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31. Mai 2018 13:45; Akt: 31.05.2018 13:45 Print

Während Trump Kim traf, traf sich Kim mit Lawrow

Während der US-Präsident den Reality-Star Kim Kardashian empfing, hiess Kim Jong-un den russischen Aussenminister willkommen.

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Der russische Aussenminister Sergei Lawrow ist zu Besuch in Nordkorea und hat in Pyongyang Kim Jong-un getroffen. Der nordkoreanische Machthaber lobte Russland als Gegengewicht zu einer weltweiten Vorherrschaft der USA. «Ich schätze es sehr, dass (Präsident Wladimir) Putin Widerstand gegen die Hegemonie der USA leistet», sagte Kim.

«Sie treten sehr entschlossen auf und wir sind immer bereit, mit Russland darüber zu verhandeln», sagte er laut russischer Übersetzung in einem Video, das vom Aussenministerium in Moskau veröffentlicht wurde. Demnach warb Kim dafür, die Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea zu stärken. Russland und der kommunistische Staat sind schon lange verbündet.

«Kommen Sie nach Russland, wir würden uns sehr freuen»

So lud Lawrow Kim bei dem Treffen nach Russland ein. «Kommen Sie nach Russland, wir würden uns sehr freuen, Sie zu begrüssen», sagte Lawrow zu Kim. Erst im April hatte Lawrow den nordkoreanischen Aussenminister Ri Yong-ho in Moskau empfangen.


Seitenhieb gegen Trump

Das Treffen zwischen dem Nordkoreaner und dem Russen fand statt, während die Vorbereitungen für ein mögliches Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-un und dem US-Präsidenten Donald Trump auf Hochtouren laufen. Die Vermutung liege nahe, so Spiegel.de, dass der Kreml mit Lawrows Besuch sicherstellen wolle, dass Moskaus Interessen bei den Verhandlungen im Atomkonflikt mit Nordkorea weiterhin gewahrt werden.

Bei der Denuklearisierung Nordkoreas setzt Russland auf Verhandlungen, die USA hingegen wollen diese eher mit Drohungen und Druck vorantreiben. Mit Blick darauf – und einem Seitenhieb auf Geschäftsmann Trump – sagte Lawrow beim Treffen mit Kim: «Vielleicht sind solche Methoden im Geschäftsleben wirksam. Aber zu eskalieren, um zu deeskalieren, birgt in den modernen internationalen Beziehungen ernste Risiken.»

Häme wegen Trumps Kim-Treffen

Fast gleichzeitig mit Lawrows Besuch in Nordkorea empfing Donald Trump den Soap-Star Kim Kardashian im Weissen Haus, um mit ihr über eine Gefängnisreform zu diskutieren.

Die «New York Post» nahm dies zum Anlass für einen bitterbösen Aufmacher: «Er konnte sich nur mit dieser Kim treffen.»


Auch hämische Twitter-Kommentare folgten umgehend:

«Es besteht zumindest eine 10-prozentige Chance, dass Trump sich mit Kim Kardashian trifft, weil er denkt, sie sei der nordkoreanische Führer», hiess es etwa.




(gux/sda)