Raketenabwehr in Europa

08. Dezember 2011 13:07; Akt: 08.12.2011 13:41 Print

Keine Einigung mit Russland in Sicht

Die Beschwichtigungen des Nato-Generalsekretärs Rasmussen, Russland würde durch die Raketenpläne des Bündnisses nicht bedroht, nützten nichts: Aussenminister Lawrow hat kein Verständnis dafür.

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NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen redet am 8. Dezember an der Pressekonferenz im Nato-Hauptquartier in Brüssel. (Bild: Reuters)

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Die NATO und Russland sind weiter uneins über die von der NATO geplante Raketenabwehr in Europa. Dies sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach Gesprächen der 28 NATO- Aussenminister mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Donnerstag in Brüssel.

«Über die Raketenabwehr sind wir uns noch nicht einig», sagte er nach dem Gespräch, das knapp eine Stunde länger dauerte als geplant. «Aber wir sind alle einig, dass wir es weiterhin versuchen sollten, dass wir weiterhin miteinander reden müssen.»

Die NATO sei bereit, die Bedenken Russlands gegen die Raketenabwehr ernst zu nehmen: «Wenn wir uns in dieser Frage einigen können, dann wird das unsere Beziehung auf ein neues Niveau bringen.» Russland sieht die NATO-Raketenpläne als Gefahr und hat die Stationierung eigener Raketen nahe der NATO-Grenzen angekündigt.

Rasmussen beteuert Wichtigkeit des Raketen-Abwehrschirms

Im Gespärch hatte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow versichert, die von der NATO in Europa geplante Raketenabwehr sei keine Gefahr für Russland.

«Unser System bedroht weder Russland noch ändert es das strategische Gleichgewicht», sagte Rasmussen am Donnerstag in Brüssel. «Da wir vor der gleichen Bedrohung stehen, macht es Sinn, wenn wir bei der Bekämpfung zusammenarbeiten.»

«Heute haben bereits 30 Staaten Raketentechnologie oder arbeiten daran. Einige dieser Raketen können bereits Teile des Bündnisgebietes erreichen. Deswegen hat die NATO entschieden, ihre eigene Raketenabwehr zu entwicklen», sagte Rasmussen.

Russland will ernst genommen werden

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow wirft der Nato vor, die Bedenken Moskaus nicht ernst genug zu nehmen. Sein Land beharre darauf, dass verbindliche und objektive Kriterien für jene Bedrohungen festgelegt werden, für die die Raketenabwehr gedacht sei. Diese müssten klar machen, dass es um Raketen gehe, die nicht in Europa abgefeuert werden.

Die NATO sei auf Russlands Bedenken überhaupt nicht eingegangen. Lawrow sagte: «Als wir Änderungen vorgeschlagen haben, hat man uns gesagt, es gebe bereits einen Plan, an dem wir teilnehmen könnten. Wir hätten gerne etwas mehr Respekt für unsere intellektuellen Fähigkeiten.»

Blosse Versicherungen, die geplante Raketenabwehr richte sich nicht gegen russische Raketen, reichten nicht aus: «Gute Absichten kommen und gehen.» Russland sei zum Dialog mit der NATO bereit, mahne aber zur Eile: «Die Zeit läuft.»


(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Major Tom am 09.12.2011 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja...

    Wenn hier die Kommentare alle so clever gegen den Raketenschild sind, sollten sich die Kommentatoren vielleicht mal ein wenig mehr in die geostrategischen Elemente einarbeiten. Die entspr. Raketen in den USA zu stationieren bringt gar nichts, da die Reaktionszeit zu lange ist. Wenn es beiden Seiten mit ihren Argumenten ernst wäre, würden die USA, RU, CHINA, INDIEN etc. dafür sorgen, dass die Interkonti-Nukes definitiv zerstört würden. Man darf auch nie vergessen: Das "Atomare Gleichgewicht des Schreckens" hat Europa die längste kriegsfreie Phase der Geschichte gebracht. Ohne dieses Gleichgewicht gäbs uns schon lange nicht mehr

  • Hr.B am 09.12.2011 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA Hass

    Wie die meisten einfach nur die USA hassen und egal was es ist gegen sie stimmt. Es gibt ein Video wo der (jetzt ) Ex-Präsident Russlands 10 min. Über die Situation redet und dabei auch Nuklear Waffen erwähnt. Also USA und Rusland sind etwa gleich streitfreudig.

  • Michael am 08.12.2011 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Eigennutzen

    Die Dinger sollen die Amis gefälligst bei sich zu Hause aufstellen. Keine Ahnung was das hier verloren hat. Natürlich ist es gegen Russland gerichtet und führt nur zu einer Aufrüstung der Länder die sich durch diese Anlage bedroht fühlen. Die dazu gehörende Abhör- und Luftraumüberwachung lässt sich auch prima zum spionieren nutzen, was den Amis wieder einen strategischen und wirtschaftlichen Vorteil bringen soll. Zum Schutz Europas ist es sicher nicht gedacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Major Tom am 09.12.2011 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja...

    Wenn hier die Kommentare alle so clever gegen den Raketenschild sind, sollten sich die Kommentatoren vielleicht mal ein wenig mehr in die geostrategischen Elemente einarbeiten. Die entspr. Raketen in den USA zu stationieren bringt gar nichts, da die Reaktionszeit zu lange ist. Wenn es beiden Seiten mit ihren Argumenten ernst wäre, würden die USA, RU, CHINA, INDIEN etc. dafür sorgen, dass die Interkonti-Nukes definitiv zerstört würden. Man darf auch nie vergessen: Das "Atomare Gleichgewicht des Schreckens" hat Europa die längste kriegsfreie Phase der Geschichte gebracht. Ohne dieses Gleichgewicht gäbs uns schon lange nicht mehr

  • Hr.B am 09.12.2011 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA Hass

    Wie die meisten einfach nur die USA hassen und egal was es ist gegen sie stimmt. Es gibt ein Video wo der (jetzt ) Ex-Präsident Russlands 10 min. Über die Situation redet und dabei auch Nuklear Waffen erwähnt. Also USA und Rusland sind etwa gleich streitfreudig.

  • Hans W. am 08.12.2011 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Öffnet die Augen... Europa!

    Ich finde das sich Europa aus dem Nato-Pakt lösen sollte und einen neuen Pakt mit Russland schliessen sollte. Ich denke doch das die Interessen Russlands und Europa sich näher stehen als die Interessen der USA und Europa...

  • Beat am 08.12.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    RU,CH, IN,BR

    Die NATo soll einwenig aufgeben und realissieren, das die NATO "USA & EU" nicht mehr die Weltmacht sind. Da sich Russland, China, Indien und Brasslien zu einer riessen Super macht zusammengeschlossen hat. Das NATO-Pack war mal etwas. Aber heutzutage macht es nur noch Probleme. (Siehe EX-Juoslawien, Tunesien, Allgerien, Ägypten, Irak, Afgahnistan usw. Das schmutzige Wasser aufgewirbelt und zurückziehen.

  • Michael am 08.12.2011 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Eigennutzen

    Die Dinger sollen die Amis gefälligst bei sich zu Hause aufstellen. Keine Ahnung was das hier verloren hat. Natürlich ist es gegen Russland gerichtet und führt nur zu einer Aufrüstung der Länder die sich durch diese Anlage bedroht fühlen. Die dazu gehörende Abhör- und Luftraumüberwachung lässt sich auch prima zum spionieren nutzen, was den Amis wieder einen strategischen und wirtschaftlichen Vorteil bringen soll. Zum Schutz Europas ist es sicher nicht gedacht.