Rache nach IS-Geiselmord

04. Februar 2015 04:43; Akt: 04.02.2015 09:36 Print

Jordanien richtet Terroristin hin

Nachdem die Terrormiliz IS einen Piloten getötet hat, macht dessen Heimatland Jordanien seine Drohung wahr und richtet zwei Häftlinge hin. Darunter die Irakerin Sadschida al-Rischawi.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der brutalen Ermordung eines jordanischen Piloten durch die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Regierung in Amman zwei Häftlinge hinrichten lassen. Darunter war auch die zum Tode verurteilte Al-Kaida-Terroristin Sadschida al-Rischawi, berichtete Regierungssprecher Mohammed al-Momani am Mittwochmorgen (Ortszeit). Die irakische Extremistin wurde demnach gehängt.

Die Exekutionen sind offenbar eine Reaktion auf die Ermordung des 26 Jahre alten Muath al-Kasseasbeh. Der IS hatte am Dienstagabend ein Video verbreitet, das zeigen soll, wie der Pilot in einem Käfig bei lebendigem Leibe verbrennt.

Daraufhin hatte Amman angekündigt, die zum Tode verurteilte 44-jährige Al-Rischawi am Mittwoch zur Morgendämmerung exekutieren zu lassen. Bei dem anderen Hingerichteten handelt es sich um Siad al-Karbuli, ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied. Der Mann war wegen Anschlagsplanungen gegen das prowestliche Königreich zum Tode verurteilt worden.

Für Anschlagserie in Jordanien verantwortlich

Vor Tagesanbruch wurde am Mittwoch ein Gefangenentransporter gesehen, der das Juweideh-Gefängnis verliess. In dieser Haftanstalt wurde Al-Rischawi bis zuletzt gefangen gehalten. Der Konvoi erreichte das Gefängnis Swaka, in dem in der Vergangenheit Hinrichtungen ausgeführt wurden.

Die 44-Jährige war nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman, bei der Ende 2005 sechzig Menschen getötet wurden, festgenommen und im April 2006 zum Tode verurteilt worden. Für die sunnitischen Fanatiker des IS ist sie eine ausgesprochen wichtige Symbolfigur.

Gefangenenaustausch scheiterte

Die jordanische Regierung hatte vor wenigen Tagen mit dem IS über einen Gefangenenaustausch verhandelt. Für Al-Rischawi sollte neben Al-Kasseasbeh auch der japanische Journalist Kenji Goto freigelassen werden.

Doch offensichtlich waren die Verhandlungen eine Farce: Nach Darstellung des jordanischen Staatsfernsehens soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein. Jordanien hatte daraufhin eine schnelle und tödliche Antwort angekündigt.

(kko/sda)