Giffords-Attentäter

09. März 2011 22:51; Akt: 10.03.2011 08:25 Print

Jared L. plädiert auf «nicht schuldig»

Jared L. steht wegen des Attentats auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords vor Gericht. Er streitet die Tat ab.

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Am 8. Januar 2011 wurden kurz nach zehn Uhr morgens Ortszeit Besucher einer öffentlichen Bürgerfragestunde der demokratischen Kongressabgeordneten attackiert. Gabrielle Giffords war das erste Ziel und wurde durch einen gezielten Kopfschuss aus nächster Nähe schwer verletzt. Nachfolgend wurden sechs Personen getötet, darunter der für Arizona zuständige Bundesrichter John McCarthy Roll und ein neunjähriges Mädchen, 13 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt. Am 12. Juni 2011 wurden erste Fotos der beim Attentat schwer verletzten Gabrielle Giffords veröffentlicht. Einige Tage nach dem Anschlag in Arizona versuchten sich die politischen Lager zu profilieren. Sarah Palin setzte sich mit einem Video in Szene. Die neunjährige Christina Taylor Green wurde am 13. Januar beigesetzt. Die trauernde Familie nahm Abschied. Ein Bild des kahlrasierten Attentäters Jared Loughner, welches das Büro des Sherifs veröffentlichte. Millionen von US-Amerikanern hielten zwei Tage nach dem Attentat inne, um der Opfer des Blutbads zu gedenken. Michelle und Barack Obama waren tief erschüttert trauerten mit den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs. Im ganzen Land wehten die Flaggen auf Halbmast. Der beschuldigte Schütze der Schiesserei in Tucson, Jared Loughner, wurde am Tag nach dem Attentat von der Staatsanwaltschaft Arizona in fünf Punkten angeklagt, darunter wegen Mordversuchs an der Politikerin Gabrielle Giffords. (Im Bild: Loughner im März 2010) Die Behörden beschrieben ihn als eine Person mit einer schwierigen Vergangenheit. Dieses Bild stammt von Loughners MySpace-Seite. So ist Loughner im Jahrbuch 2006 der Mountain View High School abgebildet. Ein früherer Schulkamerad beschrieb den 22-Jährigen als Einzelgänger, der Marihuana rauchte. Loughner sei «durch das Leben geglitten» und habe «sein Ding durchgezogen», sagte er. Ein anderer berichtete, dass Loughner als Schüler den Unterricht mit gelegentlichen Ausbrüchen gestört habe. «In der Schule war er ein Typ, der ganz klar seine Meinung von bestimmten Dingen hatte, und es schien ihm nichts auszumachen, was die Leute von ihm dachten», sagte Wiens (Im Bild), der mit Loughner das Pima Community College besucht hatte. Bei einer politischen Veranstaltung vor einem Einkaufszentrum begann Jared Loughner am 8. Januar 2011 um sich zu schiessen. (Im Bild: Solidaritätsbekundungen vor Giffords Büro in Tucson) Christina Green (das Mädchen auf dem Foto) war das jüngste Opfer. Sie war erst neun Jahre alt. Die kleine Christina war mit einer Nachbarin zu der Kundgebung der US-Kongressabgeordneten Giffords gegangen. Nach der Tat demonstrierten Menschen in Tucson gegen Gewalt. Jared Loughner wurde noch am Tatort festgenommen, die Behörden fahndeten zunächst nach einem Helfer. Der Täter hatte bei dem Einkaufszentrum ein regelrechtes Blutbad veranstaltet. Ein Augenzeuge beschrieb die Szene während der Schiesserei als ein «komplettes Chaos». Der bewaffnete Täter habe das Feuer auf Giffords und ihren Bezirksdirektor eröffnet. Dann habe er damit angefangen, wahllos auf Mitarbeiter der Demokratin und Menschen zu schiessen, die sich angestellt hätten, um mit der Kongressabgeordneten zu sprechen. Das Büro des Sheriffs in Pima County erklärte, der Attentäter habe mit einer Pistole geschossen. Noch Stunden nach dem Anschlag war das Einkaufszentrum abgeriegelt.

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Der Mann, der in Tucson auf die US- Abgeordnete Gabrielle Giffords geschossen und sie schwer verletzt haben soll, plädiert auf nicht schuldig. Äusserlich ruhig verfolgte der 22-Jährige am Mittwoch vor Gericht in Tucson (Arizona) die Verlesung der Anklage. Jared Loughner werden unter anderem sechsfacher Mord und dreifacher versuchter Mord vorgeworfen. Insgesamt ist er in 49 Punkten angeklagt. Ihm droht die Todesstrafe.

Die Frage zu seiner Schuld liess Loughner nicht durch seine Anwälte beantworten, sondern er wies selbst jede Verantwortung von sich. Bereits Ende Januar hatte er vor einem Bundesrichter auf «nicht schuldig» plädiert.

Psychiatrische Abklärung

Das Gerichtsverfahren gegen Loughner könnte sich hinziehen. Ein Bundesrichter in Tucson ordnete am Mittwoch an, zunächst die Prozessfähigkeit des mental offensichtlich schwer gestörten Angeklagten zu überprüfen. Eine Anhörung am 25. Mai solle klären, ob Loughner geistig zu einem Prozess fähig ist. Der weitere Ablauf des Verfahrens sei bis dahin unklar.

Das Attentat ereignete sich am 8. Januar. Loughner war noch am Tatort, einem Einkaufszentrum in Tucson, gefasst worden. Dort soll er während eines Bürgertreffs auf die Demokratin Gabrielle Giffords geschossen haben. Wie durch ein Wunder überlebte die Abgeordnete einen Kopfschuss.

Sechs Menschen starben im Kugelhagel und über zehn weitere - nebst Giffords - wurden verletzt. Die Politikerin befindet sich derzeit in einer Rehabilitationsklinik und macht langsam gesundheitliche Fortschritte.

(sda/ap)