Elfenbeinküste

15. März 2011 07:08; Akt: 15.03.2011 08:33 Print

Kämpfe in den Strassen von Abidjan

In der Elfenbeinküste dringen Anhänger des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara offenbar ins bislang von Machthaber Laurent Gbagbo kontrollierte Viertel der Stadt Abidjan vor.

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Am ist der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, in seiner Residenz verhaftet worden. Am 13. April gab Alassane Ouattara bekannt, dass er Gbagbo vor Gericht bringen wolle. Soldaten des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo haben in der Elfenbeinküste auf französische Kampfhubschrauber geschossen. Am 7. April formieren sich die Truppen des international anerkannten Präsidenten Ouattara für einen Angriff auf die Residenz Gbagbos. Am 6. April schiessen Soldaten auf die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo. Dieser soll sich laut UNO in einem Bunker verschanzen. Am 5. April nehmen Ouattara-Truppen den Präsidentenpalast ein. Gbagbo verschanzt sich in einem Bunker. Am 4. April mischen sich die UNO und Frankreich in den Konflikt in der Elfenbeinküste ein. Zuvor hatte Frankreich die Evakuierung aller in der Elfenbeinküste lebenden Franzosen vorbereitet. Am 1. April marschieren Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara in die Wirtschaftsmetropole Abidjan ein. Am 30. März 2011 nehmen die Anhänger Ouattaras die Hauptstadt Yamoussoukro ein. Am 29. März 2011 gelingt es Truppen von Alassane Ouattara, zwei Städte einzunehmen. Ouattara-Verbündete hoffen, mit der Einnahme strategisch wichtiger Städte den abgewählten Präsidenten Gbagbo ins Exil zu zwingen. Kristalina Georgieva, die Krisenreaktionskommissarin der EU kündigt die Aufstockung der Hilfe von 5 auf 35 Milliarden Euro an. Am 16. März schlägt der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo die Bildung einer gemeinsamen Regierung vor. Am 3. März 2011 intensivieren sich die Konflikte in der Elfenbeinküste: Gbagbo-Gegner demonstrieren gegen den abgewählten Präsidenten, dessen Milizen eröffneten derweil das Feuer gegen Demonstrantinnen. Bewaffnete Anhänger des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo töten am 21. Februar 2011 sechs unbeteiligte Zivilisten in Abidjian. Am 19. und 20. Februar gingen Anhänger des offiziellen Wahlsiegers Alassane Ouattara erneut auf die Strasse. Dabei kam es zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei. Am 15. Februar 2011 liegen in der Elfenbeinküste immer noch über 100 Menschen in den Leichenhäusern: Eine Frau zeigt das Bild ihres Ehemannes, der ebenfalls getötet worden war. Am 24. Januar verlangt der Präsident Nigerias eine Resolution der UNO, um Gbagbo militärisch zu stürzen. Die UNO will weitere 2000 Mann in der Elfenbeinküste stationieren. Die Zeichen stehen auf Konflikt. Am 17. und 19. Januar 2011 versuchte der kenianische Präsident Raila Odinga (rechts), den Machtinhaber Laurent Gbagbo (links) dazu zu bewegen, auf sein Amt zu verzichten - vergeblich. Unterstützer von Wahlverlierer Laurent Gbagbo haben am 13. Januar 2011 drei UNO-Fahrzeuge in der Hauptstadt Abidjan angezündet. Dieser Anschlag war nicht der erste Angriff gegen die UNO-Blauhelme in dem westafrikanischen Land. In Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste ist es seit Anfang Dezember im Nachgang zur Präsidentenwahl zu wütenden Protesten gekommen. Herausforderer Alassane Ouattara hat die Wahl laut Kommission mit 54,1 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Dennoch liess sich auch Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Präsidenten vereidigen. Die Anhänger von Wahlsieger Ouattara gingen wütend auf die Strassen Abidjans. Sie entfachten auch Feuer. Bei den Ausschreitungen kamen mindestens 173 Personen ums Leben, hunderte wurden verletzt.

Proteste nach der Wahl in der Elfenbeinküste.

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Im Stadtteil Yopougon sei es am Montag zu Feuergefechten gekommen, berichteten Augenzeugen. Die Kämpfe seien in der Nähe des Hauses von Heereschef Philippe Mangou ausgebrochen, das in der Vergangenheit häufig als Ausgangspunkt für Angriffe auf Ouattara- Anhänger gedient hatte.

Ein Sprecher der Gbagbo-treuen Streitkräfte bestätigte die Gefechte. Damit sind die sogenannten unsichtbaren Kommandos von Ouattara erstmals seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom vergangenen November in ein von Gbagbo-Anhängern bewohntes Viertel eingedrungen und rücken offenbar weiter nach Süden vor.

«Wir wollen Gbagbo nicht mit Gewalt absetzen - das ist Aufgabe der Streitkräfte», sagte ein an den Gefechten beteiligter Anhänger von Ouattara: «Wir kämpfen nur, um die Bevölkerung vor der Polizei zu schützen, die wahllos Menschen tötet.»

Der frühere Präsident Gbagbo war bei der Wahl Ende November seinem Konkurrenten Ouattara unterlegen. Bislang leugnet er seine Niederlage und verteidigt sein Amt mit Gewalt. Bereits 400 Menschen sind seitdem in der Elfenbeinküste getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten, die für Ouattara gestimmt hatten.

(sda)