Attentäter erschossen

27. Dezember 2016 17:57; Akt: 27.12.2016 17:57 Print

Italiener fürchten sich vor Rache des IS

Die beiden Polizisten, die den Berliner Attentäter stoppten, werden gefeiert. Doch es gibt Polemiken – und echte Gefahren.

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Luca Scatà (29) und Cristian Movio (35) sind die Helden der Stunde. In Deutschland gibt es einige Politiker, die die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die italienischen Polizisten fordern.

Die vielen Ehrbezeugungen empfinden die Betroffenen eher als unangenehm. «Ich habe nichts Heroisches gemacht, sondern nur meine Arbeit erledigt», sagte Cristian Movio, den der Attentäter von Berlin, Anis Amri, angeschossen hatte.

Helden unter Polizeischutz

Movio konnte das Spital wieder verlassen. Dessen Eltern sind stolz, aber auch beunruhigt, weil die Identität ihres Sohnes publik geworden ist.

Höchste Regierungsstellen hatten die Namen der beiden Polizisten publik gemacht – und sie ernteten dafür viel Kritik und Häme. Seither stehen sie rund um die Uhr unter Polizeischutz.

Personenkontrollen, Barrieren aus Zement und Sondereinheiten

Nach dem Tod Amris «befürchten wir Racheaktionen gegen uns», sagte Maurizio Vallone, der den landesweiten Polizeieinsatz im Kampf gegen den Terror koordiniert. Mit dem Attentäter von Berlin habe die Polizei in Italien erstmals einen islamistischen Terroristen getötet, darum stünden Polizisten wohl zuoberst auf der Liste möglicher Anschlagsziele, meinte Vallone.

Laut Vallone werden bei allen Grossveranstaltungen an Silvester Personenkontrollen durchgeführt, wie sie bei Fussballstadien praktiziert werden. Zudem sollen rund um die Veranstaltungsorte Barrieren aus Zement sowie weitere Hindernisse aufgestellt werden, um allfällige Attacken mit Lastwagen oder anderen Fahrzeugen zu verhindern. Und nicht zuletzt werden Anti-Terror-Spezialeinheiten zum Einsatz kommen.

Übernommen von Tagesanzeiger/Newsnet, bearbeitet von 20 Minuten

(vin/pat)