Schutzmassnahmen

27. Februar 2020 13:31; Akt: 27.02.2020 14:43 Print

Diese Bärte eignen sich nicht zum Maskentragen

Wer eine Atemschutzmaske trägt, muss darauf achten, dass sie auch richtig angelegt ist. Bei Gesichtsbehaarung muss speziell darauf geachtet werden.

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36 Barttypen – doch welche davon sind mit Atemschutzmasken kompatibel? Die US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt auf, welche Styles am sichersten sind. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders : Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika, eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Vermischung, Verunreinigung, Vergiftung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptoma», was Zusammenfall, vorübergehende Eigentümlichkeit bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndromé», der «das Zusammenlaufen, Zusammenkommen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl ein Neutrum als auch maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» Schleim oder Gift heisst. Das lateinische Substantiv ist ein Neutrum, was den sächlichen Artikel im Deutschen erklärt. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen, am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Das Tragen von Vollbärten ist angesagt – doch in Zeiten des Coronavirus nicht unbedingt empfehlenswert, zumindest dann, wenn man vorhat, sich eine Atemschutzmaske zuzulegen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat ein Plakat mit 36 Barttypen veröffentlicht. Die Grafik stammt allerdings aus dem Jahr 2017, wie das Portal «Science Alert» schreibt.* Es sei eine von vielen Atemschutzinfografiken, die vom Nationalen Institut für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz der CDC aufgeführt werden. Die Empfehlungen richten sich demnach an Personen, die in einem professionellen Rahmen Masken tragen müssen.

Auf dem Plakat wird gezeigt, welche Bärte sich am besten beim Tragen von Atemschutzmasken zeigen. Dazu gehören besonders verschiedene Arten von Schnurrbärten, auch der etwas opulentere Walrossbart liegt noch drin. Aus schutztechnischer Sicht wäre auch ein Karree-Schnauzbärtchen, besser bekannt als «Hitlerschnauz», in Ordnung. Von allen üppigeren Bärten wird abgeraten, weil bestimmte Arten von Gesichtsbehaarung das richtige Funktionieren von Atemschutzmasken beeinträchtigen. Das kann etwa mit einem Dalí-Schnauz, einem Garibaldi-Bart oder einem Hulihee, einer Kombination aus Schnurr- und Vollbart, passieren.

Bei einigen Styles wird lediglich zur Vorsicht geraten und darauf aufmerksam, dass der Bart die Dichtfläche der Atemschutzvorrichtung nicht kreuzen darf.

Prävention durch Hygiene

Weltweit sind laut WHO mehr als 81'000 Menschen mit Covid-19 infiziert, der durch das Virus verursachten Atemwegserkrankung (Stand 27. Februar 2020). Die Zahl der Todesfälle liegt bei knapp 3000.

Die Gesundheitsbehörden rufen nicht zum Tragen von Masken auf, ausser man ist selber erkrankt. Als Schutz dienen die einfachen Masken, auch Mund-Nasen-Schutz oder Hygienemasken genannt, nur unzuverlässig. Die Übertragung erfolgt mittels Tröpfcheninfektion und die Masken schliessen nicht dicht, haben keinen Luftfilter und lassen die Augen frei.

Um sich wirkungsvoll vor dem Coronavirus zu schützen, steht häufiges und gründliches Händewaschen im Vordergrund. Weitere Tipps zur Prävention finden Sie hier.

*In einer ersten Version dieses Artikels wurde geschrieben, dass das Plakat in Zusammenhang mit dem Coronavirus herausgegeben wurde. Es handelt sich jedoch um eine generelle Anweisung zum Tragen von Atemschutzmasken. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

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