Cameron in Brüssel

28. Juni 2016 17:48; Akt: 30.06.2016 03:11 Print

Keine EU-Rosinen für die Briten

Nach der Entscheidung zum Brexit besuchte Premierminister David Cameron den EU-Gipfel in Brüssel. Dort bat er um günstige Konditionen. Die EU-Chefs winkten ab.

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Sucht Anschluss: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon im Gespräch mit dem Präsidenten des Europaparlaments Martin Schuld in Brüssel. (29. Juni 2016) «Vier Freiheiten oder keine»: Der französische Präsident François Hollande (links) macht seinen Standpunkt gegenüber dem britischen Premierminister David Cameron klar. (28. Juni 2016) Es habe «eine Menge Verständnis» auf dem Gipfel gegeben: David Cameron bei einer Pressekonferenz nach dem ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel. (28. Juni 2016) Hat Vertrauensabstimmung verloren, will seinen Posten aber nicht räumen: Labour-Chef Jeremy Corbyn. (23. Juni 2016) Eine Begegnung mit seltsamer Aura heute im Europaparlament: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.) und Ukip-Chef Nigel Farage albern herum. (28. Juni 2016) Was als Küsschen interpretiert wird, ist dann doch wohl nur ein Flüsterer. (28. Juni 2016) Ein paar böse Worte gab es vermutlich schon: Juncker und Farage im Europaparlament. (28. Juni 2016) Farage hatte die EU zuvor aufgefordert, mit Grossbritannien ein Freihandelsabkommen ohne Zölle zu schliessen. Eine solche Vereinbarung sei «vernünftig, pragmatisch und realistisch», sagte der Politiker von der Unabhängigkeitspartei Ukip. Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte am Tag der Abstimmung noch gewarnt: «Out is out.» Farage wirbt als EU-Abgeordneter seit Jahren für den Austritt aus der Union. Merkel hatte zuvor noch klargemacht, dass es für Grossbritannien im Verhältnis zur EU keine «Rosinenpickerei» geben werde. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon ist nach dem Brexit-Votum der Briten entschlossen, Schottlands Platz in der EU zu verteidigen. Sie reist am Mittwoch nach Brüssel wird dort Gespräche mit den Spitzen des EU-Parlaments führen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass es für Grossbritannien im künftigen Verhältnis zur EU keine «Rosinenpickerei» geben wird. Es werde einen klaren Unterschied geben zwischen einem EU-Mitglied und einem Drittstaat. Die Staatengemeinschaft müsse ihre Zukunft ohne die Briten planen, sagte François Hollande. Der französische Präsident ruft zu raschen Gesprächen über einen Austritt Grossbritanniens aus der EU auf. Bei seiner Ankunft in Brüssel hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras die Politik der Europäischen Union für das Brexit-Votum verantwortlich gemacht: «Europa hat eine vorhersehbare Krise erreicht, aufgrund eines Defizits an Demokratie, aufgrund fehlenden sozialen Zusammenhalts und fehlender Solidarität.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Smash am 27.06.2016 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt kann die EU beweisen

    ob sie was taugt, oder ob sie dringendst das Personal auswechseln müssen. Wenn sie jetzt die gleiche Taktik fahren, wie gegen die Schweiz, dann können sie gleich einpacken. Stur trötzelen, sich verweigern, bestrafen und schmollen sind ein Zeichen von Schwäche..

  • Doris Denkt am 27.06.2016 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich offensichtlich längst klar

    Die EU (eigentlich eine tolle Sache für uns Europäer), hat total versagt UND ist definitive uneinsichtig. Reformen; Konzentration auf den gemeinsamen Markt (mit gemässigter Lobby) anstelle von Migrations- und Bürokratieprioritäten. Die Souveränität jedes Mitgliedstaates muss klar im Vordergrund stehen. Das Eintopfprinzip zentralistisch geführt, geht definitive nicht! Zudem müssen EU-Vertreter von der Bevölkerung abgewählt werden können.

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  • Roberto am 27.06.2016 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzmaler und Hysteriker

    Danke Boris. Es ist Zeit, dass endlich wieder richtige Männer und Frauen die Sache in die Hand nehmen und die zögerlichen Schwarzmaler ablösen. Dies gilt v.a. auch für viele schweizer Politiker.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 28.06.2016 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Märkte werden es richten

    Die Wirtschaft treibt die Politik vor sich her. Seit Freitag häufen sich die Anfragen Londoner Firmen nach gewerblichen Mietobjekten in Frankfurt /Main. Da ist noch gar nichts entschieden aber sofort wurden diese unverbindlichen Anfragen zum Politikum. Das gefährliche an solchen Aktionen zusammen mit den Berichten darüber ist das so etwas schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann. Dann wird am Ende gezügelt obwohl gar keine Notwendigkeit dazu besteht nur weil alle darüber reden. Das zeigt wie volatil die Globalwirtschaft geworden ist, einmal "Buh!" rufen und schon ist Panik.

  • Michel G. am 28.06.2016 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich und doch nicht gleich

    Wieso kann Schottland raus aus Grossbritanien, Katalonien aber nicht weg von Spanien? Wieso kann Nordirland sich Irland anschliessen, die Krim aber nicht Russland. Hier wird doch nicht mit gleichen Regeln gespielt. Und das soll dann auch noch die Vorzeigedemokratie Europas sein. Verstehe ich nicht.

    • Matthias am 28.06.2016 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      wirklich?

      Sie verstehen den Unterscheid zwischen Schottland und Katalanien oder Krim nicht??? Ist das jetzt ihr ernst? Sie vergleichen leider Äpfel mit Birnen...

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  • Stefan am 28.06.2016 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptieren

    Liebe Schotten etc. Akzeptiert das Resultat. Bei uns stimmen die Westschweizer meistens auch anderst ab als die Deutschschweizer. Der andere muss es auch hinnehmen ob gut oder schlecht. Am Schluss ist alles halb so schlimm. Und seit doch froh , dass ihr diesem Verein von EU nicht mehr Rechenschaft ablgen müsst über euer Handeln etc.

    • lauretta am 28.06.2016 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      Stefan

      die schotten wollen nur in der EU bleiben, weil die meisten schottischen bauern von der EU subventioniert werden. es geht denen nur ums rohe geld. schade, denn freiheit ist unbezahlbar. sich finanziell von der EU abhänigig machen hingegen, ist ein pakt mit dem teufel. siehe griechenland, italien usw. unter dem hammer der merkel dahin vegetieren und dieser diktatorin noch den knicks machen, kann doch nicht der traum der europäer sein? oder echt jetzt?

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  • Mike the British Man am 28.06.2016 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Der gute Nigel. Wo er recht hat, hat der recht!!

  • Kurt Oberle am 28.06.2016 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Merkel behält wie immer klaren Kopf

    Merkel sagt klar und deutlich wie es weiterläuft. Die 27 EU-Staaten werden die nächsten 2 Jahre das Abkommen ohne britische Beteiligung aushandeln. In 2 Jahren sind die Briten Drittstaat, egal ob sie das Abkommen unterzeichnen oder nicht. Das ist das Austrittszenario nach Paragraph 50.

    • TheDelphiVoice am 28.06.2016 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      kein Mehrwert

      Armut, Perspektivelosigkeit und soziale Unruhen durch Massenmigration werden Jung und Alt von ihrer EU-Hörigkeit abbringen. Just wait, it is a matter of time ;) Kein einziger von diesen ideologisch verschossenen und weltfremden Berufspolitiker hat jemals einen Mehrwert geschaffen. Nur Mehrkosten! Die letzten Anhänger der EU werden aber tatsächlich als Auswanderer in der Schweiz zu finden sein, da sie hier die Nachteile der EU nicht am eigenen Leibe zu spüren bekommen.

    • Hibernian am 28.06.2016 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      @TheDelphiVoice

      So lange UK weiterhin seinen Ex Kolonien und den Commonwealth Staaten die Möglichkeit gibt dort zu arbeiten wird sich an der Masseneinwanderung auch nichts ändern.

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