19. April 2005 19:21; Akt: 19.04.2005 23:21 Print

Joseph Ratzinger ist Papst Benedikt XVI.

Kardinal Ratzinger ist zum 265. Papst gewählt worden. Aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle in Rom stieg weisser Rauch und die Glocken läuteten um 18.00 Uhr, um der Menge bekannt zu geben, dass ein neuer Papst gewählt ist.

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Der in Bayern geborene Kurienkardinal ist der erste deutsche Papst seit mehr als 500 Jahren. Er wählte den Papstnamen Benedikt XVI.

Die Menschen auf dem Petersplatz rätselten lange Zeit ob der Rauch aus der Sixtinischen Kapelle weiss oder schwarz sei. Das Glockengeläut setzte erst um 18.00 Uhr ein, was wiederum verwirrend war, da es auch einfach der Stundenschlag sein konnte.

Auch Radio Vatikan meldete, dass die Farbe schwierig zu bestimmen sei. Dann setzten aber die Glocken ein und die Menge auf dem Petersplatz brach in Sprechchöre aus: «Viva il Papa!» - «Lang lebe der Papst!»

Nach seiner Wahl erteilte der neue Papst Benedikt XVI. den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis). Von der Loggia des Petersdomes aus segnete er die Menschen in aller Welt. «Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn», sagte er vor der begeisterten Menschenmenge auf dem Petersplatz.

Der Kardinalprotodiakon (der dienstälteste Kardinal) Jorge Arturo Medina Estévez hatte zuvor auf dem Mittelbalkon des Petersdoms die traditionelle Formel «Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam» ('Ich verkünde euch eine grosse Freude, wir haben einen Papst'). Dann nannte er den Namen Ratzingers.

Rund 24 Stunden nach Beginn des Konklave war am Dienstagabend gegen 17.50 Uhr MESZ weisser Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle in Rom - das Zeichen für die erfolgreiche Wahl des Papstes durch die 115 Kardinäle.

Der 78-jährige Ratzinger war in den vergangenen Wochen als einer der Favoriten für die Nachfolge des verstorbenen Johannes Paul II. gehandelt worden.

Papstname laut Henrici bedeutsam

Weihbischof Peter Henrici, der emeritierte Generalvikar von Zürich, sagte in der Sondersendung des Deutschschweizer Fernsehens zur Papstwahl, der Name Benedikt XVI. sei «ein höchst bedeutsamer Name».

Er erinnere daran, dass Benedikt XV. der «Friedenspapst» des Ersten Weltkriegs gewesen sei und eine der schlimmsten Zeiten der katholischen Kirche beendet habe. Auch Ratzinger wolle offenbar signalisieren, dass er eine Ära beende, sagte Henrici weiter. Dabei dürfte es um «die Beendigung eines Vakuums in der römischen Kurie» gehen, doch dürfte Ratzinger eine Vermittlungsrolle anstreben.

Benedikt XV. war am 3. September 1914 zum Papst gewählt worden und hatte schon wenig später in einer Enzyklika um Frieden gebeten. 1917 hatte er einen Verhandlungsvorschlag zum Kriegsabbruch gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg kritisierte Benedikt XV. die harten Bestimmungen der Siegermächte und des Versailler Vertrags.