Sexuelle Übergriffe

07. Januar 2016 22:51; Akt: 08.01.2016 11:26 Print

Linke und Rechte rufen zu Protesten in Köln auf

Nach der Silvesternacht ist die Kölner Polizei am Samstag erneut gefordert: Rechte und Linke rufen zu Demos auf.

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Die Pegida Nordrhein-Westfalen (NRW) ruft für diesen Samstag zu einer Demonstration in Köln auf. Nach den massiven Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht wollen sie gegen die Flüchtlingspolitik demonstrieren. Linke Organisationen planen gleichzeitig Gegendemos. Die Polizei befürchtet einen Aufmarsch ähnlich wie bei den «Hogesa»-Aktionen im Herbst 2014.

Treffpunkt der Rechten um 14 Uhr ist der «Tatort»: der Platz vor dem Kölner Hauptbahnhof. Wer an den Angriffen auf Frauen schuld ist, glauben die Rechten zu wissen: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Flüchtlinge. Oder in den Worten von Pegida-NRW-Organisator Michael Diendorf: «Die von Merkel herbeigerufenen ‹Bereicherer›.»

Polizei befürchtet Ausschreitungen

Mehrere rechtsextreme Parteien schliessen sich laut dem Portal «Blick nach rechts» dem Aufruf an, darunter die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die Neonazi-Partei Die Rechte, die verfassungsfeindliche Kleinpartei pro NRW und die Kleinpartei pro Deutschland/pro Köln. Pegida NRW rechnet mit rund 1000 Teilnehmern. Die Polizei befürchtet laut «Kölner Stadt Anzeiger» eine Wiederholung der Vorfälle im Oktober 2014.

Am 26. Oktober 2014 hatte die Gruppe Hooligans gegen Salafisten (Hogesa) je nach Quelle zwischen 3000 und 4800 Personen zu einem Marsch durch Köln mobilisiert. Sie riefen ausländerfeindliche und neonazistische Parolen, mehrfach wurde der Hitlergruss gezeigt. Ihnen gegenüber standen 1300 Polizisten. In der Folge lieferten sich Hooligans und Rechtsextremisten Strassenschlachten mit der Polizei, wobei über 50 Beamte verletzt wurden.

Gegendemos und Flashmobs von links

Dass für den kommenden Samstag auch linke Gruppierungen zu Demos und Flashmobs aufrufen, dürfte der Polizei zusätzlich Sorgen bereiten. So plant das Bündnis Köln gegen Rechts um 13 Uhr eine Demonstration gegen Rassismus und gegen Gewalt gegen Frauen. Und Kölnerinnen rufen im Internet zu einem Flashmob beim Bahnhofsvorplatz auf. Geplant sei eine «laute Demo gegen Gewalt gegen Frauen».

(kmo)