Aids-Hilfe

24. Januar 2011 07:04; Akt: 24.01.2011 10:23 Print

Korruption frisst Hilfsgelder auf

Ein Grossteil des Fonds der internationalen Hilfsorganisation Global Fund to Fight Aids, der von vielen Promis unterstützt wird, fliesst nicht dorhin, wohin er sollte.

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Bono von U2 ist nur einer der prominenten Unterstützer von Global Fund to Fight Aids. (Bild: Keystone/AP)

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Bis zu zwei Drittel der Hilfsgelder des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria werden einem Bericht zufolge von der Korruption in den Empfängerländern aufgefressen. Genaue Zahlen sind nach Informationen der Nachrichtenagentur AP noch nicht bekannt, da erst ein sehr kleiner Teil der insgesamt zehn Milliarden Dollar untersucht worden sei, die die Organisation seit 2002 ausgegeben habe. Das Ausmass der Unregelmässigkeiten sei jedoch verblüffend.

So sei bei einer internen Untersuchung aufgedeckt worden, dass 67 Prozent der Summen für ein Anti-Aids-Programm in Mauretanien fehlgeleitet wurden. Bei einem Programm zur Bekämpfung von Tuberkulose und Malaria in Mali seien es 36 Prozent und in Dschibuti 30 Prozent gewesen.

Einige wichtige Unterstützer haben bereits Konsequenzen gezogen. Der elftgrösste Beitragszahler Schweden stellte seine jährlichen Zahlungen von 85 Millionen Dollar (62,4 Millionen Euro) nach Gesprächen mit Vertretern des Fonds in der vergangenen Woche vorerst ein.

Organisation will schärfer kontrollieren

«Die Probleme, die wir mit Korruption haben, unterscheiden sich weder in ihrer Art noch in ihrem Ausmass von denen, die andere internationale Finanzinstitutionen haben», sagte Fonds-Sprecher Jon Liden. Die Organisation kündigte dennoch an, ihre Ausgaben künftig schärfer zu überwachen.

Das Gesamtvolumen des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria beträgt 21,7 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Euro). Die wichtigsten Beitragszahler sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die USA. Zu den prominenten Unterstützern des Fonds gehören Rockstar Bono, Microsoft-Gründer Bill Gates sowie die französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy und der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.

(ap)