Treffen in Schweden

05. Oktober 2019 20:01; Akt: 06.10.2019 00:22 Print

Nordkorea hält Gespräche für «gescheitert»

Die «grossen Erwartungen» Pyongyangs in Bezug zum nordkoreanischen Atomprogramm wurden offenbar nicht erfüllt.

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Die jüngste Runde der Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA ist nach Angaben des nordkoreanischen Verhandlungsführers gescheitert. Schuld seien die USA, sagte Unterhändler Kim Myong-gil am Samstag in Stockholm. Die Gespräche hätten die «Erwartungen» Pyongyangs nicht erfüllt und keinerlei Fortschritte gebracht.

Unterhändler der USA und Nordkoreas hatten nach monatelanger Pause ihre Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm erst am Samstag wieder aufgenommen. Die beiden Delegationen trafen sich auf einer Insel in Stockholm, nahe der nordkoreanischen Botschaft.

Nordkorea hatte «grosse Erwartungen»

Die Gespräche, die auf Arbeitsebene stattfanden, wurden von einem erneuten Raketentest Pyongyangs in der vergangenen Woche überschattet.

An dem Treffen nahmen der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Stephen Biegun, und der nordkoreanische Gesandte Kim Myong-gil teil. Vermitteln sollte der schwedische Sonderbeauftragte Kent Härstedt.

Stockholm war schon im März 2018 und im Januar dieses Jahres Schauplatz von Gesprächen über die atomare Abrüstung Nordkoreas. Der nordkoreanische Gesandte Kim hatte sich vor seiner Abreise nach Schweden optimistisch gezeigt und «grosse Erwartungen» geäussert.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea kommen seit Monaten nicht von der Stelle. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Februar hatten US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un keine Einigung über Schritte zur Denuklearisierung Nordkoreas erzielt.

Ende Juni trafen sich Trump und Kim in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Dabei einigten sie sich auf eine Fortsetzung der Gespräche auf Arbeitsebene.

Erneuter Raketentest

Nordkorea hatte am Mittwoch, kurz nach der Bekanntgabe, dass es zur Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit Washington bereit sei, erneut eine ballistische Rakete getestet. Das «neuartige» Fluggeschoss Pukguksong-3 sei aus den Gewässern vor der Bucht von Wonsan abgefeuert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

Bereits in der Vergangenheit hatte Nordkorea kurz nach einem Gesprächsangebot Waffen getestet. Experten zufolge will die Führung in Pyongyang damit den Druck auf die Gegenseite erhöhen.

(sda)