Gedenkfeiern

06. August 2010 06:14; Akt: 06.08.2010 09:21 Print

Japan gedenkt der ersten Atombombe

Die japanische Stadt Hiroshima trauert. Heute jährt sich der erste Atombombenabwurf zum 65. Mal. Erstmals nahm auch ein US-Botschafter an der Gedenkveranstaltung teil.

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Zwei japanische Frauen trauern. (Bild: Keystone)

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Japan gedenkt der hunderttausenden Opfer von Hiroshima, die durch eine amerikanische Atombombe getötet wurden. Nebst dem US-Botschafter John Roos kam auch Ban Ki Moon als erster UNO-Generalsekretär zu der Zeremonie, der Vertreter aus mehr als 70 Ländern beiwohnten. Roos sagte in einer Erklärung, «künftigen Generationen zuliebe müssen wir daran weiterarbeiten, eine Welt ohne Nuklearwaffen zu verwirklichen». Es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solcher Konflikt nie wiederhole.

Ban sagte, er werde eine Abrüstungskonferenz für September nach New York einberufen. Dort werde er auf Verhandlungen über weitere nukleare Abrüstung drängen. Der UNO-Generalsekretär sprach sich erneut für eine Abschaffung von Atomwaffen aus. Eine Welt ohne Massenvernichtungswaffen sei «der einzige vernünftige Weg zu einer sichereren Welt». «Solange Atomwaffen existieren, leben wir unter einem nuklearen Schatten», sagte Ban.

Japan hat «moralische Verantwortung»

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan begrüsste das Kommen von Ban und Roos. Er hoffe, sie würden den Wunsch der Japaner akzeptieren, dass Atomwaffen nie wieder Schaden verursachen. Er versprach, dass Japan aktiv Abrüstungsvorschläge machen werde. Im Kampf gegen Atomwaffen trage Japan als einziges Land, auf das jemals Atombomben abgeworfen worden seien, eine «moralische Verantwortung», sagte Kan.

Der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, forderte in seinem Friedensappell die japanische Regierung dazu auf, auf den atomaren Schutzschild des Sicherheitspartners USA zu verzichten. Japan solle bei der nuklearen Abrüstung eine Vorreiterrolle übernehmen, verlangte Akiba.

US-Präsenz kommt «zu spät»

Haruko Moritaki von der Hiroshima-Allianz zur Abschaffung von Atomwaffen sagte, dass die Anwesenheit der USA «zu spät» komme. Die Vereinigten Staaten seien das einzige Land auf der Welt, das Atombomben abgeworfen habe. Und sie besässen immer noch Nuklearwaffen, kritisierte Moritaki. Die USA hatten am 6. sowie am 9. August 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Hunderttausende Menschen starben sofort und auch heute sterben immer noch Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung.

Seit der letzten Gedenkveranstaltung vor einem Jahr seien mehr als 5500 Menschen an den Folgen gestorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer sei auf 269'446 gestiegen, hiess es in japanischen Quellen. Niemals zuvor oder danach wurden Atomwaffen eingesetzt.

1000 Tauben als Friedenssymbol

Die Gedenkveranstaltung begann mit Kranzniederlegungen. Um 8.15 Uhr Ortszeit, der Zeit, in der vor 65 Jahren die Atombombe über Hiroshima abgeworfen wurde, ertönte in Hiroshima die Friedensglocke. Es wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Später flogen 1000 Tauben als symbolische Geste für den Frieden in den Himmel. An den Gedenkfeierlichkeiten nahmen auch Vertreter der Atommächte Frankreich und Grossbritannien teil.

(sda)