Behörden besorgt

13. Oktober 2014 20:34; Akt: 13.10.2014 20:34 Print

Jeder vierte US-Bürger wegen Ebola in Panik

Viele Amerikaner befürchten, dass sich das tödliche Virus in den USA rasant ausbreiten könnte: Fast ein Viertel betrachtet das Ebola-Fieber als ernsthafte Bedrohung.

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Ein amerikanisches Bündnis hat Richtlinien beschlossen, wie man im Kampf gegen Ebola vorgehen will. Liberianische Mitarbeiter von «Ärzte ohne Grenzen» legen im Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia ihre Schutzkleidung an. Um die Mitarbeiter zu erkennen, schreibt man ihnen ihren Namen auf die Schutzhaube. In Madrid steht ein Flieger der Air France aus Paris mit 183 Passagieren an Bord unter Quarantäne. Ein Passagier aus Nigeria hatte über Schüttelfrost und Fieber geklagt. Hilfskräfte transportieren in Monrovia die Leiche einer Frau ab, die vermutlich an Ebola gestorben ist. Hier wird der Passagier mit der Ambulanz ins Madrider Spital gefahren. Amber Joy Vinson, die zweite infizierte Krankenschwester, flog einen Tag vor der Diagnose von Cleveland nach Dallas. Das Navarro College in der texanischen Stadt Mexia lehnte zwei nigerianische Studenten aus Angst vor Ebola ab. Nachdem sich zwei Menschen in den USA mit Ebola infiziert haben, haben die Amerikaner immer mehr Angst vor dem Virus. In Dallas sperrten die Behörden das Wohnhaus einer infizierten Krankenschwester grossräumig ab. Gemäss einer Umfrage des nimmt gut ein Viertel (27 Prozent) der Amerikaner Ebola als ernsthafte gesundheitliche Bedrohung wahr. Im September waren es noch 13 Prozent gewesen. An der Umfrage nahmen 2000 Personen teil. Besorgte Nachbarn der Krankenschwester werden in Dallas befragt. «Die Menschen fürchten sich vor diesem Virus», sagt Sylvia Burwell vom US-Gesundheitsministerium laut der . «Die Versorgung von Ebola-Patienten ist schwierig. Schon eine einzelne unvorsichtige Berührung kann zur Ansteckung führen», sagt Thomas R. Frieden, Direktor des Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention.

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Seitdem sich gleich zwei Menschen in den USA mit Ebola infiziert haben, haben immer mehr Amerikaner Angst. «Die Menschen fürchten sich vor diesem Virus», sagt Sylvia Burwell vom US-Gesundheitsministerium laut der Nachrichtenagentur Reuters. «Besonders die hohe Sterblichkeitsrate bereitet den Menschen Sorgen». Die Bürger müssten lernen, die Ebola-Krankheit zu verstehen und die Fakten zu kennen.

Wie gross die Sorge vor einer möglichen Ebola-Ansteckung ist, zeigte sich am Flughafen von New York. Dort streikten gegen 200 Flugzeugsreinigungsmitarbeiter. Sie forderten, dass sie bessere Schutzausrüstungen bekommen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. «Ich muss Tampons aus Abfalleimern entsorgen. Dabei habe ich die billigsten Plastikhandschuhe an, die leicht kaputtgehen», sagte eine Mitarbeiterin der Firma. Erste Massnahmen an US-Flughäfen wurden bereits am Wochenende getroffen: Jetzt wird die Temperatur von Reisenden aus Westafrika gemessen.

Pflegepersonal sorgt sich

Auch das Pflegepersonal in den US-Spitälern fordert, besser gegen eine Ebola-Ansteckung geschützt zu werden, nachdem bekannt wurde, dass sich eine Krankenschwester bei Thomas Eric Duncan angesteckt hatte. Es wird vermutet, dass sie mit kontaminierter Schutzkleidung in Berührung kam. Das Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention empfahl explizit, dass die Behörden verstärkt die Schutzausrüstung von Krankenschwestern und -pflegern überprüfen.

Zudem überlegt man sich, Ebola-Patienten in spezielle Kontaminierungs-Zentren zu bringen. Denn: «Die Versorgung von Ebola-Patienten ist schwierig. Schon eine einzelne unvorsichtige Berührung kann zur Ansteckung führen», sagte Thomas R. Frieden, Direktor des Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention zur «New York Times».

Fast ein Viertel der Amerikaner in Angst

Derweil zeigt eine Umfrage des Fernsehsenders CBS, dass gut ein Viertel (27 Prozent) der Amerikaner Ebola als ernsthafte gesundheitliche Bedrohung wahrnehmen.

Im September waren es noch 13 Prozent gewesen. An der Umfrage nahmen 2000 Personen teil. Satte neun von zehn Amerikanern finden es gut, dass Reisende aus Westafrika verstärkt kontrolliert werden.

Hoffnung für spanische Krankenschwester

In Spanien wächst derweil die Hoffnung, dass die an Ebola erkankte Krankenschwester wieder genest: Es geht ihr offenbar etwas besser. Der Direktor des behandelnden Krankenhauses, Antonio Andreu, sagte am Montag dem Radiosender «Onda Cero», Tests hätten gezeigt, dass die Zahl der Viren in ihrem Körper stark zurückgegangen sei. Es könne allerdings weitere Komplikationen geben. Daher wolle er noch keine Vorhersage treffen.

Andreu sagte, die 15 Personen, die mit der Kranken Kontakt hatten, zeigten keine Krankheitssymptome. Falls das bis 27. Oktober so bleibe, könne Entwarnung gegeben werden.

Die infizierte Krankenschwester hatte zwei Missionare behandelt, die an Ebola erkrankt waren und inzwischen gestorben sind. Es wird angenommen, dass sie sich angesteckt hat, als sie sich beim Ablegen der Schutzkleidung mit einem Handschuh ins Gesicht griff.

(bat)