Jetzt ist es offiziell

29. Dezember 2011 04:26; Akt: 29.12.2011 08:16 Print

Kim Jong-Un ist der neue «Oberste Führer»

Der «Grosse Nachfolger» beerbt seinen Vater, den «Geliebten Führer»: Nordkorea hat den noch nicht 30-jährigen Kim Jong-Un als obersten Führer des Landes ausgerufen.

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Das ist er, der designierte Nachfolger von Nordkoreas Diktator Kim Jong Il: Sein Sohn Kim Jong-Un. Im Land wurde er seit kurzem bekannt gemacht. Der Auftritt an der Parade am war ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit. Genau wie sein Vater beklatschte der nächste Diktator Nordkoreas... ...die 20 000 Paradeteilnehmer, die zu Ehren des 65. Jahrestags der Gründung der Kommunistischen Partei Nordkoreas aufmarschierten. Kim Jong-Un ist der dritte und jüngste Sohn des Diktators Kim Jong-Il. Er entstammt der Ehe mit dessen dritter Frau Ko Yŏng-hŭi. Am 27. September 2010 wurde er zum General ernannt, damit er die gleiche Position wie sein Vater Kim Jong-Il (links) inne hat, bevor dieser seinen Vater beerbte. Nach Zeitungsberichten besuchte Kim Jong-Un unter dem Namen Pak Un die Schule Liebefeld-Steinhölzli in Bern. Ein ehemaliger Direktor behauptet, Kim Jong-Un sei immer von einem als Schüler getarnten Leibwächter begleitet gewesen. Er habe die Schule im Jahr 1998 ohne Abschluss verlassen. Nach dem Tod seines langjährigen Machthabers Kim Jong-Il hat Nordkorea seine Bewohner aufgerufen, seinen Sohn und designierten Nachfolger Kim Jong Un zu unterstützen. Das Volk und das Militär «müssen Genossen Kim Jong-Un treu die Ehre erweisen», erklärte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur. Früh übt sich: Vater und Sohn traten im letzten Jahr oft gemeinsam auf. Dabei trainierte auch Kim Jong-Un zum Experte in Sachen Anschauen - wie zum Beispiel am beim Bau der Huichon Power Station. Der junge Nachfolger (3. v. l.) durfte am ein Konzert mit seinem Vater und Mitglieder der Parteispitze besuchen. Am begleitete Kim Jong-Un seinen Vater beim Besuch eines Pharmalabors. Wie sein Vater, mag offenbar auch Kim Jong-Un die graue Winterjacke. Südkoreanische Politanalysten sahen darin «ein klares Zeichen für den wachsenden Status Kim Jong-Uns». Was bislang noch fehlte: Die teure Otterfellmütze des Diktators.

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Am letzten Tag der Staatstrauer um Nordkoreas verstorbenen Machthaber Kim Jong-Il ist dessen jüngster Sohn Kim Jong-Un an einer Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang zu seinem Nachfolger ausgerufen worden.

«Der geachtete Kamerad Kim Jong-Un ist der neue oberste Führer unserer Partei und der Armee», sagte Kim Yong Nam, der formell Staatschef des kommunistischen Landes ist, nach Angaben des Staatsfernsehens bei der Kundgebung am Donnerstag.

«Der grösste und unglaublichste Verlust»

Wie im Fernsehen zu sehen war, sprach Kim Yong Nam von einem Balkon über dem nach dem Staatsgründer und Vater des verstorbenen Machthabers benannten Kim-Il-Sung-Platz vor zehntausenden Soldaten und Zivilisten. An seiner Seite stand in einem dunklen Mantel Kim Jong-Un.

«Das grosse Herz von Kamerad Kim Jong-Il hat aufgehört zu schlagen», sagte Kim Yong Nam. «Ein so unerwarteter und vorzeitiger Abschied ist der grösste und unglaublichste Verlust für unsere Partei und die Revolution.»

Loyales Militär

Der Militärvertreter Kim Jong Gak versicherte dem neuen Führer die Treue des Militärs. Die Armee spielt mit 1,2 Millionen Soldaten eine wichtige Rolle in der Politik Nordkoreas.

Zum Abschluss der Kundgebung wurde die Internationale gespielt, bevor Kanonen 20 Salutschüsse abfeuerten. Anschliessend wurde im ganzen Land eine dreiminütige Schweigezeit abgehalten. Mit der Zeremonie endete offiziell die 13-tägige Trauerzeit.

Kim Jong-Il hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet. Der Diktator, der das Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember an einem Herzinfarkt gestorben. Am Mittwoch hatte Nordkorea mit einer pompös inszenierten öffentlichen Beisetzungsfeier in Pjöngjang Abschied von Kim genommen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Topan S. am 29.12.2011 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Oh...

    Oh, was für eine Überraschung...

  • Roland Nägeli am 29.12.2011 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lichtblick?

    wenn man einen degenerierten Diktator auf (zum guten Glück nicht darin) Klassenfeindlichen Nobelkarosse zu Grabe fahren muss. Kann es dann sein, dass dieser "Jungspund" eventuelle Sympathien zu seinem Klassenfeind hat?

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  • Andy M am 29.12.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea wird sich verändern zum Guten!

    Eine Schande was hier von den meissten Leserbrief schreibern so alles für dummes Zeug geschrieben wurde. Es ist echt himmeltraurig wie Ihr über eine solche Person urteilt.Was seid Ihr nur für ungehobelte Menschen. Lebe selbst in Asien war auch auch schon im Grenzgebiet. Wünsche dem Kim Jong-Un und seinem Volk eine glückliche Hand damit Ihre Wünsche in erfüllunge gehen im Neuen Jahr 2012 für eine bessere Zukunft!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marie am 29.12.2011 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Trauer des Sohns über den Vater

    DAS kann ich Kim Jong-Un sogar abnehmen. Der Verlust seines Vaters schmerzt ihn ganz bestimmt. Ich kann ihn nur nicht einschätzen, was er mit Nordkorea vorhat, ob er einfach stupide alles übernimmt, wie es ist oder ob er doch einen Verstand hat und den aktiviert. Man weiss nichts über ihn, ausser dass er in der Schule keine grosse Leuchte gewesen ist. Aber das muss ja nicht heissen, dass er auch sozial imbezil ist. Man wird sehen.

  • Andy M am 29.12.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea wird sich verändern zum Guten!

    Eine Schande was hier von den meissten Leserbrief schreibern so alles für dummes Zeug geschrieben wurde. Es ist echt himmeltraurig wie Ihr über eine solche Person urteilt.Was seid Ihr nur für ungehobelte Menschen. Lebe selbst in Asien war auch auch schon im Grenzgebiet. Wünsche dem Kim Jong-Un und seinem Volk eine glückliche Hand damit Ihre Wünsche in erfüllunge gehen im Neuen Jahr 2012 für eine bessere Zukunft!

    • Klatsche am 29.12.2011 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Kaum

      So sehr ich das dem Volk wünschen würde, nur fehlt mir der Glaube daran. Dieser Un wurde seit Kindesbeinen genau darauf programmiert. Er kennt nichts anderes, als eine verquere Ideologie. Und die Strippenzieher im Hintergrund sind noch immer die selben. Warum also sollte sich etwas ändern? Leider.

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  • Bobby am 29.12.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    König Kim Jong-Un

    Nun kann man offiziell auch sagen, dass Nordkorea kein kommunistischer Staat ist, sondern eine Monarchie mit Königsdiktatur. Den Roten Stern auf der Flagge einfach mit einer Krone ersetzen :-)

  • Kwok Akwama am 29.12.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    "Inception" in Bern?

    Scheinbar war er ja "Aussenseiter" in Bärn. Ideologisch isoliert und vorprogrammiert, die Herrschaft weiterzuführen. Mal sehen, ob der Wind des Westens einen Funken Vernunft eingepflanzt hat. Wenn nicht ... die Videosam(m)lung seines Vaters hat er ja bereits schon. Dann wird ihm nicht langweilig. Noch manch einer fing zuträglicher Ideen an, und wurde jäh im Rausche der Vorteile blind für Missstände. Après moi, le déluge.

  • Dr. Doom am 29.12.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Comic

    Ein debil dreinblickendes Schweinchen Dick hat nun die Herrschaft über eine grosse Armee und vermutlich auch über Atomwaffen... beängstigend. Der Kerl ist in einem verlogenen und von Wahnsinn geprägten Umfeld aufgewachsen. Da kann nichts gutes dabei rauskommen. Das Volk muss aufwachen und sich geegn dieses lächerliche Regim stellen.

    • K.R. am 29.12.2011 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Dieser Kommentar spricht mir aus dem Herzen. Mit dieser Nachfolgeregelung bleibt das Geld in der Familie und das Volk kann ungestört weiter für blöd verkauft werden.

    • Guido Killmeier am 29.12.2011 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      das Volk

      ist dort zu hirngewaschen. Die lieben ihren Diktator. Da sind mir die Araber, sowenig ich sonst für sie übrig habe, doch einiges lieber. Die verjagen oder töten ihre Diktatoren wenigstens.

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