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22. Februar 2011 06:06; Akt: 21.03.2011 16:49 Print

Libyen am 22. Februar - Gaddafis Rede

Gegen Ende eines weiteren blutigen Tages hat Staatschef Muammar al Gaddafi in einer wutentbrannten Rede seinem Volk gedroht. Der Diktator verliert an Rückhalt, die Welt ringt um eine Rektion.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Kian Ramezani
23:57
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Der Uno-Sicherheitsrat fordert ein sofortiges Ende der Gewalt in Libyen.
23:42
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Der Uno-Menschenrechtsrat will eine Sondersitzung zur Lage in Libyen abhalten. Unter den 16 Ländern, die einer Sondersitzung zugestimmt haben, sind mindestens drei muslimische: Jordanien, Katar und die Malediven. Libyen ist eines der 47 Mitgliedsstaaten des Menschrechtsrates.
23:40
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Der zurückgetretene stellvertretende Uno-Botschafter Libyens in New York, Ibrahim Babbaschi, wertet Gaddafis Rede als verdeckten Aufruf, einen Völkermord gegen das Volk zu beginnen.
23:20
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Das libysche Staatsfernsehen zeigt eine «Diskussion» über die Lage. Ein Sprecher appelliert an die Libyer und kündigt Reformen an. Er sagt, das Ausland habe die Konfrontation in Libyen provoziert. Er spricht von einem Problem mit Katar und dass ausländische Medien, die Situation völlig verzerrt darstellen.
22:35
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Muammar Gaddafi hat am Dienstag laut der offiziellen libyschen Nachrichtenagentur JANA seinem «Freund» dem italienischen Premierminister Silvio Berlusconi, telefonisch versichert, dass alles gut sei in Libyen. Italien befürchtet, dass 200'000 bis 300'000 Flüchtlinge ins Land strömen könnten, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA.
22:18
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Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro äussert sich in einem Zeitungskommentar: Die US-Regierung sei in keiner Weise um den Frieden in Libyen bemüht und werde nicht zögern, der NATO den Befehl zu erteilen, in das ölreiche Land einzufallen, schrieb Castro. Dies sei vielleicht nur eine Frage von Stunden oder Tagen.
21:50
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Vor einer Pressekonferenz von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam werden offizielle Opferzahlen bekannt gegeben. Demnach kamen während der gesamten Unruhen 242 Zivilisten und 58 Militärs ums Leben.
21:40
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Der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al-Abidi hat sich offenbar hinter die «Revolution des 17. Februar» gestellt. In einem von Al-Jazeera verbreiteten Amateurvideo appellierte der Minister zugleich an die Armee, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und auf dessen legitime Forderungen einzugehen.
21:05
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Die Arabische Liga will Libyen bis auf Weiteres von Treffen der Organisation ausschliessen. Diese Entscheidung sei gültig, so lange die libyschen Behörden nicht auf die Forderungen der Demonstranten reagierten und die Sicherheit des Volkes gewährleisteten. Die «Bestrebungen der arabischen Völker nach Freiheit, demokratischen Reformen, Entwicklung und Gerechtigkeit sind legitim und müssen respektiert werden», hiess es.
20:40
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Der in Doha (Katar) ansässige Fernsehsender Al Jazeera teilt mit, der Ursprung von Empfangsstörungen seiner Programme lasse sich auf ein Gebäude im Süden der libyschen Hauptstadt Tripolis zurückverfolgen. Von den Störungen sei «der gesamte arabische Raum» betroffen, hieß es.
20:08
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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat ein Ende der Gewalt in Libyen gefordert und Muammar al Gaddafi mit Sanktionen gedroht. Gaddafis Rede vom Nachmittag war nach Ansicht der Kanzlerin «sehr, sehr erschreckend, insbesondere weil er quasi seinem eigenen Volk den Krieg erklärt hat».
19:450
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Der CNN-Korrespondent Ben Wedeman konnte ohne Schwierigkeiten nach Ostlibyen einreisen. An der Grenze habe ein junger Mann in Zivil mit einem umgehängten Kalaschnikow-Sturmgewehr nach den Papieren gefragt. «Wofür?», habe Wedemans Fahrer entgegnet. «Es gibt doch keine Regierung mehr.» Laut Wedeman patrouillieren Bewaffnete in Zivil die Straßen. Der Osten scheine vollständig in der Hand der Gaddafi-Gegner zu sein.
19:37
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Griechenland hat die Evakuierung von 15.000 chinesischen Staatsbürgern auf dem Seeweg angeboten. Die Chinesen sollten auf die griechische Insel Kreta gebracht werden, von wo aus sie dann nach China ausgeflogen werden könnten. Bis Mittwochmorgen sollten vier Fähren in Richtung Tripolis auslaufen, um Griechen und Chinesen aus der libyschen Hauptstadt zu evakuieren. Wie viele Leute darauf unterkommen könnten, war zunächst unklar. Den Angaben zufolge hat auch Ägypten Griechenland um Hilfe bei der Evakuierung ägyptischer Staatsangehöriger aus Tripolis gebeten.
18:55
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Der TV-Sender Al Jazeera berichtet, libysche Flüchtlinge an der Grenze zu Ägypten seien wegen der Rede Gaddafis geschockt und empört. Insbesondere die Drohung mit weiterer Gewalt gegen das Volk vorzugehen, werde heftig kritisiert.
18:42
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Ein namentlich nicht genannter Reporter der BBC in Tripolis berichtet, die Rede Gaddafis habe in den Strassen der Stadt kaum bemerkbare Reaktionen hervorgerufen. Gegner Gaddafis hätten aber für den Abend zu einer neuerlichen Kundgebung gegen das Regime aufgerufen.
18:43
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Auch in Lausanne fand am Dienstagabend eine von Nordafrikanern organisierte Kundgebung gegen Gaddafi statt. Rund 100 Personen nahmen daran teil.
Sie kritisierten die aktuelle Barbarei in Libyen. «Gaddafi, es reicht», «Gaddafi Mörder», wurde skandiert.
18:35
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Über 70 Nichtregierungsorganisationen (NGO) haben aufgrund der «Massaker» in Libyen den Ausschluss des Landes aus dem UNO-Menschenrechtsrat gefordert. Sie beziehen sich auf einen Artikel, wonach die UNO- Vollversammlung ein Mitglied von Sitzungen ausschliessen kann, sofern zwei Drittel der Mitglieder dies wünschen.
18:15
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Rund 50 Personen haben lautstark vor der italienischen Botschaft in Bern gegen die Ereignisse in Libyen protestiert. Sie werfen der italienischen Regierung vor, dem libyschen Machthaber Gaddafi bei der gewaltsamen Bekämpfung der Proteste zu helfen.
18:15
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Die britische Regierung verlegt ein Kriegsschiff vor die libysche Küste, wo es die Evakuierung britischer Bürger unterstützen soll. Das teilte das Aussenministerium in London mit.

Die Fregatte «HMS Cumberland» solle sich in den internationalen Gewässern vor Libyen bereithalten, um bei einer seegestützten Evakuierung britischer Bürger aus dem nordafrikanischen Land zu helfen, sagte Aussenminister William Hague.
18:04
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Gaddafis Rede ist zu Ende. Das libysche Staatsfernsehen zeigt, wie er im einem Auto wegfährt. Viele Anhänger sind nicht zu sehen.
18:01
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Al Jazeera beginnt seine Analys der Rede, noch bevor sie zu Ende ist: Sie war nicht substantiell und stellenweise verwirrend.
18:00
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Al Jazeera: Es ist eine lange und manchmal unverständliche Ansprache.
17:57
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Ich wünschte, alle diese jungen Leute könnten zu mir gebracht werden. Wenn sie nicht Gaddafi folgen, wem dann? Leuten mit Bärten?
17:55
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Zerstört nicht grundlos euer Land. Wir hatten doch alles, Öl, Geld, Stabilität. Wollt ihr das alles zerstören?
17:55
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Gebt alle Waffen ab, oder es gibt ein Massaker. Die Jugend dort steht unter Drogen.
17:54
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In Benghazi sterben alt und jung. Kein Wasser, kein Strom.
17:52
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Alle Demonstrationen sind für uns.
17:49
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Gaddafi spricht über die verschiedenen Stämme Libyens: Wir kennen usn gut, wir haben eine lange gemeinsame Geschichte. Warum sollten wir uns gegenseitig töten?
17:48
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Al Jazeera: Es ist unklar, ob die Ansprache Gaddafis live oder aufgezeichnet ist.
17:44
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Diese Revolution ist unsere Revolution. Wenn ich mit den Jugendlichen sprechen kann, werde ich sie überzeugen.
17:42
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Gaddafi erinnert an die Massaker von Waco/USA und Tiannamen/China: Friedliche Demonstrationen sehen anders aus. Kollaboration mir ausländischen Mächten sieht anders aus.
17:41
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Die libyschen Menschen müssen nicht demonstrieren, sie können auf die lokalen Behörden zugehen, wenn sie Probleme haben.
17:41
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Ich selbst habe friedliche Demonstrationen angeführt. Aber die Untergrabung der nationalen Souveränität ist etwas anderes.
17:39
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In Libyen hat es friedliche Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza und im Irak gegeben.
17:37
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Unsere arabischen Brüder haben falsche, alte Bilder aus Libyen verbreitet. Die libyschen Medien werden diesen falschen Eindruck berichtigen.
17:37
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Das Öl gehört euch, nehmt eueren Anteil und macht damit, was ihr wollt.
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Ihr seid Millionen, die anderen (Demonstranten) sind nur Dutzende.
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Ich habe kein Geld, ich habe keinen Palast. Ich will, dass alles den Menschen gehört.
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Gaddafi kündigt Verfassungsreformen an.
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Jeder soll mit aufrechtem Haupt auf die Strasse gehen können, ohne Angst haben zu müssen.
17:32
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Die Jugend soll ab morgen für Sicherheit sorgen, bis die Sicherheitskräfte wieder vor Ort sind.
17:29
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Gaddafi warnt, wenn er geht, kommen die Islamisten von Al Kaida. Und dann werden die Amerikaner das Libyen besetzen.
17:28
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Niemand verurteilt die Israelis, sie haben das Recht auf Selbstverteidigung.
17:26
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Die Amerikaner haben Falludscha aus der Luft platt gemacht, weil die dort den Terroristen Zarqawi suchten. Doch niemand darf die Amerikaner in Frage stellen.
17:25
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Er vergleicht sich mit Boris Jelzin, der damals beim Putsch 1991 trotz Panzern auch nicht nachgegeben habe.
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Wollt ihr werden wie Somalia? Die jetzige Situation führt in den Bürgerkrieg.
17:23
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Ich habe noch nicht einmal den Befehl gegeben, Gewalt einzusetzen.
17:21
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Jeder, der die Verfassung untergräbt, wird zum tod verurteilt. Anmerkung der Redaktion: Libyen hat offiziell gar keine Verfassung.
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Gaddafi liest aus seinem grünen Buch: Jeder, der die Souveränität des Landes gefährdet, wird mit dem Tod bestraft.
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Gaddafi: Die Stämme wollen mich nicht, sie wollen Libyen nicht.
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Gaddafi fragt: Wollt ihr, dass die Amerikaner kommen und Libyen wie Afghanistan wird?
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Gaddafi ruft die Bevölkerung in Benghazi dazu auf, Jagd auf die Demonstranten zu machen.
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Gaddafi bezeichnet die Demonstranten als Gangs.
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Gaddafi ruft die Eltern dazu auf, ihre Kinder von der Strasse zu holen.
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Gaddafi: Wenn ich Präsident wäre, hätte ich meine Resignation eingereicht.
17:06
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Gaddafi ruft die Bevölkerung dazu auf, sich in Lokalkomitees zu organisieren.
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Gaddafi wechselt abrupt das Thema und spricht jetzt von seinem Putsch 1969.
17:03
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Die Toten sind Angehörige der Polizei. Die Täter sitzen zu Hause mit ihren Familien.
17:01
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Gaddafi braucht eine Verschnaufpause, er hat sich regelrecht in Rage geredet.
17:01
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Gaddafi greift die Islamisten an: Wo wart ihr, als Amerika uns angriff?
16:59
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Gaddafi spricht aus dem alten Präsidentenpalast in Tripolis, den die Amerikaner 1986 bombardiert hatten.
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Gaddafi: Ich werde das Land nicht verlassen und als Märtyrer sterben.
16:54
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Gaddafi sagt, er sei nicht Präsident, sondern Revolutionsführer.
16:53
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Gaddafi beschuldigt die ausländischen Medien, die Realität zu verzerrt darzustellen.
16:52
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Die Ansprache Gaddafis hat begonnen.
16:48
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Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan sagte zur Situation in Libyen, Regierungen sollten ihre Leute nicht als Bedrohung oder Feinde betrachten. Wenn sie es doch tun, werden sie nicht lange an der Macht sein.
16:25
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UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon: Wir haben schockierende Bilder gesehen, aus Flugzeugen wurde auf Demonstranten gefeuert. Das ist absolut inakzeptabel und muss sofort aufhören.
16:15
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Laut Al Jazeera hat die italienische Marine ein lybisches Kriegsschiff vor der Küste Maltas gesichtet. Ob es sich wie bei den Piloten um Deserteure handelt, ist unklar.
15:45
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Nach einem Sturz des libyschen Machthabers Gaddafi würde sich nach Einschätzung des deutschen Nordafrika-Experten Thomas Hasel die Lage im Land vorerst nicht beruhigen. Anders als in Ägypten gebe es in Libyen keine zivilgesellschaftlichen Strukturen wie etwa Vereine und Verbände, da diese verboten seien, sagte der Wissenschaftler des Otto-Suhr-Instituts.

Auch existiere in Libyen keine Alternativpartei, die sich mal habe probieren können. Zudem gebe es starke Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen Stämmen, betonte Hasel. «Daher wird es viel schwerer sein, hier etwas Neues aus dem Hut zu zaubern.»
15:35
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Saudi-Arabien kann nach eigenen Angaben Störungen auf dem Weltmarkt für Rohöl mit eigenen Produktionssteigerungen auffangen. Der zuständige Minister Ali Naimi erklärte am Dienstag nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SPA, mit einer Produktionskapazität von 12,5 Millionen Barrel pro Tage könnten internationale Engpässe ausgeglichen werden. Das Land produziert derzeit rund acht Millionen Barrel Öl pro Tag.
15:23
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Grauenhafter Augenzeugenbericht des libyschen Schriftstellers Goma El-Gamaty gegenüber der BBC: «Schwarzafrikanische Söldner streifen in gepanzerten Fahrzeugen durch die Stadt und schiessen auf alle, die ihnen über den Weg laufen. Dahinter folgen weitere Fahrzeuge, die die Leichen aufheben und in eine Militärkaserne bringen. Dort werden sie verbrannt.»
15:14
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Oberst Muammar Gaddafi will sich laut der französischen Nachrichtenagentur AFP, die sich ihrerseits auf das libysche Staatsfernsehen bezieht, heute nochmals ans Volk wenden. Was ist nach dem grotesken Auftritt mit Schirm und Pudelmütze diesmal zu erwarten?
15:05
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Gemäss Angaben von Al-Dschasira galten viele der gestrigen Luftwaffen-Angriffe Munitionsdepots. Dies, um zu verhindern, dass die Aufständischen sich mit Nachschub versorgen konnten.
14:55
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Die Schweiz plant derzeit keine Evakuationen aus Libyen. Die Zahl der Schweizer, die das Land verlassen wollten, sei gering, heisst es in einer Stellungnahme des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Dienstag.

Die Ausreisewilligen könnten entweder Linienflüge oder freie Kapazitäten auf Sonderflügen nutzen, heisst es weiter. Insgesamt befinden sich 46 Schweizerinnen und Schweizer in Libyen, 40 davon sind Doppelbürger. Zwei der sechs Schweizer ohne Doppelbürgerschaft arbeiten auf der Botschaft.

Von den insgesamt 19 Schweizer Haushalten in Libyen befinden sich 15 in der Hauptstadt Tripolis, drei in Benghasi und einer in Misurata. Die Botschaft stehe mit ihnen in Kontakt uns sei ihnen bei einer allfälligen Ausreise behilflich, schreibt das EDA. Es gebe keine Hinweise, dass Schweizer bisher zu Schaden gekommen wären.

Das EDA rät derzeit von Reisen nach Libyen ab. Auch Schweizern, die sich in Libyen befinden, empfiehlt es, das Land vorübergehend zu verlassen. Falls sich die Sicherheitslage massiv verschlechtert, besteht laut EDA zudem ein Krisendispositiv zur Evakuation.
14:49
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Das libysche Regime setzt offenbar auf die Dienste von bewaffneten Söldnern, die gewaltsam gegen die Demonstranten vorgehen: >> Zum Artikel
14:38
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Während sich die EU-Aussenminister am Montag in Zurückhaltung übten, hat sich EU-Handelskommissar Karel De Gucht klar für den Rücktritt des bedrängten libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi ausgesprochen. Auf die Frage des belgischen Senders VRT Network, ob es gut wäre, Gaddafi würde verschwinden, sagte der Belgier am späten Montagabend: «Ich denke ja. Denn Gaddafi ist ein Despot, der sein Volk unterdrückt hat

Die EU-Aussenminister hatten die libysche Führung am Montag scharf kritisiert und ein Ende der Gewalt gegen die Demonstranten gefordert. Zudem riefen sie die Regierung zum Dialog mit den Oppositionskräften auf. Vor Sanktionen gegen Gaddafi schreckten sie aber zurück.
14:19
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Die grösste spanische Erdölfirma, Repsol, stellt seine Produktion in Libyen ein. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP.
13:54
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Auch der libysche Botschafter in den USA, Ali Aujali, entsagt Revolutionsführer Gaddafi seine Treue. Wie er gegenüber dem US-Fernsehsender ABC sagte, will er das offizielle Libyen nicht länger repräsentieren: «Ich werde dem diktatorischen Regime nicht länger dienen. Aber ich werde nie aufhören, unseren Bürgern zu dienen bis ihre Stimmen die ganze Welt erreicht haben und ihre Forderungen erfüllt wurden.» Gaddafi solle sich zurückziehen und «das Volk in Ruhe lassen».
13:35
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Staatschef Muammar al-Gaddafi hat sich laut einem abtrünnigen Diplomaten in einer Kaserne in Tripolis verschanzt. «Er ist jetzt in Bab al-Asisijah. Das Gelände dort ist sechs Quadratkilometer gross. Ausser diesem Stützpunkt gibt es jetzt nur noch zwei Kasernen, die von Gaddafi und seinen Anhängern gehalten werden», sagte Abdulmoneim al-Honi, der Anfang Woche aus Protest gegen die Gewalt des Regimes seinen Dienst als Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga in Kairo quittiert hatte.
13:25
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Auch Russland hat begonnen, ihre in Libyen lebenden Landsleute zu evakuieren. Es sind rund 500 Personen. Sie arbeiten für Gazprom und die russische Staatseisenbahn, welche zwischen Sirte und Bengasi eine Eisenbahnlinie baut.

Bohrmonteur C. Kolb arbeitete in der libyschen Wüste. Später fand er sich mitten im Aufstand wieder. Für 20 Minuten Online schildert er seine Flucht. >> Zum Artikel
13:15
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Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat Machthaber Muammar al-Gaddafi mit Sanktionen gedroht. «Sollte Libyen weiter mit Gewalt gegen das eigene Volk vorgehen, werden Sanktionen unvermeidlich», sagte er in Berlin. «Wir fordern die libysche Regierung auf, sofort die Gewalt gegen die Bürger ihres eigenen Landes zu stoppen.»

Es sei Zeit für Libyen, aus den Ereignissen in den Nachbarländern zu lernen. Gaddafi verspiele gerade seine Zukunft, sagte Westerwelle. «Eine Herrscherfamilie, die das eigene Volk mit Bürgerkrieg bedroht, die ist am Ende.»
13:05
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Dieses Foto soll schwarzafrikanische Söldner zeigen, die in Tripolis Regime-Gegner jagen. Gepostet wurde es auf Twitter.
12:56
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Nun will auch Paris seine Bürger zurück in der Heimat: Laut dem französischen Aussenministerium werden drei Flugzeuge nach Tripolis gesandt, um französische Staatsangehörige zu evakuieren.
12:48
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Nach der Ratingagentur Fitch hat auch Konkurrent Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Libyen herabgestuft. Die in London ansässige Agentur senkte das Rating am Dienstag von A- auf BBB .

Sollte es angesichts der Unruhen keine baldige Lösung geben, würden die Risiken für die wirtschaftliche Stabilität Libyens zunehmen, erklärte die Ratingagentur.
12:27
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Libysche Oppositionelle haben - ähnlich wie schon ihre ideologischen Brüder in Ägypten - eine Webseite aufgeschaltet, auf welcher der Opfer der Unruhen gedacht wird. Bis anhin sind 57 Todesopfer vermeldet, die meisten ohne Foto und einige gar ohne Namen. Unbestätigten Angaben zufolge haben die libyschen Streitkräfte aber bereits Hunderte von Demonstranten auf dem Gewissen.
12:06
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In einem von Regierungsgegnern dominierten Viertel der libyschen Hauptstadt Tripolis haben am Dienstag nach Angaben von Augenzeugen zahlreiche Leichen auf den Straßen gelegen. Der Oppositionsaktivist Mohammed Ali und ein Bewohner von Tripolis erklärten, Anhänger von Staatschef Muammar Gaddafi hätten auf Krankenwagen geschossen. Einige Demonstranten seien auf den Straßen verblutet.

Ali sagte in Dubai, die Bewohner von Tripolis hätten am Dienstag ihre Häuser nicht verlassen. Zuvor hätten die Anhänger Gaddafis gewarnt, dass jeder auf den Straßen erschossen werde. Westliche Medien können derzeit nicht direkt aus Libyen berichten. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.
11:29
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Ein BBC-Korrespondent berichtet von «grosser Militärpräsenz» in Tripolis: «Nach einer beängstigenden Nacht ist es heute Morgen ruhig. Die Leute sind eingeschüchtert und bleiben zuhause - sie sind nach den Bombardierungen von gestern vorsichtig geworden.»
11:28
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Die UNO fordert eine internationale Untersuchung des brutalen Vorgehens des libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi gegen die Oppositionsbewegung. Angesichts der «systematischen Angriffe auf die Bevölkerung» könnte die libysche Führung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden, sagte UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

«Die Herzlosigkeit, mit der die libyschen Stellen und ihre angeheuerten Söldner angeblich Munitionssalven auf friedliche Demonstranten abfeuern, ist gewissenlos», sagte Pillay. Die internationale Gemeinschaft müsse sicherstellen, dass den «tausenden Opfern dieser Unterdrückung» Gerechtigkeit widerfahre.
11:11
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Der US-Fernsehsender CNN hat es geschafft, einen ihrer Korrespondenten nach Libyen zu schleusen: >> Zum Artikel
10:59
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Der Aussenhandel der Schweiz mit den krisengebeutelten nordafrikanischen Ländern Ägypten, Tunesien und Libyen ist deutlich eingebrochen. Nach Libyen wurden im ganzen Jahr 2010 knapp 30 Prozent weniger Schweizer Güter verkauft.

Im Januar 2011 brach der Exporthandel mit Libyen dann vollends ein. Im Vergleich zum Januar 2010 wurden noch für rund 2 Mio. Franken Güter nach Libyen verkauft. Das entspricht einem Minus von 94 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode.

Ein ähnliches Bild zeigt sich mit den Handelspartnern Ägypten und Algerien. Die Ausfuhren nach Algerien sanken im Vergleich zum Januar 2010 um 56,8 Prozent. Übers ganze Jahr gesehen steht ein Minus von 19,5 Prozent zu Buche.

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten nachgewiesenen Reserven in ganz Afrika. Libysches Öl gilt es sehr hochwertig, viel davon wird nach Europa exportiert.
10:45
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In einem erstaunlich offenen Interview gegenüber Al-Dschasira hat UN-Botschafter Dabbaschi noch einmal nachgelegt: Er hat Oberst Gaddafi öffentlich aufgefordert, das Land zu verlassen. «Entweder geht er von selbst oder dann wird ihn das libysche Volk aus dem Land jagen», so Dabbaschi.

Der Öl-Gigant Shell lässt derweil laut Al-Dschasira alle ausländischen Mitarbeiter aus Libyen ausfliegen.
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Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi verliert nach dem blutigen Vorgehen gegen Demonstranten zunehmend die Unterstützung wichtiger Diplomaten. Der stellvertretende libysche UN-Botschafter Ibrahim Dabbaschi rief Gaddafi zum Rücktritt auf. Das Verhalten des Regimes sei «eine Kriegserklärung an das libysche Volk», erklärte Dabbaschi in New York. Die Botschafter Libyens in Indien und Bangladesch traten aus Protest zurück.

Gaddafis Regierung habe einen Völkermord an den Menschen in Libyen begonnen, sagte Dabbaschi am Montag. Der Machthaber müsse vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden, wegen des «Genozids, den er jetzt begeht» und «wegen all der anderen Verbrechen, die er in den 42 Jahren an der Macht begangen hat».

Sollte Gaddafi nicht freiwillig gehen, «wird ihn das libysche Volk loswerden», sagte Dabbaschi. Seiner Forderung nach einem Rücktritt des Staatschefs schlossen sich am Montag fast alle libyschen Diplomaten bei den Vereinten Nationen an.
10:20
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Laut Berichten des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira befinden sich schwerbewaffnete Söldner aus schwarzafrikanischen Staaten auf den Strassen der grossen Städte Libyens. Eine Augenzeugin berichtet, dass sie auf die Protestierenden geschossen haben.

Videosequenzen scheinen zu beweisen, dass auch die libysche Luftwaffe mit scharfer Munition auf die Demonstranten gefeuert hat. Zeugen sprechen von einem «Massaker» an der Zivilbevölkerung.
09:59
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China hat Libyen aufgefordert, so rasch wie möglich die Ordnung im Land wiederherzustellen. Das Aussenministerium erklärte am Dienstag in Peking, bei den Protesten seien chinesische Bürger verletzt worden. Chinesische Einrichtungen seien beschädigt worden.

Ministeriumssprecher Ma Zhaoxu sagte, China hoffe, dass Libyen so schnell wie möglich Stabilität und Normalität wiederherstellen könne. Ausserdem müsse das Land die Chinesen, chinesische Organisationen und Vermögenswerte schützen. Ma forderte zudem eine Untersuchung der Angriffe auf chinesische Einrichtungen.
09:40
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Europäische Regierungen wollen ihre Staatsbürger möglichst schnell aus Libyen evakuieren: Italien hat bereits erste Schritte unternommen und bringt Staatsangehörige aus der Stadt Bengasi nach Hause. Laut Verteidigungsminister Ignazio La Russa soll eine Transportmaschine vom Typ C-130 rund 100 Italiener ausfliegen. In Libyen leben rund 1.500 italienische Staatsbürger.

Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat die Evakuierung von Staatsangehörigen aus Libyen angekündigt. «Es sollen alle raus und wir helfen dabei», sagte er am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin».

Westerwelle sprach sich offen für einen demokratischen Wandel in Libyen aus. «Wenn man sich in die Sache der Menschenrechte einmischt, ist das keine Einmischung in die innere Angelegenheit, sondern das ist unsere verdammte Pflicht. Wir können ja nicht zusehen, dass Menschen ermordet werden.»
09:22
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Mittlerweile ist der genaue Wortlaut des skurrilen TV-Auftritts (siehe Video) von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi bekannt geworden. «Ich wollte mit den jungen Leuten auf dem Grünen Platz (in der Innenstadt von Tripolis) reden und mit ihnen die Nacht verbringen, doch dann kam der gute Regen. Hiermit zeige ich: Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela. Hört nicht auf die Ansagen der streunenden Hunde!»
09:15
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Die italienische Regierung beobachtet die jüngsten Entwicklungen in Libyen mit Sorge. Aussenminister Franco Frattini appellierte an die EU, Italien nicht sich selbst bei der Bewältigung möglicher «riesiger Migrationsströme» aus Libyen zu überlassen.

«Italien ist das erste Land, das die Folgen einer massiven Migrationswelle zu spüren bekommen würde», warnte Frattini. Rom fürchtet sich vor den Folgen eines Sturzes der libyschen Regierung, die bisher dank eines Migrationsabkommens mit Italien die Massenabfahrten von Flüchtlingen aus dem afrikanischen Land in Grenzen gehalten hatte, berichteten italienische Medien.

Inzwischen trafen erneut Dutzende von Migranten auf der immer noch überfüllten kleinen Felseninsel Lampedusa südlich von Sizilien ein. Ein Boot mit 59 Migranten an Bord erreichte am Montagabend die Insel. Ein weiteres Schiff mit 43 tunesischen Migranten kam am frühen Dienstag auf Lampedusa an.
08:44
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Die Sorge vor Produktionsausfällen in Libyen hat die Ölpreise am Dienstag erneut kräftig in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete im frühen Handel 107,60 US-Dollar. Das waren 1,86 Dollar mehr als am Vortag.

Der Markt ist laut einem Analysten sehr nervös mit Blick auf die Gewalt in Libyen. Das treibe die Ölpreise in die Höhe. Zahlreiche Firmen ziehen ihre Mitarbeiter ab. Das OPEC-Mitglied Libyen produziert täglich rund 1,6 Millionen Barrel Rohöl.
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Die Situation am Dienstagmorgen:

Erstmals seit Beginn der Unruhen meldete sich Muammar Gaddafi öffentlich zu Wort und erklärte am frühen Dienstagmorgen im Staatsfernsehen, er halte sich in Tripolis auf.

«Ich bin hier, um zu zeigen, dass ich in Tripolis bin und nicht in Venezuela», erklärte er in der kurzen Aufzeichnung. Er habe eigentlich seine Anhänger auf dem Grünen Platz besuchen wollen, dann habe ihn aber der Regen davon abgehalten, sagte Gaddafi weiter.

Gaddafi trug während der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die wie ein Sketch wirkte, einen Regenschirm in der Hand. Er sass dabei in einem alten Auto und murmelte leise vor sich hin. Nach Angaben des staatlichen Senders wurde der Auftritt «live» aus Gaddafis Residenz übertragen.

Kampfjets gegen Demonstranten

Am Montag hatte sich die Lage in Libyen dramatisch zugespitzt. Über Tripolis donnerten am Abend laut Augenzeugenberichten Kampfflieger hinweg. Die Kommunikationsverbindungen in die Stadt waren unterbrochen, und auch Handyanrufe nach Libyen waren vom Ausland aus unmöglich.

Scharfschützen bezogen auf Dächern Stellung, offenbar um Regierungsgegner von ausserhalb davon abzuhalten, sich den immer massiveren Protesten gegen Gaddafi anzuschliessen, wie ein in London ansässiger Aktivist unter Berufung auf Bewohner sagte.

Hunderte Tote

Bei dem Versuch, die Proteste gegen Gaddafi niederzuschlagen, töteten libysche Sicherheitskräfte nach Medienberichten allein am Montag mehr als 150 Menschen. In Bengasi sollen seit Beginn der Unruhen etwa 400 Menschen ums Leben gekommen sein. Nachprüfbare Angaben über die Zahl der Todesopfer gibt es nicht.

Gaddafis Sohn Saif al-Islam wies Berichte über eine Bombardierung bewohnter Stadtgebiete zurück. Die Informationen über Angriffe in Tripolis und Bengasi seien falsch, liess er verlauten.

Gewalt verurteilt

Knapp eine Woche nach Ausbruch der Krise ruft die Lage in Libyen nun auch den UNO-Sicherheitsrat auf den Plan. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen will sich am heutigen Dienstag zu einer Sitzung treffen. Das teilten die Vereinten Nationen in der Nacht mit.

US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte die Gewalt in Libyen und rief Gaddafis Regierung zu einem Ende «dieses unverantwortlichen Blutvergiessens» auf. Die Welt sei alarmiert über die Vorgänge in Libyen, sagte Clinton am Montag in Washington.

Risse im System

Auch im Innern des Machtzirkels um Gaddafi wenden sich immer mehr Personen vom Herrscher ab. Eine Gruppe von Offizieren forderte dem Sender Al Arabija zufolge alle Armeeangehörigen auf, sich «dem Volk anzuschliessen», und Gaddafi zu entmachten.

Der Justizminister trat aus Protest gegen die «exzessive Anwendung von Gewalt» von seinem Amt zurück. Libysche UNO-Diplomaten in New York appellierten vor laufender Kamera an die Armee, den «Tyrannen Muammar Gaddafi» zu stürzen.

Ägyptischen Angaben zufolge verliessen die libysche Grenzschützer ihre Posten an der Grenze zwischen beiden Ländern. Die ägyptische Armee richtete an der Grenze zu Libyen zwei Feldlazarette sowie Auffanglager für Flüchtlinge ein.

(sda)