Presseschau

16. März 2011 19:23; Akt: 16.03.2011 19:23 Print

Japanische Medien berichten anders

Die Berichterstattung der japanischen Medien unterschiedet sich stark von der westlichen. Dort stehen weniger die AKWs als menschliche Schicksale im Mittelpunkt.

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Im Westen ist man oft verblüfft über die Gelassenheit der Japaner trotz der Jahrhundertkatastrophe in ihrem Land. Die japanischen Medien stellen in ihrer Berichterstattung auch eher konkrete menschliche Schicksale als die neuesten Hiobsbotschaften aus dem AKW Fukushima in den Vordergrund. Die Rettungsaktionen der Erdbeben- und Tsunami-Opfer werden emotional abgehandelt.

Die zentrale und schnellste Informationsquelle in Japan ist der Fernseher. Vor allem der staatliche Fernsehkanal NHK, der sich schon immer um eine seriös-neutrale, aber auch patriotische Berichterstattung bemüht hat, räumt demoralisierenden Katastrophenmeldungen keinen Platz ein. Welche Massnahmen die Tokioter bei einem Super-GAU und bei ungünstiger Windrichtung ergreifen sollen, ist bis jetzt nur sporadisch kommuniziert worden. Schlagzeilen wie «Jod-/Cäsium-Gehalt im Fukushima-Leitungswasser» oder «Mögliches Leck im Reaktor 2» sind eher die Ausnahme. Die Japaner pflegen einen beharrlichen Zweckoptimismus.

(dap/kri)