Strengere Sicherheits-Vorkehrungen

07. November 2014 08:10; Akt: 09.11.2014 11:22 Print

Japan startet erstes AKW nach Fukushima-Unglück

Seit der Fukushima-Katastrophe im März 2011 lagen alle AKW in Japan still. Trotz Bedenken einiger Anwohner gehen zwei Reaktoren einer Anlage wieder ans Netz.

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Fast vier Jahre nach der verheerenden Katastrophe von Fukushima kann das erste Atomkraftwerk in Japan voraussichtlich Anfang 2015 wieder ans Netz gehen. Der Gouverneur von Kagoshima, Yuichiro Ito, gab dafür am Freitag die Genehmigung. Zwei Reaktoren der Anlage im südjapanischen Sendai könnten trotz der Bedenken einiger lokaler Anwohner wieder gestartet werden, sagte er. Für die Anlage gelten neue, strengere Sicherheitsvorkehrungen.

Seit der Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011, die ein Erdbeben und ein anschliessender Tsunami ausgelöst hatten, liegen alle 48 Atomkraftwerke des Landes still. Reparaturen und Sicherheitsprüfungen wurden vorgenommen. Ministerpräsident Shinzo Abe will trotz heftiger Proteste in der Bevölkerung als sicher erachtete Anlagen wieder in Betrieb nehmen lassen. Eine verlängerte Stilllegung schade der Wirtschaft, argumentiert seine Regierung.

Sicherheitstests bestanden

Im September hatten erste Reaktoren die seitdem geltenden verschärften Sicherheitstests bestanden. Die Atomaufsichtsbehörde des Landes hatte einen entsprechenden Inspektionsbericht über die Atomanlage in Sendai abgesegnet. Damit nahm das von der Firma Kyushu Electric Power betriebene Atomkraftwerk eine wichtige Hürde, um als landesweit erste Anlage wieder an das Netz gehen zu können.

Die Ankündigung vom Freitag ist der letzte Schritt, bevor die Reaktoren dann voraussichtlich Anfang kommenden Jahres wieder in Betrieb genommen werden können. Einige Einwohner der Stadt Satsumasendai, in der die Anlage liegt, waren mit der Entscheidung nicht einverstanden. Rund 200 Menschen protestierten dagegen. Sie riefen: «Schützt das Leben der Einwohner» und «Schämt euch», wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Sorge wegen Vulkanen

Sie sind vor allem wegen einiger noch aktiver Vulkane rund um die Atomanlage besorgt. Vulkanausbrüche seien nicht vorauszusagen, wie der kürzliche Ausbruch eines Vulkans im Norden Japans gezeigt habe, argumentieren sie. Wirtschaftsminister Yoichi Miyazawa sagte, es sei sehr wichtig, das Verständnis der örtlichen Bewohner zu gewinnen.

Japans Vorgängerregierung hatte unter dem Eindruck der Katastrophe in Fukushima die Atomkraft als Energiequelle aufgeben wollen. Damals hatte ein Beben der Stärke 9,0 vor der Küste von Tohoku einen verheerenden Tsunami ausgelöst, der wiederum zu Kernschmelzen in Fukushima führte. In der Atomanlage wurden vier der sechs Reaktoren zerstört, die Umgebung wurde verstrahlt. Zehntausende Anwohner mussten die Gegend vorübergehend verlassen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas am 07.11.2014 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deswegen

    Meines Wissens nach hatten mehrere Teile Japans, unter anderem die Hauptstadt Tokyo immer wieder mit vielen Blackouts, also Stromausfällen zu kämpfen. Die Abhängigkeit von dem Strom der AKWs war zu hoch als dass man jetzt einfach ohne sie auskommt.

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  • Michael Hasler am 07.11.2014 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Importstrom und Krise

    importiert. Schau dir mal die Aussenhandelsbilanz, die Veränderungen beim Yen und die Geldpolitik an. Japan steht vor einer Krise und die Abhängigkeit in der Stromwirtschaft seit Fukushima ist da nicht gerade hilfreich.

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  • Guido am 07.11.2014 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Atomkraft, ja, aber...

    ... bitte nicht mit all den uralt Kraftwerken aus der ersten Stunde der Kernspaltung. Das geht heute sicherer und effizienter. Nur leider geht es den Betreibern nur um Gewinnmaximierung. Atomkraft wäre eine andere, wenn die Betreiber und Stromkonzerne endlich mal Verantwortung übernehmen würden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr.Sheldon Cooper am 08.11.2014 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Test

    Haben die sich auf Verrücktheit testen lassen?

  • M.A am 07.11.2014 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Atomkraft nutzen

    Klar ist das eine riskante Energiezufuhr, aber die Menschheit hat es auf die Welt geschafft und jetzt müssen wir mit diesem Risiko leben. Wir können nicht einfach den "Schalter", wie es die Grünen und Politiker (die eh keine Ahnung haben) nennen , drücken und den Betrieb einstellen. Die Strahlung wird nach Millionen Jahren minim sinken. Deshalb sollte man es nutzten und an den Sicherheitsvorkehrungen am Kraftwerk arbeiten.

    • Hans Fischer am 07.11.2014 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wenn

      Jemand da eine wirklich brauchbare Alternative hat, soll er das sagen. Ich höre...... warum ist es so still?

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  • burning am 07.11.2014 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte

    macht doch einfach solar kraftwerke schadet der umwelt, bis au die herstellung, nichts und ist 100 mal sicherer

    • Mr. White am 07.11.2014 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Weder noch!

      Solar ist keine Zukunft! Die Herstellung und die Ressourcen für Solarpanels sind zu verschwenderisch! Tesla hatte die Lösung und wurde totgeschwiegen. Das Magnetfeld nutzen wäre das beste! Aber natürlich nicht für die Wirtschaft.

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  • Strahler am 07.11.2014 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Radon

    Und was stand letzthin in der Zeitung, 200 Tote in der Schweiz wegen Radon und kein Mensch regt sich auf. Die Bevölkerung in den Alpen ist teilweise einer grösseren Strahlung ausgesetzt als in Aussenbezirken von Fukushima.

  • Energie Wissenschaftler am 07.11.2014 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Physikalisches Minderwissen

    Wer wirklich noch daran glaubt, man könne ohne Atomstrom auskommen, der irrt sich. Es gibt garkeinen Platz für soviel alternativenergie, und das problem von windstillen Zeiten, und dunkler Nächte ist immernoch nicht gelöst. Atomstrom ist ebenfalls der sicherste, und sauberste Strom, klar, von Solarzellen stirbt fast niemand....doch die herstellung ist ein unglaublich schmutziger Prozess. Ein weiterer Irrglaube ist, das erhöte Strahlung gefährlich ist, in grossen teilen des Fuku - und Cherno Sperrgebietes, ist die Strahlung niedriger als in den Schweizer Bergen........