21. April 2005 12:39; Akt: 21.04.2005 12:39 Print

Japan und China: Gipfeltreffen am Wochenende?

Angesichts der Spannungen mit China hofft Japan auf ein klärendes Gespräch von Spitzenpolitikern beider Staaten auf dem Afrika-Asien-Gipfel am Wochenende in Jakarta.

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Peking prüfte am Donnerstag noch die Teilnahme an einem solchen, auch von UN-Generalsekretär Kofi Annan angeregten Treffen. Zu dem Gipfel werden neben zahlreichen weiteren Politikern der chinesische Präsident Hu Jintao und der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi erwartet.

Der japanische Aussenminister Nobutaka Machimura sagte, er sei zuversichtlich, dass ein Treffen Hus und Koizumis zu Stande komme. Ein Termin dafür sei allerdings noch nicht festgelegt worden. Hintergrund der Krise ist unter anderem die Empörung über die Zulassung eines neuen japanischen Geschichtsbuchs. Darin werden aus chinesischer Sicht japanische Kriegsverbrechen verharmlost.

Machimura wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. Er glaube nicht, dass die Texte in China, Korea oder anderen asiatischen Ländern Probleme hervorriefen. «Kein einziges Schulbuch glorifiziert oder rechtfertigt japanische Aktionen während des Kriegs, seien es die Kolonisierung Koreas oder die Invasion Chinas oder Aggressionsakte in anderen Teilen Asiens», sagte er. Er glaube, dass niemand die bewussten Bücher tatsächlich gelesen habe.

In der Krise bemüht sich China inzwischen um Schadensbegrenzung. Am Mittwoch rief Aussenminister Li Zhaoxing nach den gewaltsamen antijapanischen Protesten der vergangenen Wochen die Bevölkerung erstmals öffentlich zur Ruhe auf. Am Donnerstag kündigte die Regierung in Peking an, im Ruhestand befindliche Diplomaten an chinesische Universitäten zu entsenden, um dort die Bedeutung der chinesisch-japanischen Beziehungen zu erläutern. «Friedliche Koexistenz und Zusammenarbeit ist die einzig richtige Wahl», sagte Aussenamtssprecher Qin Gang.

(ap)