Gesetz in Kalifornien

10. Mai 2019 19:42; Akt: 11.05.2019 15:02 Print

Kranke Lehrerin muss Vertretung selber zahlen

Eine krebskranke Grundschullehrerin aus San Francisco muss 200 Dollar pro Tag für ihre Vertretung bezahlen. Eltern von Schülern sind empört und sammeln nun Geld.

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«Das ist echt verrückt und so unfair», regt sich Elia Hernandez auf. Die Frau sammelt zusammen mit anderen Eltern von Schülern der Glen-Park-Elementary-Schule in San Francisco Geld, um eine Lehrerin finanziell zu unterstützen. Die Grundschullehrerin ist an Brustkrebs erkrankt und kann nicht mehr unterrichten - doch sie muss selber 200 Dollar pro Tag für ihre Vertretung bezahlen.

Für den Rest des Jahres ist sie krankgeschrieben und muss laut einem Gesetz von Kalifornien ihrem Schulbezirk die zusätzlichen Kosten für einen Vertretungslehrer erstatten. «Da muss es einen Fehler geben», sagte die Mutter einer Schülerin der Zeitung «San Francisco Chronicle».

Eltern sammeln 14'000 Dollar

Laut der Sprecherin des Schulbezirkes, Laura Dudnick, steht die Regelung aber im Einklang mit dem Gesetz. Dudnick erklärte dem Sender «Fox News», dass Lehrer ihres Schulbezirks Anrecht auf nur zehn Krankheitstage pro Jahr hätten. Sobald diese Tage aufgebraucht seien, dürften sie ihre Krankenzeit um weitere hundert Tage verlängern. In diesem Zeitraum bekämen sie ihr volles Lehrergehalt, von dem aber die zusätzlichen Kosten für einen Vertretungslehrer abgezogen würden.

Die Eltern der Schüler sind empört. «Diese Situation ist schrecklich», sagt eine Mutter. «Sie ist eine wundervolle Lehrerin, das hat sie nicht verdient». Mittlerweile sind auf GoFundMe 14'000 Dollar zusammengekommen. Ausserdem haben nun Kinder einen Verkauf von Backwaren zugunsten ihrer Lehrerin geplant.

(kle)