05. April 2005 12:24; Akt: 05.04.2005 12:26 Print

Kirgisien: Akajew-Abwahl verschoben

Das Parlament von Kirgisien hat am Dienstag die Abstimmung über den Rücktritt des gestürzten Präsidenten Askar Akajew um einen Tag verschoben.

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Es waren nicht genügend Abgeordnete anwesend, um einen rechtskräftigen Beschluss zu fassen.

Statt der mindestens 38 erforderlichen Abgeordneten seien nur 36 der 69 Volksvertreter erschienen, sagte der stellvertretende Parlamentspräsident Bolot Scherniasow am Dienstag. Es fehlten demnach auch jene Abgeordneten, die Akajew am Sonntag in Moskau zu seinem offiziellen Rücktritt bewegt hatten.

Laut der ausgehandelten Vereinbarung ist Akajews Demission erst gültig, wenn das Parlament zugestimmt hat. Mit Akajews Demission soll ein Schlussstrich unter die politische Krise in Kirgisien gezogen und der Weg für die Neuwahl eines Präsidenten im Juni geebnet werden.

Die Opposition hatte Akajews Amtssitz in der Hauptstadt Bischkek am 24. März nach wochenlangen Protesten wegen vermeintlicher Wahlunregelmässigkeiten gestürmt. Akajew floh ins Moskauer Exil.

Polizeioberst erschossen

Im Süden Kirgisien ermordeten Unbekannte in der Nacht zum Dienstag einen Polizeioffizier. Der für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständige Oberst wurde laut russischer Agentur Interfax in der Stadt Osch erschossen. In Osch und anderen Städten im Süden Republik hatte der Aufstand im März begonnen.

(sda)