Simbabwe

22. Januar 2011 08:28; Akt: 22.01.2011 08:37 Print

Jeder Vierte auf der Wählerliste ist tot

Demokratieverständnis à la Robert Mugabe: Die Liste der in Simbabwe offiziell als wahlberechtigt geltenden Personen ist voll von «Phantomwählern».

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Auf den Wählerlisten in Simbabwe tummeln sich tote Menschen. (Bild: Keystone)

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Mehr als ein Viertel aller Simbabwer, die auf der offiziellen Wählerliste aufgeführt sind, sind längst tot. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht der unabhängigen Organisation Zimbabwe Election Support Network hervor.

Eine Überprüfung der Liste habe ergeben, dass 27 Prozent der registrierten Wähler schon verstorben seien. Computertests hätten zudem ergeben, dass 2344 aufgeführte Personen zwischen 1901 und 1909 geboren wurden und damit 101 bis 110 Jahre alt sein müssten.

Wahlberechtigte nis 120 Jahre alt

Neun offiziell eingetragene Wahlberechtigte seien sogar zwischen 1890 und 1900 geboren und damit bis zu 120 Jahre alt. Ausserdem standen 93 Babys auf der Liste.

Die Regierungspartei von Präsident Robert Mugabe, die ZANU-PF, will in diesem Jahr Wahlen abhalten, um nach knapp zwei Jahren die Einheitsregierung mit Mugabes Rivalen Morgan Tsvangirai zu beenden.

Immer wieder berichte über «Phantomwähler»

Gegner des Präsidenten und Beobachter hatten bei früheren Wahlen immer wieder über «Phantomwähler» auf den Listen geklagt. Nach Angaben der offiziellen Wahlkommission kann die Wählerliste in diesem Jahr jedoch wegen Geldmangels nicht überarbeitet werden.

Die ZANU-PF und Tsvangirais Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) hatten eigentlich vereinbart, erst eine neue Verfassung auszuarbeiten, bevor Neuwahlen ausgerufen werden. Die Ausarbeitung des neuen Dokuments wurde jedoch durch Einschüchterungen behindert.

(sda)