Burma

01. November 2010 09:17; Akt: 01.11.2010 09:37 Print

Junta drosselt vor den Wahlen das Internet

Um negative Wahlreportagen zu behindern, haben Burmas Machthaber offenbar das Internet langsamer gemacht. Hilfsorganisationen klagen über weitere Schikanen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bürgerrechtsgruppen haben der birmanischen Militärregierung vor den Wahlen am nächsten Sonntag gezielte Einschränkungen des Informationsflusses vorgeworfen. Allem voran sei die Übertragungsgeschwindigkeit des Internets drastisch verringert worden, teilten Menschenrechtler am Montag mit. Der stockende Verkehr auf der Datenautobahn soll offenbar die Möglichkeiten von Journalisten und Bloggern behindern, in Wort und Bild über die Wahlen zu berichten. Ausserdem gab es striktere Kontrollen für Hilfsorganisationen, Visabeschränkungen und Einreiseverbote.

«Sie drosseln einfach alles, damit die Möglichkeiten für negative Berichte stark eingeschränkt sind», sagte David Mathieson, Birma-Experte der Organisation Human Rights Watch. Das Komitee zum Schutz von Journalisten veröffentlichte am Wochenende eine Rangliste der «zehn Länder, die für Blogger am schlechtesten sind» - Burma landete auf dem ersten Platz. In Burma selbst berichteten die Medien zwar, dass es Probleme mit dem Internet gebe, die Regierung wurde aber nicht dafür verantwortlich gemacht. Stattdessen hiess es, ein Hackerangriff habe sich auf alle Internetanbieter ausgewirkt.

Die Wahlen in Burma werden die ersten seit 20 Jahren sein. Doch Kritiker halten sie für einen Versuch der Militärregierung, sich eine zivile Fassade zu geben. Einschränkungen und Zensur des Internets sind in dem Land an der Tagesordnung. 2007 gab es gross angelegte Razzien gegen die Demokratiebewegung, während denen das Internet komplett abgeschaltet wurde, Internetcafés wurden zerstört.

(ap)