Schweizer Waffenschieber

17. Juli 2019 09:39; Akt: 17.07.2019 09:39 Print

Katar verkaufte Rakete 1994 an unbekanntes Land

Die von der Polizei in einem Lagerhaus entdeckte Rakete stammt aus den Reihen der katarischen Streitmächte. Die Katarer verkauften sie jedoch an ein Drittland.

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Wenige Tage nach dem Raketen- und Waffenfund in Turin kommen immer weitere Details zum Tessiner Waffenschieber A. M.* und seiner Ware ans Licht.

Katar gab am Dienstag bekannt, dass die von der Polizei entdeckte Rakete einmal im Besitz der katarischen Armee war und im Jahr 1994 an ein Drittland verkauft wurde. Ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums schreibt auf Twitter: «Katar arbeitet derzeit sehr eng mit den betroffenen Behörden zusammen. Katar ist sehr besorgt darüber, wie eine Rakete, die vor 25 Jahren verkauft wurde, in die Hände eines nicht-staatlichen Dritten gelangte.»

Plastiktüte mit Maschinenpistole von Kindern entdeckt

Welches Land die Rakete vor 25 Jahren übernahm, ist noch unklar. Der Deal umfasste jedoch 40 Flugkörper desselben Typs. Die Lenkrakete hat eine Länge von 3,5 Metern und wiegt knapp 250 Kilogramm. Ausserdem hat sie eine Reichweite von 25 Kilometern.

Der «Blick» berichtet ausserdem, dass A. M. sich im Januar 2018 ein Ferienhaus in Bissone gemietet haben soll, jedoch ohne die Miete zu zahlen. Im Juni dieses Jahres haben Kinder eine Plastiktüte mit einer Maschinenpistole sowie Munition entdeckt. Dabei könnte es sich um Ware des verhafteten Tessiners handeln.

Drei Festnahmen am Montag

Der spektakuläre Waffenfund glückte nach Ermittlungen einer Todesdrohung gegen den italienischen Innenminister Matteo Salvini. Er habe sich wegen einer Todesdrohung an die Anti-Terror-Polizei in Turin gewandt, sagte der Innenminister und Chef der fremdenfeindlichen Lega-Partei am Dienstag in Genua.

Am Montag erklärte die Polizei, sie habe die drei Männer, einen 42-jährigen Schweizer und zwei Italiener, festgenommen. Bei Durchsuchungen in einem Lager zweier der Festgenommenen in der Nähe von Mailand und dem Zuhause des Dritten fanden die Ermittler das Waffenarsenal und eine Sammlung von Nazi-Devotionalien.

* Name der Redaktion bekannt

(fss/sda)