29. Januar 2007 07:03; Akt: 29.01.2007 07:12 Print

Junge britische Muslime vermehrt für Scharia

Junge Muslime in Grossbritannien befürworten laut einer Umfrage zunehmend eine islamische Gesellschaftsordnung. Mehr als ein Drittel der jungen Muslime zwischen 16 und 24 Jahren würden am liebsten nach der Scharia, dem islamischen Rechtssystem, leben.

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Bei den über 55-Jährigen lag der Anteil nur bei 17 Prozent, wie eine am Montag in London veröffentlichte Studie für das Institut Policy Exchange ergab. «Es gibt einen klaren Konflikt zwischen einer gemässigten Mehrheit, welche die Regeln der westlichen Demokratie akzeptiert, und einer wachsenden Minderheit, die dies nicht tut», sagte die Hauptautorin der Studie, Munira Mirza.

Schlechte Integrationspolitik

Mitverantwortlich für den Trend sei die Integrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte. «Das Entstehen einer starken muslimischen Identität in Grossbritannien ist teilweise das Ergebnis der multikulturellen Politik seit den 80er Jahren», sagte Mirza. Diese habe die ethnischen, kulturellen und religiösen Unterschiede betont, statt eine gemeinsame nationale Identität zu stiften.

Für die Studie hatten Mirza und ihre Mitautoren 1003 Muslime per Internet und Telefon befragt. Knapp drei Viertel der befragten jungen Muslime, aber nur 28 Prozent der Älteren, sprachen sich dabei unter anderem dafür aus, dass muslimische Frauen in der Öffentlichkeit einen Schleier tragen.

Bewunderung für El Kaida

Die eigenen Kinder lieber auf eine Islamschule schicken, wollten 37 Prozent der 16- bis 24-Jährigen, aber nur 19 Prozent der über 55- Jährigen. Immerhin 13 Prozent der jungen und nur drei Prozent der älteren Muslime äusserten schliesslich ihre Bewunderung für «Organisationen wie El Kaida, die bereit sind, gegen den Westen zu kämpfen».

(sda)