Flüchtiger Verdächtiger

11. Januar 2016 14:51; Akt: 11.01.2016 15:11 Print

Kamera filmt Terrorist Abdeslam an Tankstelle

Auf Bildern einer Überwachungskamera ist der belgische Terrorverdächtige Salah Abdeslam mit seinen beiden Komplizen zu sehen – am Tag nach den Anschlägen vom 13. November 2015.

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Razzia in Brüssel: Die Polizei hat den mutmasslichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam lebendig gefasst. (18. März 2016) Mit diesem Steckbrief hatte die französische Polizei den Verdächtigen gesucht. Abdeslam wurde bei dem Polizeieinsatz in Belgien angeschossen und ... ... am Bein verletzt worden sein. Das Bild zeigt eine Verhaftung in Molenbeek. Der Brüsseler Stadtteil hatte schon nach den Attentaten von Paris im November 2015 Schlagzeilen gemacht. Mehrere der Paris-Attentäter sollen in Molenbeek gelebt haben. Zuvor waren in einer Wohnung im Brüsseler Vorort Forest Abdeslams Fingerabdrücke gefunden worden. Polizisten beim Einsatz in Molenbeek. Salah Abdeslam war mehrere Monate auf der Flucht, bevor er gefasst werden konnte. «Wir haben ihn», bestätigte der belgische Minister für Einwanderung, Theo Francken, auf Twitter. Den Tweet hat er mittlerweile wieder gelöscht. Unbehelligt in einer Tankstelle: Am 11. Januar wurden Bilder einer Überwachungskamera veröffentlicht, die Salah Abdeslam (hinten), zeigen. (14. November 2015) Am Tag nach den Anschlägen von Paris war Abdeslam, hier links im Bild, mit zwei Komplizen an der französischen-belgischen Grenze. Zu diesem Zeitpunkt war der Verdächtige noch nicht auf dem Radar der Polizei. Ganz Europa jagt diesen Mann: Salah Abdeslam. Am 28. Dezember 2015 wurde bekannt, dass der Terrorist die Selbstmordattentäter zum Stade de France gebracht hatte und zwischen 20.30 Uhr und 20.45 Uhr mit ihnen in der Reihe vor dem Eingang «N» des Stadions stand. Dieses Bild soll Abdeslam mit Brille und Perücke zeigen. Abdeslam soll einen schwarzen Seat bei den Anschlägen in Paris gefahren und auch Wohnungen gemietet haben. Mohamed Abdeslam, ein Bruder des Gesuchten, zündet Kerzen für die Opfer an.

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Der französische Sender BFMTVberichtet über Bilder von einer Überwachungskamera, die den flüchtigen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam an einer Tankstelle in Trith-Saint-Léger nahe Valenciennes in Nordfrankreich zeigen. Die Aufnahmen datieren vom 14. November – dem Tag nach den Pariser Anschlägen, bei denen Extremisten 130 Menschen töteten. Abdeslam soll an den Attentaten beteiligt gewesen sein.

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Abdeslam gegen 10 Uhr vormittags in Begleitung seiner Komplizen Attou Hamza und Mohammed Amris mit den Händen in der Hosentasche gemütlich über die Tankstelle an der belgischen Grenze spaziert. Er macht sich erst gar nicht die Mühe, sein Gesicht zu verstecken – er weiss, dass ihn die Polizei noch nicht auf dem Radar hat. Die französische Polizei hatte Abdeslam auf dem Weg nach Belgien am selben Tag drei Mal kontrolliert, aber nicht festgenommen.

Abdeslam rief Hamza und Amris in der Nacht vom 13. auf den 14. November an, damit sie ihn von Paris nach Belgien zurückbringen, berichtet BFMTV. Die zwei Komplizen brachten den Attentäter in die Brüsseler Gemeinde Laeken. Die Polizei nahm die beiden am 15. November in Molenbeek fest. Von Abdeslam fehlt hingegen weiter jede Spur. Am Freitag hatten Ermittler ein Versteck des Terrorverdächtigen im Brüsseler Stadtbezirk Schaerbeek gefunden. Dort entdeckten die Beamten unter anderem Sprengstoffspuren.

Abaaoud reiste mit Fähre nach Grossbritannien

Derweil wurde bekannt, dass der mutmassliche Drahtzieher der Anschläge im vergangenen Jahr unbehelligt nach Grossbritannien reiste. Dies obwohl ein Haftbefehl gegen ihn vorlag. Abdelhamid Abaaoud habe in London und Birmingham andere Jihadisten getroffen, berichtete die britische Zeitung «Guardian». Ausserdem habe er dort Handy-Fotos von Sehenswürdigkeiten gemacht. Der britische Geheimdienst MI5 und die Anti-Terror-Polizei überprüften nun seine Kontaktpersonen.

Dem Bericht zufolge reiste Abaaoud per Fähre nach Grossbritannien, obwohl ein Haftbefehl gegen ihn vorlag und er den britischen Sicherheitsbehörden bekannt war. Die britischen Behörden hätten von der Reise aber erst nach dem Tod Abaaouds durch die Auswertung seines Handys erfahren.

Abaaoud war am 18. November bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis nördlich von Paris erschossen worden. Schon Anfang Dezember war berichtet worden, Abaaoud habe Kontakte nach Grossbritannien gehabt.

(dia/afp)