Karte der Tiefsee

08. Dezember 2011 11:10; Akt: 08.12.2011 23:41 Print

Licht ins Dunkel des Marianengrabens

US-Forscher haben am tiefsten Punkt der Erde einmalig exakte Vermessungen vorgenommen. Doch eigentlich waren sie auf einer politischen Mission, welche Staatsgrenzen ändern könnte.

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Endlich kommt ein wenig Licht in das ewige Dunkel der tiefsten Stelle der Erde, dem Marianengraben. Grund dafür sind neue, faszinierende Bilder vom Grund des Meeresbodens bei den Pazifikinseln Guam.

Mittels Schallwellen, ausgestrahlt und empfangen von einem eigens gebauten Unterwasserroboter der Universität New Hampshire, konnten Forscher nicht nur eine neue und genauere Bestimmung der Tiefe des Grabens vornehmen.

Auch geben die entstandenen Bilder einen atemberaubenden Einblick in die Unterwasserlandschaft. Unterwassergebirge türmen sich in über 10 000 Metern Tiefe auf. Diese übersteigen die Dimensionen der Gebirge und Täler über Wasser um ein Weites.

Die genaueste Messung

Die Forschergruppe von Professor Jim Gardner gibt an, dass sich der Graben bis in eine Tiefe von 10 994 Meter (plus/minus 40 Meter) und auf einer Länge von 2500 Metern hinzieht. Die Bestimmung des tiefsten Punkts der Erde – dem Challenger-Tief – ist seit knapp 150 Jahren Mittelpunkt eines Wettlaufs unter Forschern.

Gardner und seine Gruppe haben mit der neuen Messung nun den Durchbruch geschafft, sie ist die genaueste die es derzeit gibt. «Wir haben den ganzen Graben vermessen. Vom nördlichen Ende bei Dutton Ridge bis zum Yap-Graben im Süden», erklärt Gardner dem britischen TV-Sender BBC.

Für die Forscher ebenfalls heiss begehrt ist die Stelle, weil sich hier der pazifische Meeresboden unter die philippinische Platte schiebt. Hier entstehen grosse Spannungen, die sich teils harsch entladen und so Tsunamis auslösen können.

Der eigentliche Grund

Doch die amerikanischen Forscher hatten bei ihrer Tiefenerkundung nicht nur die Wissenschaft im Kopf. Hinter den Messungen stehen politische Interessen, wie Spiegel Online schreibt. So sei die Meeresregion um die US-Amerikanische Insel Guam ins Visier der US-Regierung geraten. Grund ist die Erschliessung von neuem Staatsgebiet.

Laut internationalem Recht gehören 200 Seemeilen rund um eine Insel dem jeweiligen Staat. Gardners Forschungen untersuchten deshalb, ob einige der entdeckten Unterwassergebirge nun den USA zuzuschreiben sind. Dies wäre möglich, wenn der Umriss des Seebodens gewisse Merkmale nach UN-Konvention erfüllen würde.

Ein Schweizer in der Tiefe

Mit eigenen Augen gesehen haben das Challenger-Tief nur gerade zwei Personen – Don Walsh und der Schweizer Jacques Piccard, Vater von Erdumrunder Bertrand Piccard. Die beiden Entdecker tauchten im Unterwasserboot «Trieste» 1960 in bisher unerreichte Tiefen.

Ein neues Projekt von Virgin-Milliardär Richard Branson will es dem Forscher-Duo nun gleichmachen. Er will mit einem Tiefseeboot zum Marianangraben tauchen.

(aeg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sam B am 09.12.2011 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Interesse

    Und was ist das Interesse der USA an Unterwassergebirge? Staatsgrenzen ändern? Die Grenze bleibt ja 200 Kilometer, wie vor jeder Insel...

  • klaus am 08.12.2011 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geld richtig verwenden

    coole sache mr virin!

  • Mensch am 09.12.2011 01:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön

    Wie faszinierend und schön die Erde doch ist...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mark am 09.12.2011 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Me(e)hr Lärm

    Es sind genau solche vermessungen, die dafür sorgen, dass sich Walfische und dergleichen nicht mehr orientieren können. Der Lärm von Sonar, Ultraschall etc. verwirrt die Tierwelt und lässt Wale stranden.. Und was bringts? Neue Ölplattformen? Ziehen neuer Grenzen, damit man sich darüber streiten kann? Hört mal auf die Meere zu beschallen!

    • Philipp am 09.12.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      unnötig

      Da kann ich nur zustimmen! Abgesehen davon das man solche Geldsummen die ein solches Projekt verschlingt für wesentlich sinnvollere Dinge verwenden könnte. Man sollte entlich anfangen die Unterwasserwelt mehr zu schützen!!

    • yanell f am 09.12.2011 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      egosimus

      das ist auch meine meinung! wir menschen müssen aufhören, egoisten zu sein.

    • Ricardo Granda am 09.12.2011 23:42 Report Diesen Beitrag melden

      Noch mehr Lärm

      Solche Messungen sind für Wale relativ harmlos, gegenüber den zig- mal herumkurvenden U-Boote.

    einklappen einklappen
  • Sam B am 09.12.2011 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Interesse

    Und was ist das Interesse der USA an Unterwassergebirge? Staatsgrenzen ändern? Die Grenze bleibt ja 200 Kilometer, wie vor jeder Insel...

  • Mensch am 09.12.2011 01:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön

    Wie faszinierend und schön die Erde doch ist...

  • klaus am 08.12.2011 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geld richtig verwenden

    coole sache mr virin!