Kompromiss abgelehnt

25. Dezember 2011 20:27; Akt: 25.12.2011 20:43 Print

Kein Ende des Grenzstreits im Kosovo in Sicht

Die im Nordkosovo lebenden Serben lehnen einen zwischen der serbischen Regierung und der EU ausgehandelten Kompromiss ab. Der Abbau der Blockaden gilt als Voraussetzung dafür, dass das Land Beitrittskandidat der EU werden kann.

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Kosovarische Serben stehen am 6. Dezember neben Kfor-Soldaten an einer mit Stacheldraht befestigten Strassensperre. (Bild: AFP)

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Im Kosovo-Konflikt zeichnet sich trotz aller Vereinbarungen kein Ende des monatelangen Streits ab. Eigentlich soll am (morgigen) Montag eine Abmachung über den reibungslosen Grenzverkehr zwischen dem Kosovo und Serbien in Kraft treten.

Aber die in Nordkosovo lebenden Serben lehnen einen unter Vermittlung der EU ausgehandelten Kompromiss zwischen der serbischen Regierung in Belgrad und der von Kosovo-Albanern geführten Regierung in Pristina ab.

«Er fügt den Serben im Kosovo grossen Schaden zu», zitierte die Nachrichtenagentur Beta am Sonntag führende serbische Politiker in Nordkosovo. Obwohl die Regierung in Belgrad auch am Sonntag noch einmal den Abbau der vor Monaten errichteten serbischen Barrikaden in Nordkosovo verlangt hatte, lehnen die Landsleute dort das ab.

Serben drohen mit Widerstand

«Wenn die Barrikaden mit Gewalt (von der internationalen Schutztruppe KFOR) geräumt werden, werden wir neue errichten», kündigte der Bürgermeister von Mitrovica, Krstimir Pantic, an.

Die serbischen Spitzenpolitiker in Nordkosovo beschlossen weiter, am 15. Februar ein Referendum zu organisieren. Darin sollen die Serben entscheiden, ob sie erlauben wollen, dass kosovo-albanische Zöllner an den Grenzen zwischen Kosovo und Serbien arbeiten.

EU fordert Abbau der Blockaden

Die Lösung des Streites ist eine Bedingung dafür, dass Serbien EU- Beitrittskandidat werden kann. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten den Entscheid Anfang Dezember auf März verschoben.

Bis dahin müssen die rund 20 serbischen Blockaden in Nordkosovo abgebaut werden. Ausserdem müssen die Serben der EU-Rechtsstaatsmission (Eulex) volle Bewegungsfreiheit ermöglichen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Träume sind Schäume am 26.12.2011 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kosovo gehört zu Serbien

    Der Kosovo sollte weiterhin zu Serbien gehören. Es ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, weshalb es durch Einwanderung von Flüchtlingen auf einmal einen eigenen Staat "Kosovo" geben sollte. Wenn ein Dorf in der Schweiz mehr als 50% Ausländeranteil hat, gibt es schliesslich auch nicht einfach ein neues Staatsterritorium... Mit der Anerkennung hat die internationale Gemeinschaft eigene Ziele verfolgt und dafür gesorgt, dass in der Region noch jahrzehntelang Konflikte ausgetragen werden.

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  • Srdjo am 26.12.2011 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kosovo und Metochien

    Schon ganz lustig, dass von internationalen Gerichtshof, die Unabhängigkeitserklärung überprüft wurde, und nicht die Ausrufung der Unabhängigkeit? oder nicht? WO wird erwähnt, dass in den Haag x Serben gestorben, und zu 90% nur Serben verurteilt wurden? In der Kraijna, in Kroatien wurden die 600'000 Serben vertrieben, was in den Zeitungen des Westens auch nicht steht... Diese Serben Verteufelungspolitik des Westens ist nur zum Lachen... die Amerikaner, welche mehr als 100% BDP Verschuldung haben, belehren andere, obwohl Sie im eigenen Haus eine Katastrophe haben, und das Schosshündchen Europa

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  • Peter Ransòn am 26.12.2011 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eu Tyrannei

    Wieso lässt man die 2 oder 3 Bezirke in denen die Serben 80% sind nicht zu Serbien? Der Kosovo wurde gerade gegründet das fa nicht alle mitmachen wollen ist doch klar. Dies ist also Eu Demokratie und Eu Freiheit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jackman am 26.12.2011 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe wer will, bringt alles nichts

    Seit dem Ende von Jugoslawien gibt es dort nur noch Konflikte über Glauben, Territorien oder Macht. Wer soll denn da noch durchblicken? Ist es so schlimm, wenn es einen Kosovostaat gibt? Wenn ich mir vorstelle, hier in der Schweiz würden alle Kantone auf einmal den Gedanken bekommen, sich selbst zu verstaatlichen, komme ich wohl auf ähnliche Aktionen wie z.Zt. im Nordkosovo. Wem wäre damit geholfen?

    • Marko Kon am 27.12.2011 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kosovo  

      Für Serbien wäre das sicher erniedrigend und beleidigend. Denn Kosovo war und ist serbisches Territorium.Solange Serbien das Kosovo nicht anerkennt,wird es ein Illegaler Staat bleiben.Nach dem Natobombardmon wurde der Kosovo von den USA zum unabhängigem Staat erklärt.Ohne das Einverständnis von Serbien bekommen zu haben.Man kann doch einem Land sein Territorium doch nicht wegnehmen und zu einem unabhängigem Staat erklären.Oder findest du schon?

    • Beni am 27.12.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      Niemand nimmt Land weg!!!!!!

      @Marko Kon: Es stimmt nicht wen du sagst es ist Serbisches Teritorium. Es war Jugoslawisches Teritorium, jedoch kann nicht Serbien sagen Kosovo gehört uns sonst müsse man das mit allen Staaten von Ex Jugoslawien machen, alle die, die Unabhängigkeit erklärt haben das war mal alles Jugoslawien und nicht Serbien ein kleiner aber feiner Unterschied. Es stimmt wen die Serben sagen das Serbien aus dem Kosovo entstanden ist, aber das macht das Land noch lange nicht zum Serbischen Teritorium. Wenn man der geschichte nachgehen will, war mal das ganze Jugoslawien in der hand der Iliren. Also Bitte.

    • Jackman am 27.12.2011 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Konsens, weil alles Sturköpfe

      Ich bin nicht so gewandt mit der Geschichte Jugoslawiens, aber nach einem Referat meiner Tochter über dieses Land, meine ich noch zu wissen, dass J. ein Vielvölkerstaat war wie @Beni zutreffend erklärte. Daraus abzuleiten, das der Kosovo zu Serbien gehört, welches aber ebenfalls ein Teil J. war, erscheint mir daher eher anmassend, da Serbien selbst sich als Staat ja auch deklariert hat. Warum die gleiche Chance dem Kosovo nicht zu zubilligen? Ist da unten nicht genug Elend gefallen? Wer eniedrigt denn wen? Wohl eher die Serben sich selbst, denke ich mal.

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  • Luka am 26.12.2011 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    grossen respekt

    grossen respekt an die Kosovaren, die so veil geduld mit diesen Zirkus im Norden haben. Andere Staaten hätten bei solchen Situation harte masnahmen eingeleitet.

    • Robert Müller am 27.12.2011 07:17 Report Diesen Beitrag melden

      kosovo gehört zu Serbien

      Die Serben sind im Recht, nicht die Kosovaren.

    • ive jan am 27.12.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      kosovo eigenes land

      luka da muss ich dir zu stimmen, die kosovaren haben richtig viel geduld und bleiben ruhig machen keinen aufstang, obwohl es klar ist das kosovo jetzt sicher ein eigenes land ist und nicht zu serbien . das solltes du auch akzeptieren wie alle anderen robert muller

    • Lee Ruby am 27.12.2011 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      3 Jahre für die Katz!

      @ive jan So was illegales sollte man nie akzeptieren,die vertreibung von allen nicht-albanern muss aufören die Serben haben recht eigentlich müssten andere Länder Serbien helfen und nicht umgekehrt.Aber sollen sie,eines Tages kommt alles zurück,garantiert!

    • S. Kela am 28.12.2011 23:54 Report Diesen Beitrag melden

      Fundiertes Wissen, DIE Voraussetzung!

      Ja, ja, ja, wissen Sie Herr Lee Ruby, wenn Sie sich die Muehe machen wuerden, FAKTEN zu lesen und vor allem das Urteil des IGH zu studieren, dann wuerden Sie schon verstehen, wieso ALLE demokratischen Laender das Kosovo und nicht Serbien unterstuetzen! Ausserdem, wenn Sie schon dabei sind, informieren Sie sich ueber den Zerfall Jugoslawiens, insbesondere ueber die illegale Aufhebung der Verfassung und Autonomie des Kosovo durch das Milosevic-Regime, all die Massaker, Vertreibung von 1 Million Albanern, Massenvergewaltigungen usw.! Fundiertes Wissen ist DIE Voraussetzung zum Kommentieren!

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  • Andreas Ritler am 26.12.2011 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Ausgaben für sinnloses Handeln

    Als neutrales Land hat sich die Schweiz sofort aus diesem Konfliktgebiet zurückzuziehen. Wir sind kein Schiedsgericht zur Streitbeilegung von Kulturkonflikten in dieser Welt. Woher nehmen unsere Politiker eigentlich das Budget und die Legitimation für deren Aufträge und wieso gerade im Kosovo und sonst nirgendwo?

  • Marko Stanoj am 26.12.2011 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    wie viele Bedinungen soll Serbien haben?

    Ich finde es wirklich schlimm, was die EU an den Serben antut. die serbische regierung hat aller kriegsverbrecher gefangen und jetzt haben sie wieder eine neue bedienung...dies hört ja nie auf...meine güte...und ich verstehe es sowieso nicht, was das land in die eu sucht...diese gibt in einigen jahren sowieso nicht.

    • Berger Jan am 26.12.2011 23:11 Report Diesen Beitrag melden

      EU Bankrott

      Ich verstehe auch nicht dass man heute noch in die EU will.

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  • Jonathon am 26.12.2011 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kosovo ist Serbien!

    Kosovo gehört zu Serbien wie Ketchup zu Pommes. Die NATO darf und kann nicht Serbien angreifen, da nicht alle NATO Länder Kosovo anerkannt haben... China ein grosser Verbündeter Serbiens hat den Kosovo ebenfalls nicht anerkannt und unterstütz Serbien stark. China hat das gleiche Problem mit dem Tibet, Spanien ebenfalls mit Katalonien, etc. Beide Seiten (Serben, sowie Albaner) müssen es ansehen, dass diese Situation die nächsten 100-200 Jahre anhält, ausser einer gibt nach, was ich stark bezweifle.

    • Tibet Kenner am 26.12.2011 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      Wir haben Tibetische Flüchtlinge

      Oho Tibet. Da unterdrücken die Chinesen die Tibeter. Da müssen sie aber stark aufpassen was Sie schreiben. Tibeter werden schändlich diskriminiert und haben keine Chancen auf Jobs und ein Menschenwürdiges dasein. Sowas möchte ich nicht zum Freund. Informieren sie sich mal darüber.

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