40 Prozent

17. März 2019 01:18; Akt: 17.03.2019 06:23 Print

Liberale Favoritin führt bei slowakischer Wahl

Mit 40 Prozent der Stimmen liegt derzeit Zuzana Caputova bei den slowakischen Präsidentenwahlen vorne. Es kommt zu einer Stichwahl.

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Vor slowakischen Medien erklärte sie ihren Erfolg als Ergebnis eines gesellschaftlichen Wunsches nach Veränderung: Zuzana Caputova. (16. März 201) (Bild: AFP/Joe Klamar)

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Die liberale Anwältin Zuzana Caputova ist bei der slowakischen Präsidentenwahl ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Nach dem inoffiziellen Endergebnis lag sie mit 40,6 Prozent der Stimmen deutlich vor EU-Kommissar Maros Sefcovic, wie die Wahlkommission mitteilte.

Sefcovic war von den regierenden Sozialdemokraten nominiert worden und kam auf 18,7 Prozent. Die beiden treten in einer Stichwahl am 30. März gegeneinander an.

Der drittplatzierte Rechtspopulist Stefan Harabin kam nach den Teilergebnissen auf 14,3 Prozent und verfehlte damit den Einzug in die Stichwahl, den viele Slowaken befürchtet hatten. Dennoch bleibt für ihn ein starkes Ergebnis, ebenso wie für den Rechtsextremisten Marian Kotleba, der 10,4 Prozent der Stimmen erhielt. Anders als die proeuropäischen Kandidaten Caputova und Sefcovic hatten Harabin und Kotleba im Wahlkampf vor allem die EU-Flüchtlingspolitik kritisiert.

An der Abstimmung beteiligten sich 48,7 Prozent der 4,4 Millionen Wahlberechtigten. Das offizielle Endergebnis soll am Sonntag gegen Mittag bekanntgegeben werden.

Vorwiegend repräsentative Aufgaben

Das slowakische Staatsoberhaupt hat vorwiegend repräsentative Aufgaben. Im Fall einer Regierungskrise kommt ihm aber eine entscheidende Rolle zu.

In einer ersten Stellungnahme vor slowakischen Medien erklärte Caputova ihren Erfolg als Ergebnis eines gesellschaftlichen Wunsches nach Veränderung. Doch auch wenn die vorläufigen Zahlen positiv aussähen, gelte es das offizielle Endergebnis der Auszählung abzuwarten.

Von TV-Sendern befragte Politologen waren sich einig, dass die 45-Jährige vor allem damit gepunktet habe, dass sie in Medienauftritten auch auf heikle Fragen klare Antworten gegeben habe. Selbst in der katholisch geprägten Wählerschaft sei ihre Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten besser angekommen als die ausweichenden Antworten von Sefcovic.

Wahl von Mord beeinflusst

Die Wahl wurde beeinflusst vom Mord an dem Investigativjournalisten Jan Kuciak vor einem Jahr. Der damals 27-Jährige hatte über Verbindungen dubioser Unternehmer zu Regierungsmitarbeitern recherchiert. Sein posthum veröffentlichter letzter Artikel löste Massendemonstrationen und schliesslich den Sturz der Regierung von Langzeit-Ministerpräsident Robert Fico aus. Caputova war es gelungen, sich zur Hoffnungsträgerin eines grossen Teils dieser Demonstrierenden zu machen.

Auch der mit den Demonstranten offen sympathisierende und mit der Regierung im Konflikt stehende bisherige Staatspräsident Andrej Kiska hatte zur Wahl Caputovas aufgerufen. Er selbst hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Seine damals angedeuteten Pläne, stattdessen eine neue Partei zu gründen, könnten aber scheitern: Kiska hat durch Enthüllungen über Grundstücksspekulationen vor seiner Amtszeit und eine Steueraffäre um die Kosten seines Wahlkampfs viel von seiner früheren Popularität verloren.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Annerösli am 17.03.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefängnisse voll,

    Es hat sich in den 30 letzten Jahren so vieles negativ verändert, dass auch sie darauf kommen sollten, dass es meistens Gäste sind, die unser tägliches Leben beeinflussen

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  • popi am 18.03.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mir war Fico symphatisch

    Der war nicht von Brüssel gekauft.

  • CH am 18.03.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder in seinem Land

    Wenn die Immigranten fehlen, braucht es sehr viel weniger Pflegepersonal und die Fabriken werden trotzdem nicht stillstehen, etwas übertrieben, denn wir haben es vor Jahren auch geschafft, und haben gut und friedlich gelebt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CH am 18.03.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder in seinem Land

    Wenn die Immigranten fehlen, braucht es sehr viel weniger Pflegepersonal und die Fabriken werden trotzdem nicht stillstehen, etwas übertrieben, denn wir haben es vor Jahren auch geschafft, und haben gut und friedlich gelebt

    • Fred am 19.03.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CH, richtig

      ... und waren Nutzniesser des Kalten Krieges.

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  • popi am 18.03.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mir war Fico symphatisch

    Der war nicht von Brüssel gekauft.

  • Wolfgang am 17.03.2019 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    meine Meinung

    Hauptsache kein Rechtspopulist. Davon haben wir schon genug auf dieser Welt

    • TS am 18.03.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wolfgang

      Und wir in der Schweiz genug Linkspopulisten!

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  • Annerösli am 17.03.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefängnisse voll,

    Es hat sich in den 30 letzten Jahren so vieles negativ verändert, dass auch sie darauf kommen sollten, dass es meistens Gäste sind, die unser tägliches Leben beeinflussen

    • Pragmatiker am 17.03.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      Ein Beispiel aus Ihrem Alltag?

    • Andreas Honegger am 17.03.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      Es hat sich aber auch viel zum Positiven verändert. Aber wer halt grundsätzlich pessimistisch eingestellt ist und nur das Negative sieht redet so. Ja, es gibt viele Gäste - nein, auch sie sind Einwohner - welche unseren Alltag beeinflussen, POSITIV beeinflussen.

    • vico am 17.03.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Andreas

      aber klar, höhere Mieten, verstopfte Strassen, mehr Abfall, das alles ist positiv, um so schneller kracht der Laden zusammen.

    • Schwizer am 18.03.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas

      Und nicht vergessen die ganze billig Arbeiter die kein Wort Deutsch sprechen. Umso schöner wenn es doch noch paar gibt die sich mühe geben sich ins Land zu integrieren

    • Michelangelo am 18.03.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      Dann machen Sie sich einmal Gedanken wieso diese Gäste überhaupt kommen wollen!

    • Feline X am 18.03.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      Zum Glück hat sich aber auch vieles zum Positiven verändert. Ich bin froh, haben wir keine Schweiz mehr wie vor 30 Jahren. Vielleicht solltest du auch die guten Seiten im Leben betrachten.

    • Martial2 am 18.03.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      Sie haben nicht unrecht. Es gibt Gäste die sich voll integriert haben auch den roten Pass bekommen haben. Es gibt aber viele unerwünschten Elementen, die in diesem Land nichts zu suchen haben und sofort zurück gewiesen gehören!

    • Kelon am 19.03.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annerösli

      An die Vergangenheit errinnert man sich stets an etwas Besseres als sie wirklich war. :) 'Tagesschau vor 20 Jahren' ist dazu recht interessant zu kucken, was man in seinen Erinnerungen so alles verdreht und verdrängt hat.

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  • Thoms am 17.03.2019 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Schön wenn die Wähler erkennen, dass Flüchtlingspolitik nicht das einzige Thema ist. Ich hoffe, dass bei uns im Herbst auch diese Erkenntnis fruchtet.

    • Realo am 17.03.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt somit kaum wichtigere Themen

      Schön, wenn man erkennen würde, das von den Millionen Flüchtlingen sehr viele Folge-Probleme ausgehen...

    • Ramu am 17.03.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thoms

      Haben sie Angst um ihren Job in der aufgeblasenen Sozial- und Flüchtlingsindustrie, wenn sie jeweils einen Teil ihrer Steuern für dieselben bezahlen müssten, würden sie nicht so grosse Worte schwingen

    • Alternative für die Schweiz am 18.03.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thoms

      freue dich nicht zu früh... Der Moral-Imperialismus hat mal ein Ende, und das steht kurz bevor... noch ein kurzes aufbäumen, dann sagen wir euch... und Tschüß

    • Feline X am 18.03.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Thoms

      Sehe ich auch so. Man könnte sich auch einmal auf andere wichtige Themen konzentrieren.

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