Ausschläge an Händen

14. Oktober 2019 13:24; Akt: 14.10.2019 15:28 Print

Vergiftete Wahlzettel sorgen in Kosovo für Zoff

26 Personen haben angeblich nach dem Öffnen von Wahlzetteln zu den Parlamentswahlen 2019 Ausschläge an Händen und Gesicht erlitten. Die Briefe sollen aus Serbien stammen.

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Nachdem am 6. Oktober die Parlamentswahlen in Kosovo stattgefunden haben, ist die Zentrale Wahlkommission weiterhin damit beschäftigt, Stimmen aus dem Ausland auszuzählen. Am Sonntag erfolgte jedoch eine Zwangspause: Bei 26 Zählern zeigten sich an Händen und im Gesicht Ausschläge, wie «Gazeta Express» berichtet.

Weiter hatten manche mit Juck- und Brechreiz zu kämpfen. Dies, nachdem sie Wahlzettel geöffnet hatten, die von Auslandwählern aus Serbien stammen, wie Besnik Buzhala, Leiter der Abteilung Wählerservice der Zentralen Wahlkommission, sagte. Zwei Mitarbeiter und neun Mitarbeiterinnen – darunter zwei Schwangere – mussten wegen der Symptome im Universitätsklinikum Kosovos in Pristina behandelt werden.

Laut der Zentralen Wahlkommission sind rund 3700 Wahlzettel in fünf Kartons aus Serbien eingereicht worden. Mehrere Quellen geben an, dass sich gleich nach dem Öffnen der Briefe ein starker Geruch ausgebreitet habe. In den Umschlägen soll sich Pulver befunden haben. Um was für eine Substanz es sich dabei handelt, ist jedoch unklar. Die kosovarische Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Illegal eingereicht

Laut der linksnationalistischen Oppositionspartei Lëvizja Vetëvendosje (Bewegung Selbstbestimmung), die diese Wahlen gewonnen hat, sind die betroffenen Wahlzettel nicht wie gesetzlich vorgeschrieben per Post, sondern illegal durch das Verbindungsbüro mit Serbien eingereicht worden. Die Partei beschuldigt in einem Facebook-Post den serbischen Staat, die vergifteten Briefe organisiert nach Kosovo eingeführt zu haben. Sie verlangt, dass die Ermittlungen aufgenommen und die angeblich illegal eingereichten Wahlzettel abgelehnt werden. Die Zählungen der restlichen Auslandstimmen sollen jedoch weitergeführt werden.

Marko Djuric, Direktor des serbischen Büros für Kosovo, erklärte laut «Radio Evropa e lire» in einer Stellungnahme, dass «all das gemacht wird, um die Serben erneut zu beschuldigen und sie dem Hass auszusetzen». Durch Manipulation werde versucht, die serbischen Wahlzettel für ungültig zu erklären, wodurch die Partei Lëvizja Vetëvendosje mehr eigene Leute ins Parlament bringen könnte. In Kosovo ist die parlamentarische Vertretung der Minderheiten jedoch gesichert: So sind im 120-köpfigen Kosovo-Parlament zehn Sitze für Vertreter der Kosovo-Serben reserviert.

(qll)