Propaganda-Lärm

11. Januar 2016 22:21; Akt: 12.01.2016 07:37 Print

Kim dröhnt mit voller Macht zurück

Nordkoreas Machthaber antwortet auf Südkoreas Beschallung an der Grenze – mit eigenen Lautsprechern. Ganz mit dem Süden mithalten kann Kim Jong-un aber nicht.

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Kim Jong-un besuchte am eine Forschungsanstalt und lobte die Nuklearforscher seines Landes nach dem mutmasslichen Atomwaffentest von letzter Woche in höchsten Tönen. Er pries die Wissenschaftler und Techniker dafür, seine beiden Vorgänger Kim Il Sung und Kim Jong Il «glorifiziert» zu haben, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Während des Termins machte Kim auch Fotos mit den Forschern. Zuvor hatte er den vermuteten Test einer Wasserstoffbombe als «Selbstverteidigung» bezeichnet. Um auf nordkoreanische Provokationen schnell reagieren zu können, versetzte Seoul seine Frontsoldaten in der Nähe der elf Standorte von Lautsprechern entlang der Grenze laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap in höchste Alarmbereitschaft. Zudem habe Südkorea Raketen, Artillerie und andere Waffensysteme in der Region stationiert. «Am Rande des Krieges»: Die Soldaten des norkoreanischen Militärs applaudieren nach Kims Ansprache auf dem Kim-II-Sung-Platz in Pyongyang. (8. Januar 2016) Ein südkoreanischer Soldat justiert im Studio in Yeoncheon die Anlage, um Nordkorea mit Musik und Propaganda-Botschaften zu beschallen. (8. Januar 2016) Als Südkorea zuletzt im Sommer seine Propagandalautsprecher einsetzte, kam es zu Artilleriefeuer, der Norden drohte mit Krieg. Erst nach langen Verhandlungen einigten sich die beiden Länder auf eine Deeskalation. Passanten in Seoul erfahren in den Nachrichten vom Nukleartest ihres nördlichen Nachbarn. (6. Januar 2016) Lässt einmal mehr seine Muskeln spielen: Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un, hier bei einer Militärparade am 10. Oktober 2015. Nachbarland in Aufruhr: Der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani (M.) eilt zum Büro des Premierministers. Japans Premier Shinzo Abe kritisiert Nordkoreas Vorgehen scharf und droht Konsequenzen an. Breaking News: Südkoreanische Fernsehsender berichteten ununterbrochen über den Wasserstoffbomben-Test. Heftiges Beben: Die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete eine seismischen Aktivität der Stärke 5,1.

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Nach Nordkoreas neustem Bombentest beschallt Südkorea den Norden über die abgeriegelte Grenze – mit Nachrichten, Wettervorhersagen und K-Pop. Jetzt reicht es Machthaber Kim Jong-un: Nachdem er dem Süden am Wochenende mit Krieg drohte, setzt er nun auch auf Propaganda und dröhnt zurück.

Dazu liess Kim weitere Lautsprecher an der Grenze zum Süden aufstellen. Hatte Nordkorea zuvor an zwei Orten Lautsprecher installiert, schalle es nun von allen Orten, an denen auch Südkorea sende, berichtete ein anonymer Regierungsbeamter aus Seoul der Nachrichtenagentur Yonhap. Insgesamt seien das elf Standorte entlang der entmilitarisierten Zone.

«Ton ist ziemlich schwach»

Rund um die Uhr dröhnt es mittlerweile also von beiden Seiten, «psychologische Kriegsführung aus den Zeiten des Koreakriegs», schreibt dazu Welt.de. Vom Norden würden interne Propaganda und patriotische Lieder gesandt, die Kim Jong-un anpreisen – dazu Angriffe gegen die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye.

Unterscheiden würde sich die Beschallung in der Qualität, berichtet eine andere Quelle aus der südkoreanischen Regierung: Der Ton der Nordkoreaner sei «ziemlich schwach» – «wir sind nicht sicher, ob es eine Frage der Elektrizitätsversorgung ist oder ob die Lautsprecher schlecht sind.»

Artillerie und Waffensysteme an Grenze stationiert

Südkorea hat ausserdem an den Orten, an denen Propaganda-Lautsprecher in Betrieb sind, seine Soldaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Seoul stationierte Raketen, Artillerie und andere Waffensysteme unweit der Grenze.

Als Südkorea zuletzt im Sommer seine Propaganda-Lautsprecher einsetzte, kam es zu Artilleriefeuer, der Norden drohte mit Krieg. Erst nach langen Verhandlungen einigten sich die beiden Länder auf eine Deeskalation.

(cfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • User am 11.01.2016 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Musik

    Beschallung ist die beste Kriegsführung!! :-) Besser als Waffen!! So sollten alle Kriege auf unserer Kugel geführt werden...

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  • Koneman am 11.01.2016 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kräfte zusammenhalten....

    und gegen die IS rausballern, dann hätten wir Ruhe auf diesen Planet!

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  • Martin tschuemperlin am 11.01.2016 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Optimales Flugziel

    So viele Obamadrohnen fliegen im nahen und fernen Osten - und nicht eine verrirt sich nach Pyongyang!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • schweize am 12.01.2016 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    lehren die 2 wirklich nicht das ein Krieg keine Lösung ist,

  • Irgendjemand am 12.01.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach der kleine Kimi

    Dem kleinen fetten kimi gefällt es nicht, dass er nicht im Mittelpunkt steht. Der IS hat in letzter Zeit die Medien dominiert und kimi kann es nicht leiden nicht im Mittelpunkt zu stehen. Er pupertiert halt noch um zu zeigen dass er doch noch was drauf hat.

    • Ludwig am 12.01.2016 21:59 Report Diesen Beitrag melden

      Aber, aber

      Der kleine fette kimi ist nicht so klein wie irgendjemand meint, sonst hätte ihn nämlich irgendein unterernährter Untertane schon längst beseitigt!

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  • RoCh am 12.01.2016 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bis die ganze welt in trümmer liegt

    schlimm zu sehen, dass nur staaten sich vor angriffskriegen schützen können, welche atombomben versichert sind. was für eine kranke welt. was, wenn die lage aus dem ruder läuft? bis eine partei sich provoziert fühlt oder einen fehler begeht? dann wird jeder atombombenstaat auf den erstschlag und abschreckung setzten. doch wer will man dann noch erschrecken? der planet endgültig verseucht und zerstört. würde das geld aller staaten statt in rüstung in humanitäre projekte gesteckt werden, dann gäbe es ein paradies auf erden. für unseren untergang braucht es keine meteoriten. nur uns selbst.

    • Marcel Kuhn am 12.01.2016 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RoCh

      Schwarzsehen 2.0! Das wäre schon längst geschehen wenn die Gefahr wirklich so gross wäre... Aber Panik schieben ist halt einfach!

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  • Mc Gyver am 12.01.2016 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lösungsansatz

    Die UNO soll beide mit dem Musikantenstadel beschallen. Dann hören beide schnell auf und ziehen sich zurück.

    • Tigg am 12.01.2016 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mc Gyver

      Das wäre aber ganz sicher gegen sämtliche Menschenrechte. Lieber eine Kugel einfangen als Musikantenstadl zwangshören!

    • Naab Tal am 12.01.2016 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mc Gyver

      ja - am besten mit Musik vom Napalm-Duo äh Naabtal-Duo. Und wenn das nicht reicht jagen wir Ihnen noch den Florian Silbereisen rein...

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  • Ich am 12.01.2016 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Man braucht nur ein Mikrofon und einen guten Rechner... Dann stellt man das ganze so ein, dass sich die Wellen gegenseitig aufheben, und schon hat man seine Ruhe...

    • Mc Gyver am 12.01.2016 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Funktioniert leider so nicht.

      Funktioniert nur bei dieser räumlichen Grössenordnung nicht, denn damit sich die Schallwellen gegenseitig aufheben müssen zu möglichst exakten Zeit die beiden sich aufhebenden Schallwellen aufheben. Bei z.B. 300m hat man aber schon eine ganze Sekunde unterschied, mit dem Ergebniss dass es noch schlimmer wird.

    • ... am 12.01.2016 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mc Gyver

      Darum steht das Mic. Weiter vorne ;). Das signal rast mit ca 300.000 km/s zum Rechner,(dann genau berechnet zu "meinem" Lautsprecher) wärend der Schall mit ca 330m/s herumtrödelt. Dann rechnet die Software wann die Wellen bei meinem Lautsprecher ankommen und voila.. Braucht in dieser Grössenordung viele Mikrofone, viel (rechen)Leistung, und viel Geld. Aber möglich ist vieles... ;)

    • Mc Gyver am 12.01.2016 22:43 Report Diesen Beitrag melden

      Geht doch nicht

      A) Weiter vorne ist beim Gegner, wo man bekanntlich nicht hin kann. B) Gilt ein so berechnetes Ergebnis nur für ein sehr kleines Umfeld. Also müsste es in einem Muster von sagen wir mal 10x10m Mikrofone, Berechnung und Richtlautsprecher geben - wobei sich nicht vermeiden lässt dass das Gebiet vor und nach ein falsches Timing hat. Die Betrachtung ist zu eindimensional. Sorry.

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