Drogenkrieg

06. März 2009 15:25; Akt: 06.03.2009 16:26 Print

Junge Amerikaner sollen Mexiko meiden

Mehrere Länder warnen wegen des eskalierenden Drogenkriegs verstärkt vor Reisen nach Mexiko. Der Tourismuschef wiegelt ab.

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«Überall auf der Welt muss man vorsichtig sein», sagte Oscar Fitch, Direktor des mexikanischen Fremdenverkehrsamtes, gegenüber CNN: «Es gibt bei uns Gebiete, die sehr sicher sind, und andere, die nicht sicher sind.» Damit reagierte Fitch auf verschärfte Reisewarnungen, die unter anderem von den USA, Kanada, Frankreich, Italien und Deutschland erlassen wurden.

Diese beziehen sich auf den immer brutaleren Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel, der letztes Jahr mehr als 5000 Menschenleben forderte. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat deswegen seine Hinweise nicht geändert, es rät Reisenden wegen der hohen Kriminalitätsrate aber zu «grösster Vorsicht».

5000 Soldaten nach Ciudad Juárez

Die USA haben hingegen in einem gemäss CNN «ungewöhnlichen Schritt» im letzten Monat vor Reisen nach Mexiko gewarnt und sich dabei besonders an junge Amerikaner gerichtet, die in den Frühlingsferien, dem «Spring Break», in grosser Zahl über die Grenze fahren und dort wilde Partys feiern. Besorgniserregend sei die Situation besonders in der Grenzstadt Ciudad Juárez, wo seit Januar 2008 mehr als 1800 Menschen ermordet wurden.

Die Reiseveranstalter konnten bislang gemäss CNN keinen grösseren Rückgang feststellen. Dennoch hat Mexikos Präsident Felipe Calderón letzte Woche die Verlegung von weiteren 5000 Soldaten und 1000 Polizisten nach Ciudad Juárez angeordnet. Derzeit sind 2500 Soldaten in der Grenzstadt stationiert. Calderón räumte ein, dass der Drogenkrieg weitaus grausamer und blutiger sei, als er bei seinem Amtsantritt 2006 vermutet habe. Letzte Woche war der Polizeichef der Stadt auf Druck der Drogenkartelle zurückgetreten.

(pbl)