Nobelpreise

10. Dezember 2011 21:21; Akt: 10.12.2011 21:21 Print

König ehrt einen Toten

Der schwedische König hat in Stockholm die Nobelpreise in fünf Kategorien überreicht. Besonders bewegend war die Zeremonie für einen verstorbenen Mediziner.

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König Carl XVI. Gustaf übergibt den Nobelpreis für den verstorbenen Medizin-Preisträger Ralph M. Steinman dessen Witwe Claudia. (Bild: Reuters)

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Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat bei der Verleihung der diesjährigen Nobelpreise auch einen Toten geehrt. An der traditionsreichen Zeremonie am Samstag im Stockholmer Konzerthaus konnte der Medizin-Preisträger Ralph M. Steinman nicht mehr teilnehmen. Der Kanadier war Anfang Oktober, wenige Stunden vor der Zuerkennung des Preises für seine Leistungen als Immunologe, im Alter von 68 Jahren gestorben. So übergab der König die Auszeichnung Steinmans Witwe Claudia.

Seine gleichzeitig ausgezeichneten Kollegen Bruce A. Beutler (USA) und Jules A. Hoffmann (Frankreich) teilten sich die Dotierung von zehn Millionen Kronen (knapp 1,4 Millionen Franken) mit Steinmans Familie. Die Nobelstiftung hatte zunächst die Rücknahme der Komitee-Entscheidung erwogen, weil eine Vergabe an Tote nach dem Testament des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) eigentlich nicht möglich ist.

Trotz seiner starken Behinderung nahm der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer den Literaturnobelpreis aus der Hand des Königs entgegen. Der 80-Jährige kann seit einem Schlaganfall 1990 nur noch wenige, einzelne Wörter sagen und ist halbseitig gelähmt. Er galt seit vielen Jahren als Favorit auf den berühmtesten Literaturpreis der Welt.

Reine Männersache

Während in Oslo der Friedensnobelpreis an die Liberianerinnen Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee sowie die Jeminitin Tawakkul Karman überreicht, blieben die wissenschaftlichen Preise wieder reine Männersache mit starker US-Dominanz.

Den Preis für Physik teilten sich Saul Perlmutter (USA), Brian P. Schmidt (USA und Australien) und Adam G. Riess (USA) für ihre astrophysische Arbeit. Den Chemie-Preis erhielt der Israeli Dan Shechtman für die Entdeckung einer bisher unbekannten Kristallstruktur.

Den «Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften» teilen sich die US-Ökonomen Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims. Die Nobelpreise werden seit 1901 traditionell am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobels (1833-1896).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hane am 11.12.2011 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturwissenschaft ole

    der Friedensnobelpreis kann man wirklich nicht ernstnehmen aber den Physik/Chemie und Medizin-Preis garantiert schon! Diese Menschen haben eine ausserordenliche Leistung vollbracht genauso wie die Abel- Preisträger! ich freue mich für die Herren'

  • Alfred am 11.12.2011 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den bekommt jeder

    Diesen Preis kann ich nicht mehr ernstnehmen seit ihn Obama für seine Werbekampagne gekriegt hat...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hane am 11.12.2011 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturwissenschaft ole

    der Friedensnobelpreis kann man wirklich nicht ernstnehmen aber den Physik/Chemie und Medizin-Preis garantiert schon! Diese Menschen haben eine ausserordenliche Leistung vollbracht genauso wie die Abel- Preisträger! ich freue mich für die Herren'

  • Alfred am 11.12.2011 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den bekommt jeder

    Diesen Preis kann ich nicht mehr ernstnehmen seit ihn Obama für seine Werbekampagne gekriegt hat...

    • Oliver am 11.12.2011 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      Wohlwahr für den Freidensnobelpreis.

      Den Friedensnobelpreis konnte man noch nie wirklich ernst nehmen, da er mehr mit der Politischen einstellung des Komites zusammenhängt als mit einer leistung des/der damit ausgezeichneten.

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