angehörigen der Opfer und die Anwohner der Brücke haben mit der Tragödie noch nicht abgeschlossen.

Am Mittwoch wird des Unglücks vom 14. August 2018 gedacht, bei dem die Brücke während heftigen Regens auf einer Strecke von etwa 200 Metern weggebrochen war. Für 11.36 Uhr, die Uhrzeit, zu der sich der Brückeneinsturz vor einem Jahr ereignete, rief Genuas Bürgermeister Marco Bucci zu einer Schweigeminute auf.

«Vorhersehbare Tragödie»

Die 1,2 Kilometer lange Morandi-Brücke wurde zwischen 1963 und 1967 gebaut. Ihr Architekt, der bereits verstorbene Ingenieur Riccardo Morandi, war für seine Brückenbauten berühmt, bei denen er eine spezielle Konstruktionsweise mit Spannbeton, also Beton mit gespannten Stahleinlagen, verwendete. Nach ihm wurde diese Bauweise Experten zufolge allerdings nicht mehr verwendet.


Die Ingenieurswebseite ingegneri.info nannte den Brückeneinsturz unmittelbar nach dem Unglück eine «vorhersehbare Tragödie». Es habe immer schon «strukturelle Zweifel» an Morandis Bau gegeben.

2009 wurde über Abriss nachgedacht

Eigentlich seien Brücken wie diese auf etwa ein Jahrhundert angelegt gewesen, hiess es bei ingegneri.info weiter. Die Morandi-Brücke sei aber bereits in den Jahren nach der Fertigstellung baufällig geworden. Zuletzt mussten demnach Anfang der 2000er Jahre Tragseile ersetzt werden, die erst in den 80er und 90er Jahren eingebaut worden waren. Zum Unglückszeitpunkt wurden Wartungsarbeiten an dem Bauwerk vorgenommen.

Schon im Jahr 2009 war über einen Abriss nachgedacht worden, doch jedes Jahr fuhren 25 Millionen Autos weiter über die Morandi-Brücke. Ausserdem überspannte das Bauwerk dutzende Bahngleise sowie ein Gewerbegebiet mit Gebäuden und Fabriken. Die Autobahnbrücke war Teil der sogenannten Blumenautobahn A10, einer auch von zahlreichen Touristen genutzten wichtigen Verkehrsachse an der italienischen Riviera, die Genua mit Ventimiglia an der französischen Grenze verbindet.

Nach Plänen der italienischen Regierung soll eine von Star-Architekt Renzo Piano entworfene neue Brücke schon im kommenden April für den Verkehr freigegeben werden. «Diese Brücke soll tausend Jahre halten und aus Stahl sein», hatte der aus Genua stammende Architekt im vergangenen September verkündet. Am früheren Standort der Morandi-Brücken liegen allerdings immer noch Stahl- und Trümmerteile. Der Einsturz und der Abriss der Brücke hat eine offene Wunde in Genua hinterlassen.

(fss/afp)