Erstes TV-Duell

20. November 2019 04:47; Akt: 20.11.2019 09:34 Print

Johnson und Corbyn ernten Spott

Vier Wochen vor der Wahl haben sich der Premierminister und der Oppositionsführer einen ersten Schlagabtausch im TV geliefert. Einen klaren Sieger gibt es nicht.

Wurden ausgelacht: Der britische Premierminister Boris Johnson und sein Rivale Jeremy Corbyn. Video: ITV
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Bei der Fernsehdebatte zwischen dem britischen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn haben sich beide Politiker rund vier Wochen vor der Parlamentswahl in Grossbritannien einen ersten Schlagabtausch geliefert. Die Debatte fand am Dienstag in Manchester statt.

In der vom TV-Sender ITV übertragenen Debatte kam es zwischen den beiden Rivalen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn vor allem bei den Themen Brexit und Gesundheitssystem zu heftigen Wortwechseln.

Johnson bekräftigte sein Wahlversprechen, den Brexit endlich zum 31. Januar «zu erledigen». Corbyn wiederum warf dem Premier vor, sein Zeitplan sei unrealistisch. Der Labour-Chef verwies zudem auf seinen Plan, ein neues Brexit-Abkommen auszuhandeln und es der Bevölkerung in einem Referendum vorzulegen - mit der Option, in der EU zu bleiben.

Beim Thema der Gesundheitsvorsorge behauptete der Oppositionsführer, die Konservativen von Premier Johnson würden das nationale Gesundheitssystem NHS an die USA verkaufen wollen. Johnson nannte die Vorwürfe «eine absolute Erfindung». Einen echten Punkt konnte keiner der beiden in der ersten von einer Reihe geplanter TV-Debatten setzen.

Johnson und Corbyn ernten Spott des Publikums

Tatsachen überprüfen

Johnson war stark darauf fokussiert, seinen Gegner zu attackieren. Corbyn hingegen versuchte mit seiner Sozialpolitik zu punkten. Beide Kontrahenten handelten sich zeitweise den Spott des Publikums ein. Corbyn erntete höhnisches Gelächter, als er seinen Vorschlag einer Vier-Tage-Woche verteidigte. Johnson wurde ausgelacht, als er sich als wahrheitsliebend darstellen wollte.

Für Aufsehen sorgten während der TV-Debatte vor allem die Konservativen, die den Namen ihres Kontos auf Twitter kurzerhand in «factcheckUK» änderten, um in mehreren abgesetzten Tweets Corbyns Aussagen zu widerlegen. Die Aktion brachte der Partei viel Kritik ein: «Keine politische Partei sollte versuchen, sich unter dem Deckmantel unabhängiger Journalisten zu tarnen», sagte Ben de Pear, der Herausgeber von Channel 4 News, der ein eigenes @FactCheck-Profil betreibt.

Der Ausgang der vorgezogenen Parlamentswahl am 12. Dezember ist Experten zufolge ungewiss. Laut einer Umfrage von Britain Elects kämen die Tories derzeit auf knapp 38 Prozent der Stimmen, Labour auf gut 28 Prozent. Die Zustimmung für die Brexit-Partei liegt demnach bei knapp neun Prozent.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi Bachofen am 20.11.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lacher

    Seit wann sind den Journalisten unabhängig? Der Lacher des Tages.

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  • Sympaticus am 20.11.2019 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaden

    Egal, ob der Brexit Ende Januar stattfindet, ob er überhaupt je stattfindet, oder ab er nicht verwirklicht wird. Der Schaden den dieses unsägliche politische Manöver und die jahrelangen Querelen angerichtet hat ist ireperabel. Genau wie in den USA ist auch in GB die Spaltung der Bevölkerung auf ein Mass angewachsen das nicht mehr gut ist. Auch in anderen Ländern wird leider immer mehr darauf hingewirkt, dass die Bevölkerung sich gegenseitig bekämpft. So ist es leider auch in der Schweiz, die politische Kultur hat erst in den Parteien, dann im Volk so stark gelitten, dass letztendlich nicht mehr ein Sachgeschäft im Zentrum steht, es sind Ansichten und Meinungen die aufeinander prallen und nur noch selten gelingt es sich zu einigen.

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  • Linus am 20.11.2019 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Corbyn nicht wählbar

    Corbyn nennt die Hamas, eine Terrororganisation, "seine Freunde" und ist offen antisemitisch. wer wählt so jemanden?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kristall C. Kugel am 21.11.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    20er

    Die Wahlen machen mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent den Weg frei für Brexit. Danach wird UK sein wirtschaftliches Verhältnis zur EU neugestalten. UK wird dabei viel Spielraum haben, weil immer mitschwingt, dass UK in Europa unverzichtbar ist; denke Nato und denke anderes mehr. Die 20er bringen deshalb gute Präzedenzfälle für die kleine Schweiz.

  • Jonni Murxirer am 20.11.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    clean break Brexit

    Mal schauen ob die Wähler, wie bei den EU Wahlen, sich einfach für die Brexit Party von Nigel Farage entscheiden. Das würde dann einen Brexit ohne Kolonialvertrag werden. So dass UK frei währe sich der NAFTA oder EFTA oder was auch immer an zu schliessen. Auch müsste UK dann nicht 56 Miliarden Euro blechen. also am besten: clean break Brexit, einfach ohne Vertrag aus der EU austreten.

  • Laimigs am 20.11.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossbritannien soll sich der EFTA anschliessen

    Festzuhalten ist, dass die EU ein Mensch-und Umweltfeindliches Bürokratiemonster ist, welche nicht mit gleichen Ellen misst. Moderne Sklaverei made by EU (Fernfahrer) & katastrophale Tierschutz Gesetzte, verordnete Planwirtschaft nach Regionen. Jedem souveränen Staat, der den Mut findet, dieses Gebilde zu verlassen, ist zu gratulieren. Das sehen hier leider viele geblendete Kommentar Schreiber anders.

  • Martial2 am 20.11.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Briten machen sich lächerlich...

    Die Britische Politik ist eine wahre Parodie. Streit um Brexit, langwierige Geschichte, dass am Schluss niemand mehr versteht noch was!

  • Geissenpeter am 20.11.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump vs Clinton

    war anfangs auch langweillig erst später wurde es spannend.

    • Martial2 am 20.11.2019 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      Nein Trump ist alles anderes als spannend, sondern extrem gefährlich und unberechenbar!

    • Geissenpeter am 20.11.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      unberechenbar ist gut. Berechenbar sind Amateure. Er ist eben ein Profi.

    • Martial2 am 20.11.2019 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      Ein Profi in Was? Lügen, beleidigen, Facts verdrehen und sich konstant verhaspeln!

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