Michael Adebolajo

23. Mai 2013 20:45; Akt: 24.05.2013 18:02 Print

London-Killer war dem Geheimdienst bekannt

Der britische Geheimdiensts MI5 muss einiges erklären. Der 28-jährige Mann und sein Komplize, die den jungen Soldaten brutal massakrierten, waren keine unbeschriebenen Blätter.

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Michael Adebolajo, der Mann, der am Mittwoch zusammen mit einem Komplizen in London einen britischen Soldaten auf einer Strasse im Stadtteil Woolwich ermordet hatte, war dem Geheimdienst bekannt. Wie der MI5 berichtet, handelten die beiden Täter alleine. Der gebürtige Nigerianer Adebolajo wuchs in einem christlichen Umfeld auf. Erst als Teenager begann er sich für den Islam zu interessieren. «Er war ein gläubiger Christ, ein ganz normaler Typ», beschreibt ihn ein Freund gegenüber der englischen Zeitung «The Standard». Erst im Alter von fünfzehn soll er sich in den Koran vertieft haben.

Adebolajo besuchte Seminare von Al Muhajiroun, einer verbotenen islamistischen Organisation. Anjem Choudary, ihr religiöser Führer, erinnert sich: «Ich kannte ihn als Mujahid. Er nahm an meinen Vorlesungen teil. Ich würde ihn nicht wirklich als Mitglied von Al Muhajiroun beschreiben, es gibt einige, die unsere Veranstaltungen besuchen, jedoch nicht wirklich dazugehören.»

Eltern zogen nach London

Als die Eltern bemerkten, dass Michael immer radikaler wurde, entschlossen sie sich, den Sohn in ein neues Umfeld zu bringen. Die Familie zog von Romford in der Grafschaft Essex in die Metropole London. Sie wollten ihn vor Al Muhajiroun schützen und erhofften sich, dass er dadurch von seiner extremen Gesinnung abkommen würde.

Doch der 28-Jährige war nicht von seinen radikalen Ansichten abzubringen. Als er mit einem Fleischermesser den jungen Soldaten schlachtete, schrie er: «Ich schwöre bei Allah, dem Allmächtigen, dass wir nie aufhören werden, euch zu bekämpfen.»

Jetzt muss der Geheimdienst Red und Anwort stehen. Englands Premierminister David Cameron mochte sich dazu noch nicht äussern. Der britische Inlandgeheimdienst steht seit den Bombenanschlägen vom 7. Juli 2005 in der Kritik. Damals waren die Drahtzieher ebenfalls auf einer Liste der Behörden, doch eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit sah der MI5 in ihnen nicht.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.K. am 24.05.2013 00:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Wieso müssen wir uns wegen solchen Psychos unsere Religion rechtfertigen? Jeder der hier behauptet das DAS die Religion ist, soll mal den Koran lesen. Habe nie gehört dass das Christentum krank ist, wenn mal wieder Missbrauchsstories von Pfarrern aufgetaucht sind! Wenn ich über etwas urteilen möchte, dann informiere ich mich darüber! Komisch, dass hier noch keine Attentate verübt wurden, wo doch ca. 400000 Muslime hier leben. Darunter gibts auch strenggläubige! Ich kann nichts dafür dass Gestörte sowas tun und die Religion als Vorwand nutzen und deshalb entschuldige ich mich garantiert nicht!

  • Simon Fasnacht am 24.05.2013 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Interessant dass hier ganz nüchterne kritische Kommentare, die nicht einmal mit der Religionsdiskussion zu tun haben, einfach so gelöscht werden. Schade, echt schade was hier abgeht. Dass in London die Polizei 25 Minuten brauchen soll, bis sie an einem Tatort auftaucht ist nur eines von vielen Indizien.

  • R.B am 23.05.2013 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperren

    Das passiert wenn man Psychopathen nicht weg sperrt und die Behörden den Mut nicht aufbringen können konsequent zu handeln (was die schweizer Behörden auch nicht tun) Ich frage mich immer wie mehr wie sicher wir denn in der Schweiz noch sind vor solchen Attacken und religiösen Fanatikern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 24.05.2013 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Interpretation von Religionen

    In jeder Religion gibt es Fanatiker, welche die religiösen Schriften für ihre Ideologien missbrauchen. Das Problem ist aber auch, das eben solche Schriften Spielräume zulassen, welche Fanatismus u Radikalismus fördern. Wenn wie hier mehrfach erwähnt wurde, der Koran die Verbrechen an Ungläubige zulässt, warum führen dann nicht alle Moslems weltweit einen solchen Terror gegen Ungläubige? Sind die friedlichen Moslems keine Moslems oder die Fanatiker keine Moslems? Es ist eben das, was die Interpretation draus macht, nicht die Religion alleine.

  • Küsche am 24.05.2013 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sind alle so?

    Es ist sehr komisch, dass sich islamisten noch nie von solche Vorfällen öffentlich distanzierten, verurteilten oder sich im Namen des Islams entschuldigten.Sind wirklich alle Islamer für solche sinnlose brutale Verbrechen an unschuldigen Menschen??Was bringt das dem Islam und wo ist hier eine Connection zum Glauben??

  • Ceylan Gülacti am 24.05.2013 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Freedom!

    ich fühle mich überhaupt nicht angegriffen... Für mich ist das eine Erfahrung mehr, jede Diskussion ist eine neue Erfahrung... Ich selber bin zwar in Augen anderer ein Moslem, aber für mich bin ich weder Moslem, Christlich, Orthodox oder Jude... Ich bin einfach Ich... Jeder Mensch hat seine eigenen Makken... das geht ÜBER die Religion hinaus... Nicht jeder ist gleich Moslem, nicht jeder ist gleich Christ... und nicht ist jeder gleich Orthodox =))

  • orthodox am 24.05.2013 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    ceylan

    sie verstehen mich leider immer noch nicht.. ich rede NICHT von dieser tat oder sonst was! ich rede davon das muslime wehement abstreiten das was von gewalt im kuran steht und das so nicht stimmt! DAS sage ich und nicht das alle muslime gewalttätige sind oder extremisten sind oder sonst was, verstehen sie es jetzt??

  • Ceylan Gülacti am 24.05.2013 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    orthodox

    ich muss Ihnen sagen, was im Koran steht, oder in der Bibel steht interressiert mich nicht... Weil trotzdem jeder Mensch nach seinem eigenen Glauben lebt! Will damit aber sagen, dass es nichts damit zu tun hat was im Koran steht! Sonst müssten die 1,5 milliarden Muslime alle extremisten sein oder? Ihre Überlegung geht leider nur auf das Geschriebene... Manchmal geht die Realität über die Bücher hinaus... Weltweit: 2.1 milliarden Christen danach kommen die Muslime... mit 1,5 milliarden... na? Geht die Rechnung auf frag ich mich? Was steht denn in al den anderen Büchern?