19. April 2005 09:30; Akt: 19.04.2005 09:30 Print

Krise in Ecuador

Die Proteste gegen den ecuadorianischen Präsidenten Lucio Gutierrez haben sich auf grosse Teile des Landes ausgeweitet.

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Neben Demonstrationen in der Hauptstadt Quito gab es am Montagabend (Ortszeit) auch in mehreren Küstenstädten Kundgebungen gegen die Regierung.

In der 2,2 Millionen Einwohner grossen Stadt Guayaquil, dem Wirtschaftszentrum des Landes, forderten die Demonstranten den Rücktritt des Staatschefs. Der Bürgermeister und zweifache Ex- Präsidentschaftskandidat Jaime Nebot, der den Protestzug anführte, sagte, es gehe um eine Rückkehr zur Demokratie.

Auch in Portoviejo, Babahoyo, Machala und Cuenca gingen die Menschen auf die Strasse. In der nördlichen Provinz Imbabura kündigte die Vereinigung der Ureinwohner Ecuadors (CONAIE) ebenfalls Proteste an.

Die Krise in Ecuador hatte Anfang Dezember 2004 begonnen, als die Regierung neue Richter des Obersten Gerichts einfach durch eine Resolution ernannte. Die Opposition sah darin den Versuch der Regierung, die Kontrolle über das Oberste Gericht zu übernehmen und kritisierte das Vorgehen als verfassungswidrig.

Am Wochenende verschärfte sich die Staatskrise noch, nachdem Gutierrez das Gericht auflöste und vorübergehend den Notstand über Quito verhängte.

(sda)