Anglikaner

14. Juli 2014 18:13; Akt: 14.07.2014 20:53 Print

Kirche von England bekommt Bischöfinnen

Während in anglikanischen Kirchen in den USA oder Neuseeland Bischöfinnen längst üblich sind, öffnet die Mutterkirche in England das Amt erst jetzt für Frauen.

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Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby (2.v.l.), und andere Mitglieder des Klerus auf dem Weg zur Sitzung der Generalsynode am 14. Juli 2014. (Bild: Keystone/AP/Lynne Cameron)

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In der Anglikanischen Kirche dürfen in Zukunft auch Frauen Bischöfe werden.

Die Generalsynode der Kirche von England traf diesen historischen Beschluss am Montag nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. 351 Mitglieder der Synode stimmten dafür, 72 dagegen und 10 enthielten sich.

Mehr als 20 Jahre hatte die Kirche über die Frage gestritten, ob Frauen das Bischofsamt ausüben dürfen. Zum Priesteramt wurden Frauen bereits zugelassen, der Aufstieg in der Kirchenhierarchie blieb ihnen aber bis zur Abstimmung am Montag verwehrt. Der britische Premierminister David Cameron würdigte die Entscheidung als «grossen tag für die Kirche und für Gleichheit». Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, begrüsste den lange erwarteten Schritt, forderte aber auch Toleranz und Liebe für die Traditionalisten, die dagegen gewesen sein.

Noch vor zwei Jahren hatte die Generalsynode die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt abgelehnt – die Zweidrittelmehrheit kam wegen des Widerstands aus den Reihen der Laienmitglieder nicht zustande. Bischöfe und Geistliche hatten bereits damals den Beschluss unterstützt.

Die Kirche von England ist die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft, die in mehr als 160 Ländern vertreten ist. Ihr geistliches Oberhaupt ist der Erzbischof von Canterbury, der früher vom englischen König eingesetzt wurde, inzwischen aber vom britischen Premierminister dem Monarchen vorgeschlagen wird.

(sda)