29. April 2005 10:13; Akt: 29.04.2005 10:17 Print

Kirgisien: Mordanschlag auf Politiker

Der kirgisische Präsidentschaftskandidat Bajaman Erkinbajew ist bei einem versuchten Mordanschlag verletzt worden.

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Unbekannte hätten am Donnerstagabend im Stadtzentrum von Bischkek aus einem Auto auf ihn geschossen, berichtete Erkinbajew am Freitag vor dem Parlament. Er sei überzeugt, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag im Vorfeld der Präsidentschaftswahl handle.

Er habe Glück, dass er das Attentat überlebt habe. Erkinbajew, dessen Nase von dem Schuss durchschlagen wurde, trug einen Verband.

Der Politiker sagte, er habe eine Vermutung, wer seine Angreifer waren. Namen nannte er nicht, warnte jedoch vor einem drohenden Bürgerkrieg: «Jetzt schiessen sie schon auf Politiker. Noch kann man das stoppen. Doch wenn ein Bürgerkrieg losbricht, wird es zu spät sein.»

Am 24. März hatten Demonstranten den Sitz des bisherigen kirgisischen Präsidenten Askar Akajew gestürmt. Akajew floh ins Ausland und trat später zurück. Zum Übergangspräsidenten und Regierungschef wurde der Oppositionspolitiker Kurmanbek Bakijew ernannt. Er bewirbt sich ebenfalls bei der Präsidentschaftswahl, die am 10. Juli stattfinden soll.

Dem jetzt angeschossenen Erkinbajew werden nur geringe Chancen bei der Wahl zugestanden. Neben seiner eigenen Kandidatur unterstützt der reiche Geschäftsmann jedoch auch die sozialistische Partei, die hinter dem aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten Felix Kulow steht.

(sda)