Klima-Debatte

13. Dezember 2011 00:39; Akt: 13.12.2011 05:06 Print

Kanada zieht sich vom Kyoto-Protokoll zurück

Wenige Tage nach dem Beschluss in Durban, das Kyoto-Protokoll bis 2020 zu verlängern, macht Kanada einen Rückzieher. Das zweitgrösste Land der Welt steigt aus dem Vertrag aus.

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Kanadas Umweltminister Peter Kent kündigte den erwarteten Ausstieg Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll an.

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Kanada hat seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen erklärt. Sein Land habe das Recht zu diesem Schritt, teilte der kanadische Umweltminister Peter Kent am Montag mit.

«Das Kyoto-Protokoll umfasst nicht die beiden grössten Emittenten, die USA und China, und kann somit nicht funktionieren», sagte der Minister. Kent hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass das Kyoto-Protokoll «ein Ding der Vergangenheit» sei und dass Kanada einer Verlängerung nicht zustimmen werde.

Strafzahlungen abgewendet

Wann der Schritt erfolgen soll, liess Kent offen. Zugleich kündigte er an, an einer neuen globalen Einigung mitarbeiten zu wollen. Kanada ist das erste Land, das das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat und sich vorzeitig aus dem Abkommen zurückzieht.

Mit seinem Ausstieg umgeht das Land zudem Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Regierungsberechnungen zufolge hätte Kanada im kommenden Jahr wegen zu hoher Emissionswerte 13,6 Mrd. Dollar zahlen müssen.

Schlag für Kyoto-Vertrag

Der angekündigte Austritt stellt einen weiteren Schlag für den ohnehin schon belasteten Vertrag dar. Kanada gehört zu den grössten Energieproduzenten weltweit. Das Land hatte in Vergangenheit immer wieder kritisiert, Kyoto sei unbrauchbar, da so viele Emittenten dem Abkommen nicht angehörten.

Das 1997 vereinbarte Kyoto-Protokoll ist das bislang einzige globale Klimaschutzabkommen, das verbindliche Vorgaben für die Emission von Treibhausgasen macht. Ratifiziert haben es mehr als 190 Staaten, doch gelten die Emissionsvorgaben nur für insgesamt 37 Industriestaaten, nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien.

Beim Klimagipfel in Durban hatten sich die Teilnehmer am vergangenen Wochenende auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls und ein anschliessendes Nachfolge-Abkommen geeinigt. Neben Kanada hatten auch Russland und Japan schon im vergangenen Jahr signalisiert, dass sie die Verlängerung nicht unterzeichnen wollten.

(sda)